Bessere Chancen im Bildungssystem
Zum Schulstart fordern wir mehr Mitbestimmung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Schulsystem.
Das neue Schuljahr beginnt für die Kinder und Jugendlichen mit großen Erwartungen, für einige jedoch auch mit großen Ängsten. Viele kämpfen mit Leistungsdruck und psychischen Belastungen, warnt unser Geschäftsführer Christian Moser:
Schulen sollten Orte sein, an denen sich Kinder wohl und unterstützt fühlen. Leider sieht die Realität oft anders aus. Vier von zehn jungen Menschen gehen nicht gerne zur Schule, weil sie sich dort unwohl fühlen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass etwa die Hälfte der Schüler*innen lieber dort wäre, wenn sie mehr mitbestimmen könnten. Das ist eine große Chance für positive Veränderungen.
Mitbestimmung von Anfang an
Wir sehen es als zentral an, Kinder und Jugendliche aktiv mitgestalten zu lassen. Gerade zu Schulbeginn bieten sich sehr viele Möglichkeiten, die Schüler*innen einzubinden und damit ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen.
"Mit der Wahl der Klassen- und Schulsprecher*innen ist es dabei noch lange nicht getan. Auch viele vermeintlich kleine Dinge können eine große Wirkung haben: von der Gestaltung des Klassenzimmers oder der Sitzordnung, über die Schwerpunktsetzung im Unterricht bis hin zur Ausgestaltung gemeinsamer Regeln – all das macht die Schüler*innen von passiven Besucher*innen zu aktiven Beteiligten“, sagt Moser.
Konkrete Tools können dabei helfen: SOS-Kinderdorf bietet darum das Beteiligungsprojekt „aula“ an, mit dem gemeinsame Entscheidungen und Demokratiebildung in der Schule gefördert werden.
Große Probleme benötigen weitreichende Lösungen
Allerdings können nicht alle Herausforderungen im Klassenzimmer gelöst werden, etwa wenn es um die besorgniserregende Entwicklung bei der psychischen Gesundheit junger Menschen geht.
„Viele Kinder und Jugendliche stehen unter großem Druck und haben psychische Probleme. Schlechte Noten sind da wohl ihre kleinste Sorge. Wie können wir in so einer Situation von ihnen erwarten, in der Schule engagiert zu sein und sich zu beteiligen? Das ist nicht nur unfair allen Beteiligten gegenüber, sondern vor allem auch keine nachhaltige, chancengerechte Lösung", sagt Moser.
Es sei die Aufgabe der Politik, bestmögliche Voraussetzungen für alle Kinder zu schaffen - etwa durch mehr Unterstützungsangebote und Prävention. „Als Kinderrechtsorganisation merken wir, dass langsam Bewegung in die Sache kommt, doch es liegt noch ein langer Weg vor uns“, sagt Moser. Zum Schulbeginn fordert SOS-Kinderdorf daher mehr Schulpsycholog*innen und -sozialarbeit, eine flächendeckende Einführung von School Nurses, einen Ausbau der therapeutischen und psychiatrischen Versorgung und ernstzunehmende Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche.