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18.06.26 |  Salzburg

10 Jahre Mutter-Kind-Wohnen in Seekirchen

Seit zehn Jahren ist das Mutter-Kind-Wohnen von SOS-Kinderdorf in Seekirchen eine wichtige Anlaufstelle für junge Mütter und ihre Babys, die in schwierigen Lebenslagen besondere Unterstützung brauchen. Was 2016 im Auftrag des Landes Salzburg als neues Angebot startete, hat sich längst als verlässlicher Anker für Familien in herausfordernden Situationen bewährt – und als Erfolgsmodell erwiesen.

 

Ein sicherer Ort für einen neuen Lebensabschnitt

Schwangerschaft und die ersten Jahre mit einem Kind bedeuten für viele Frauen große Veränderungen. Doch nicht jede Mutter hat von Anfang an die nötige Unterstützung oder ein stabiles Umfeld. „Durch mehrfache Belastungen gerät das familiäre Gefüge schnell ins Wanken, die Situation scheint oft ausweglos. Wir helfen den (jungen) Müttern gezielt, indem wir ihnen einen sicheren Rahmen geben, in dem sie lernen können, sich um die Bedürfnisse ihres Kindes zu kümmern. Gleichzeitig bekommen sie Strategien an die Hand, wie sie den Alltag mit Kind selbstständig bewältigen können“, erklärt Wolfgang Arming, Standortleiter von SOS-Kinderdorf Salzburg.

Im Mutter-Kind-Wohnen in Seekirchen finden bis zu sechs Mütter und ihre Kinder Platz. Jede Familie hat eine eigene kleine Wohnung, die Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Und das Wichtigste: Die Mütter sind nicht allein – rund um die Uhr steht ein Team aus erfahrenen Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen und einer Familienberaterin zur Seite. Sie unterstützen im Alltag, helfen bei der Versorgung der Kinder und geben Tipps für die Haushaltsführung. „Unser Ziel ist, die Mutter mit ihrem Kind nach dieser Zeit wieder in die Selbstständigkeit gehen zu lassen. Umso wichtiger ist, dass die Mütter im Mutter-Kind-Wohnen Eigenverantwortung lernen“, betont Arming.

 

Individuelle Begleitung für Mutter und Kind

Jede Mutter und jedes Kind wird individuell betreut. Das Team entwickelt gemeinsam mit den Müttern Pläne, wie sie den Alltag meistern, einen Schulabschluss nachholen oder berufliche Ziele anstreben können. Die Kinder wachsen in einer geschützten Umgebung auf und erhalten damit einen guten Start ins Leben. Auch Väter und andere wichtige Bezugspersonen werden in die Begleitung einbezogen, damit nach dem Auszug ein stabiles soziales Netz bestehen bleibt.

Das Konzept wurde laufend weiterentwickelt: Seit 2023 steht das Angebot auch erwachsenen, schwangeren Frauen offen, nicht mehr nur minderjährigen Müttern. „Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Unterstützungsbedarf nicht nur bei minderjährigen Müttern besteht. Auch erwachsene junge Mütter können durch Mehrfachbelastungen in schwierige Situationen geraten. Deshalb wurde das Betreuungskonzept gemeinsam mit SOS-Kinderdorf weiterentwickelt“, erklärt Landesrat Wolfgang Fürweger.

 

10 Jahre Mutter-Kind-Wohnen in Seekirchen (v.l.n.r.): Wolfgang Arming, SOS-Kinderdorf Standortleiter Salzburg; Konrad Pieringer, Bürgermeister Seekirchen; Theresa Kolm, SOS-Kinderdorf Sozialpädagogin Mutter-Kind-Wohnen; Wolfgang Fürweger, Soziallandesrat

 

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit für das Kindeswohl

Das Land Salzburg steht als Auftraggeber wesentlich hinter dem Projekt Mutter-Kind-Wohnen von SOS-Kinderdorf. Bei der Zuweisung der Klient*innen und regelmäßigen Entwicklungsgesprächen arbeitet die Kinder- und Jugendhilfe des Landes eng mit SOS-Kinderdorf zusammen. „SOS-Kinderdorf ist für das Land Salzburg seit vielen Jahren ein verlässlicher und fachlich kompetenter Partner. Gerade im Mutter-Kind-Wohnen zeigt sich, wie wichtig hohe Qualitätsstandards, eine klare Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe sowie ein konsequenter Blick auf das Kindeswohl sind“, so Fürweger.

Auch die Gemeinde Seekirchen verbindet mit SOS-Kinderdorf eine langjährige Partnerschaft. „Wir gratulieren SOS-Kinderdorf zum zehnjährigen Jubiläum des Mutter-Kind-Wohnens. SOS-Kinderdorf leistet hier eine wichtige Arbeit für die Gesellschaft, denn nicht jede/r hat das Glück, auf den Rückhalt seiner Familie zählen zu können. An dieser Stelle haben wir SOS-Kinderdorf immer als verlässlichen Partner erlebt“, so der Bürgermeister von Seekirchen, Konrad Pieringer.

 

Zahlen und Fakten: Zehn Jahre Mutter-Kind-Wohnen

Seit 2016 wurden in Seekirchen 78 Babys und Kleinkinder mit ihren Müttern betreut – darunter auch sieben Geschwisterkinder, sogar zwei Zwillingspaare. 31 pädagogische Mitarbeiterinnen (ausschließlich Frauen) haben sich in den vergangenen zehn Jahren rund um die Uhr um die Mütter und ihre Kinder gekümmert. Weitere sechs Mitarbeiter*innen waren in der Verwaltung, Infrastruktur und Reinigung für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich. Die sechs Kleinwohnungen und eine Reservewohnung wurden zum Jubiläum frisch saniert und bieten jetzt mit neuen Küchen und Bädern noch mehr Komfort.

 

Erfolgsmodell in der präventiven Familienarbeit

Das Mutter-Kind-Wohnen hat sich als Erfolgsmodell in der präventiven Familienarbeit bewährt. Das belegen nicht nur die Zahlen der bisher betreuten Kinder und Mütter, sondern v.a. die täglich geleistete professionelle Arbeit. Oberste Prämisse dabei ist, den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und die Mütter für ein selbstständiges Leben zu stärken. 


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