Amys Corona Tagebuch

Ein Tagebuch aus dem SOS-Kinderdorf Seekirchen

Amy ist 13 Jahre und lebt im SOS-Kinderdorf Seekirchen. Eigentlich spielt sie gerne im Freien, trifft ihre Freundinnen und geht zum Schwimmen und Klavierunterricht. Durch Corona ist jetzt alles anders. Amy verbringt diese außergewöhnliche Zeit in ihrer SOS-Kinderdorf-Familie, gemeinsam mit zwei weiteren Kindern, einer Kinderdorfmutter und deren Lebensgefährten und zwei Sozialpädagoginnen, die abwechselnd für die Kinder da sind.

Für die Schule schreibt Amy ein Corona-Tagebuch. Das teilt sie mit uns hier und zeigt uns ihren derzeitigen Alltag im SOS-Kinderdorf.

Tagebucheinträge
(in chronologischer Reihenfolge)

 Montag, 18. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Der letzte Schultag war der 13.05. Die Schulen waren jetzt genau 9 Wochen zu (mit den Osterferien und den Wochenenden).

Ich bin um ungefähr 07:25 bei der Schule gewesen. Die Klassen sind alle auf einen anderen Eingang verteilt worden. Ich habe mir die Hände desinfiziert und meine Maske aufgesetzt. Dann bin ich hinein. Wir dürfen mit den Straßenschuhen in die Klasse, damit bei den Spinds kein Stau ist. Dann habe ich bis zum Unterrichtsbeginn mit meinen Freundinnen gequatscht. Wir haben schon drauf geachtet, dass wir einen Meter Abstand haben.

Die 1. Stunde war Mathe. Zuerst haben wir den Sitzplatz ausgemacht. Jeder musste auf einen eigenen Tisch, aber das wussten wir sowieso schon und haben uns auch so hingesetzt. Wir haben die Tische auseinander geschoben, und wurden dazu angewiesen auf der rechten Seite zu sitzen. Wir haben dann noch Namenschilder bekommen, die wir auf unseren Platz gelegt haben, damit sie angeklebt werden können. Der Sitzplan gilt für das restliche Schuljahr. Die Gruppe B muss dann auf der linken Seite sitzen. Eigentlich haben wir genau 10 Minuten Unterricht gemacht. Die restliche Stunde hat der Professor uns auf den neuesten Stand gebracht z.B. auf welchen Noten wir stehen… Er hat uns auch noch gesagt, wie wir uns in der Schule verhalten müssen und hat uns die Regeln nochmals genau erklärt. Dann haben wir alle ein Visier bekommen. Wer so eines tragen möchte, darf das tun. Aber ich finde es nicht praktisch, da es spiegelt und es sieht auch ziemlich lächerlich aus, aber manche Masken schauen auch nicht besser aus. Da darf man jetzt nicht pingelig sein.

In der 2. und 3. Stunde hatten wir Deutsch. Wieder wurden uns die Regeln erklärt. Dann haben wir uns noch darüber unterhalten, wie es war als wir zu Hause gelernt haben. Schließlich haben wir uns noch Artikel über „Sound of Music“ angesehen und durchgelesen. Aber irgendwie war niemand konzentriert. Die meisten haben miteinander geredet, und da wir auseinander sitzen, war es umso lauter.

In der 4. Stunde hatten wir Englisch. Das war noch die beste Stunde des Tages. Der Professor hat uns nochmals daran erinnert, dass wir Abstand halten sollen. Dann haben wir im Englisch Buch weiter gemacht. In der Stunde waren die meisten auch konzentriert, glaube ich.

In der letzten Stunde hatten wir Religion. Zuerst sind wir zu den Spinds gegangen und haben sie ausgeräumt. Dann wurden wir noch an die Regeln erinnert. Anschließend haben wir über die Entstehung des Christentums durch Paulus von Tarsus geredet. Als unser Lehrer gerade sagte, dass die Menschen in Ägypten ihren Göttern Opfer bringen, ertönte eine Musik aus den Lautsprechern. Dann meldete sich die Direktorin und erklärte uns nochmals die Regeln. Wir waren alle schon darüber gelangweilt, weil wir die schon gefühlt 5 mal gehört haben.

Das nervige war, dass wir uns immer desinfizieren mussten. Sobald wir von unserem Platz aufstehen und hinaus gehen, müssen wir die Maske aufsetzen, und davor bzw. danach die Hände desinfizieren. Ich bin ja gespannt, wie die nächsten Wochen weitergehen.

So, das war‘s. Ich möchte mich bei euch bedanken. Vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt und mein Corona-Tagebuch durchgelesen habt. Ich habe mich echt gefreut, als ich gesehen habe, wie viele es gelesen haben. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat und ihr es vielleicht auch weiterempfohlen habt.

 Freitag, 15. Mai 2020


Heute ist der letzte Schultag zu Hause. Wir müssen dann schon jeden zweiten Tag zu Hause lernen, aber es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man die ganze Woche zu Hause lernt, oder nur 2 bzw. 3 Tage. Ich bin auch schon gespannt, wer in der Schule aller eine selbstgemachte Maske trägt, und wie die aussieht. Oder wer die ganz normale Maske hat, die sie verteilen werden. Ich frage mich auch schon, wie der Unterricht wird. Sind die Lehrer/innen jetzt strenger, oder lockerer? Wie wird das mit der Benotung? Oder mit den Tests? Ich bin echt schon gespannt.

Das Klavierstück heißt Lightsome und ist von Martin Gasselsberger. Ich habe es in der Corona-Zeit geübt und hoffe es gefällt euch.

Vorankündigung: Am Montag schreibe ich den letzten Tagebucheintrag. Für mich beginnt jetzt wieder die Schule und auch andere Aktivitäten. Deshalb habe ich nicht mehr so viel Zeit, einen Eintrag fürs Tagebuch zu schreiben.

 Donnerstag, 14. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Draußen kann man jetzt nicht viel machen, da es den ganzen Tag regnet. Gestern war zum Teil mal eine Regenpause, aber man möchte auch nicht raus gehen, wenn es nur 11 Grad hat.

Ich war das erste Mal seit der Corona-Zeit in einem Lebensmittelgeschäft. Ich bin eigentlich nur mit meiner Kinderdorfmama mitgekommen, weil ich in Media die Aufgabe bekommen habe, beim einkaufen ganz bewusst auf die Plastikverpackungen zu schauen, und dann einen Lösungsvorschlag zu machen, wie man es besser verpacken kann.

 Mittwoch, 13. Mai 2020


Die Aufträge von der Schule werden immer kürzer. Das heißt wir bekommen immer weniger. Die meisten müssen wir auch nicht mehr abgeben, da wir sie am Montag vergleichen bzw. in den nächsten Tagen. Heute habe ich schon fast alle Arbeitsaufträge für morgen erledigt. Dann kann ich morgen auch noch andere Sachen machen, wie z.B. an meinem Geschichte Referat feilen. Es geht um den Kalten Krieg. Ich finde das Thema echt spannend, und man kann viel darüber herausfinden. Jetzt hatte ich ja viel Zeit im Internet zu recherchieren.  

 Dienstag, 12. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Wir haben in Turnen einen Wochenplan bekommen. Es ist ein Zirkeltraining. Wir machen so etwas oft in der Schule. Zirkeltraining finde ich besser, als einen 10 Minuten Lauf. Ich mag 10-Minuten Läufe nicht. Da macht man 10 Minuten lang genau dasselbe. Außerdem läuft man immer nur im Kreis. Wie öde. Aber bei einem Zirkeltraining macht man verschiedene Sachen in einer kurzen Zeit. Das finde ich viel besser. Aber ich glaube, dass ein Zirkeltraining sogar anstrengender ist.

 Montag, 11. Mai 2020


Heute beginnt die letzte Woche daheim. Ab nächster Woche habe ich jeden zweiten Tag Schule. Ich freu mich schon darauf, aber es wird sicher nicht so lustig wie in den Wochen als noch Schule war. Denn meine besten Freundinnen sind in der zweiten Gruppe. Mit den Mädchen, die jetzt in meiner Gruppe sind versteh ich mich auch, aber sie sind halt nicht meine besten Freundinnen. Wir müssen alle an einem anderen Tisch sitzen. Das bedeutet, kein Schwätzen im Unterricht, sondern immer aufpassen, was der Lehrer sagt. Das wird langweilig. Aber ich bin trotzdem froh.

 Sonntag, 10. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute war Muttertag. In unserem Haus ist es so eine Tradition, dass die Kinderdorfmama ausschlafen darf. Ich habe mich von sieben bis neun um die Jungs gekümmert. Das hat eigentlich ganz gut funktioniert. Am Vortag habe ich einen Gugelhupf mit Schokostücken gebacken. Mit meinem Bruder  habe ich eine Karte gebastelt, damit er auch ein Muttertagsgeschenk hat. Außerdem gehört eine Karte doch dazu, finde ich. Meine Kinderdorfmutter hat sich sehr darüber gefreut, vor allem darüber, dass sie ausschlafen konnte. Ein Stück meines Kuchens haben wir der Kinderdorfmutter vom Nachbarhaus gegeben, weil wir uns dachten, dass sie sich darüber freuen würde, und das tat sie auch. Ihre Kinder sind nämlich noch zu klein, um einen Kuchen zu backen.

 Freitag, 08. Mai 2020

Ich habe für die Schule ein Corona-Gedicht gemacht. Teilweise ist es etwas fies, z.B. mit den Alten und den Falten, aber mir ist nichts besseres eingefallen. Nehmt es also bitte nicht persönlich, das Gedicht soll niemanden kränken. Ich beschreibe vor allem die Ereignisse noch vor den Lockerungen, also so ziemlich am Anfang.


Die Städte sind geschlossen,
die Schulen sind verlassen.
Die Kinder sind daheim,
wollen lieber bei den Freunden sein.


Sie quasseln den ganzen Tag,
bis die Mutter nicht mehr mag.
Sie schickt die Kinder auf ihr Zimmer,
doch dort quasseln sie noch immer.


Über das Internet
sind die Freunde immer nett.
Sie reden, lachen wollen raus,
bleiben aber in ihrem Haus,
denn die ganze Sippe
hat die böse Grippe.


Der Virus der ist neu
und überhaupt nicht scheu.
China war der 1. Ort,
von da wollte er aber fort
und ist nun jetzt bei uns.


Gefährlich ist er für die Alten,
die verstecken mit Masken ihre Falten.
Doch auch für Vorerkrankte ist er nicht ohne,
das interessiert uns nicht die Bohne,
oder etwa doch?


Am sichersten sind die Kinder,
die trifft es nämlich minder.
Covid-19 mag sie nicht,
ist er denn noch dicht?


Die Maßnahmen sind getroffen,
jetzt wollen wir nur noch hoffen,
dass sie auch was nützten,
wenn wir uns schon so schützen.

 Donnerstag, 07. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich habe wieder mal ein Projekt in Zeichnen bekommen. Diesmal war die Aufgabe, etwas zu zeichnen, das uns wichtig ist, aber einfach mit wenigen Strichen. Es sollte aber zeigen, was wir damit meinen. Als Beispiel nannte er uns den berühmten Künstler Keith Haring.

Mein Bild soll für den Frieden stehen. Aber auch dafür, dass alle Menschen gleich sind. Man soll niemanden ausschließen, weil er anders aussieht, denkt oder spricht. Deshalb habe ich alle verschieden angemalt und unterschiedlich gezeichnet. Selbst Menschen mit Beeinträchtigung soll man nicht ausschließen, denn sie können ja nichts dafür. Das ist meine Meinung und ich hoffe, dass andere auch so darüber denken.

 Mittwoch, 06. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute habe ich ein Hinterglas-Bild gemalt. Da malt man auf einer Glasscheibe, mit bestimmten Farben. Das fertige Bild kann man mit Bildhaltern aufstellen oder aufhängen. Ich habe mir aus einem Windowcolour-Buch ein Motiv ausgesucht, das einen Leoparden zeigt, der auf einem Ast liegt. Die Umrisse habe ich mit einem schwarzen Stift gemacht. Nächste Woche werde ich es anmalen.

 Montag, 04. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Am Nachmittag sind meine zwei Brüder und ich mit einer unserer Familienhelferinnen spazieren gegangen. Wir sind zur Seeburg gegangen, denn dort gibt es einen Teich mit Fröschen. Als wir hingekommen sind, war es leise. Sobald wir wieder gegangen sind, war das Gequake wieder laut.

Wir hatten einen wunderschönen Ausblick zum See. Ich freu mich schon auf den Sommer, wenn ich wieder darin schwimmen kann. Hoffentlich darf ich auch dann wieder darin schwimmen, aber ich glaube ganz fest daran.

Ich bin total fasziniert von Wolken. Sie sehen einfach fantastisch aus. So weich und fluffig. Am liebsten möchte man hineinspringen und dort herumtollen. Ich mache immer hunderte von Bilder und danach lösche ich wieder alle, um am Handy Speicherplatz frei zu machen.

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 Freitag, 01. Mai 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute hatte ich mal wieder Lust zu kochen. Diesmal gab es Chili con Carne. Das Rezept ist super einfach. Eigentlich muss man nur die Zutaten in einen Topf leeren und die Zwiebel schneiden. Aufpassen das nichts anbrennt und ansonsten einfach köcheln lassen.

Da wir gerade schon bei Rezepten sind, ich backe total gerne Muffins. Meine Lieblings Muffins heißen Stracciatella-Muffins. Ich finde sie auch super einfach zum Backen. Hier das Rezept:

  • 150g Butter
  • 250g Mehl
  • 2 gehäufte Teelöffel Backpulver
  • 150g Blockschokolade
  • 1 Vanilleschote (ich nehme immer einen selbst gemachten Vanillezucker her. Schmeckt trotzdem super.)
  • 2 Eier
  • 200g Crème fraîche oder Schmant oder saure Sahne
  • 100g Zucker

Außerdem:

  • 12er-Muffinblech
  • 12 Papierförmchen oder Fett fürs Blech

 

  1. Backofen auf 180° (Umluft 160°) vorheizen. Je ein Papierförmchen in die Vertiefungen des Muffinblechs setzten oder die Mulden fetten. Die Butter schmelzen, Mehl und Backpulver vermischen. Die Schokolade hacken. Die Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen und das Mark herauskratzen (Oder einfach ein bis zwei Esslöffel selbst gemachten Vanillezucker dazu geben. Wir machen den immer so: Zucker in ein Glas geben und Vanilleschoten hinein geben. Dann lassen wir den stehen bis der Zucker den Vanille Geschmack annimmt.)
  2. Die Eier mit Crème fraîche oder Schmant oder saure Sahne, Zucker, Vanillemark und Butter verrühren. Die Mehlmischung zügig unterrühren, die Schokolade untermengen.
  3. Den Teig in die Blechvertiefungen füllen. Die Muffins im Ofen (Mitte) 20.25 Minuten backen. Dann herausnehmen, kurz abkühlen lassen und aus der Form lösen.

Achtung Kinder: Falls ihr das Rezept nach-backen wollt, fragt immer zuerst eure Eltern!

 Donnerstag 30. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich saß gerade vorm Computer und machte etwas für die Schule, als mein kleiner Bruder hereingestürmt  kommt und schreit: „ Amy, im Garten ist eine Schlange!“ Ich sprang sofort auf und lief in den Garten. Dort bei unserer Skulptur aus einem alten Baumstamm lag eine Schlange. Wir vermuteten, dass es eine Blindschleiche war, und somit wäre es keine Schlange sondern eine Eidechse - Die Skulptur haben wir bauen lassen. Sie ist nicht mehr in ihren jüngsten Jahren wie man sieht -. Die „Schlange“ kroch durch die Wiese und wollte sich verstecken. Meine Kinderdorfmama hatte nämlich das Unkraut bei den Rosen, das neben der Skulptur wuchs, entfernt und damit die „Schlange“ aufgescheucht. Ich nahm das Reptil vorsichtig hoch und legte es wieder zum Baumstamm zurück.

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 Mittwoch, 29. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich habe heute mein Media Projekt fertig gemacht. Das Thema war Hostile Design. Wir sollten aber etwas entwerfen und dann auch gestalten, das den Menschen hilft, die ausgegrenzt werden (vor allem Obdachlose und ältere Menschen und Jugendliche).

Mein Projekt zeigt ein kleines Gebäude mit fünf Betten. Im Raum stehen auch noch drei Stühle und ein Kasten. Es ist vor allem für Obdachlose, damit die ein sicheres Dach über dem Kopf haben, wenn sie schlafen wollen. Sie können in das Gebäude hinein, wenn sie wollen aus dem Schrank frische Kleider nehmen, das sind Kleiderspenden, und sich schlafen legen bzw. ausruhen. Wenn es regnet können sich auch andere dort unterstellen. Das Haus ist für alle offen und jeder kann es benutzen. In der Nacht wird es aber zugesperrt, damit denen die dort drin sind, nichts passiert.

 Dienstag, 28. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute war die Aufgabe in Zeichnen, dass wir etwas aus Obst bzw. Gemüse machen. Aber es sollte etwas sein, das wir dann gleich essen können. Ich wollte zuerst eine Silhouette auf einem Apfel ausschneiden. Meine Kinderdorfmama meinte, da bei der Aufgabe als Beispiel ein Apfel hergenommen wurde, solle ich mir selber etwas überlegen. Dann gab sie mir den Tipp mit den Essiggurkerl. Ich und meine Schwester (sie ist ein Jahr jünger als ich, aber schon ausgezogen) haben das früher immer gemacht. Ich hatte jetzt noch die Idee, dass ich aus Karotten und Oliven Menschen machen kann. Das Ergebnis ist nicht schlecht geworden, finde ich.

 Montag, 27. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich war heute das erste Mal seit die Schulen zu sind einkaufen. Ich bin mit dem Rad nach Eugendorf gefahren. Ich musste beim Tierfuttergeschäft Futter für meine Meerschweinchen besorgen. Als ich angekommen bin, habe ich meine selbstgemachte Maske aufgesetzt und habe das Futter und noch Einstreu gekauft. Es war etwas ungewohnt mit der Maske, aber man gewöhnt sich nach einer Zeit daran, auch wenn man alle rundherum mit Maske sieht.

 Freitag, 24. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute habe ich mit meinem Kinderdorfpapa eine Radtour gemacht. Wir sind „nur“ 13 km gefahren, aber schön war es trotzdem. Auf dem Weg sind wir bei einem Gasthaus vorbeigekommen. Die hatten Tiere wie Hühner, Schafe und Alpakas. Alpakas sind so süß. Die schauen so flauschig aus.

 Donnerstag, 23. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute habe ich meine Kinder-CD’s herausgeholt. Ich war erstaunt darüber, dass ich die Texte von den meisten Liedern noch wusste. Ich habe auch die meisten Lieder erkannt, nachdem ich die Melodie kurz gehört habe.

Ich freu mich schon auf morgen. Da erfahren wir nämlich wann wir wieder in die Schule gehen dürfen. Und ich freue mich schon auf die Schule. Daheim ist es wirklich langweilig. Ich bin schon gespannt, wie es jetzt weitergeht.

 Mittwoch, 22. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich habe heute meine erste Corona-Maske genäht. Eine davon habe ich mir behalten, die andere meiner Kinderdorfmama geschenkt. Ich werde in einer Woche nochmals welche machen. Eigentlich ist es gar nicht so einfach, aber schwer ist es auch nicht. Das tolle ist, der Stoff ist so farbenfroh und voller Hoffnung.

 Dienstag, 21. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Die ersten Schmetterlinge hängen an unserem Zaun. Ich habe bis jetzt erst 4 vollständig angemalt. Die anderen 6 stehen noch in der Warteschlange. Zwei habe ich etwas dunkel angemalt. Die schauen jetzt etwas düster aus. Darum bemühe ich mich, dass die nächsten alle fröhlich und hell werden.

 Montag, 20. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Der Frühling ist jetzt endgültig da, glaube ich. Die Blumen sprießen, die Vögel zwitschern und wir sind bei 25 Grad in kurzer Hose draußen. Ich finde, dass der Frühling einer der schönsten Jahreszeiten ist. Ich mag es, wenn alles blüht und alles so farbenfroh ist. Der Herbst ist auch so eine Jahreszeit. Im Herbst ist es zwar meistens etwas kälter, aber dann der warme Wind. Himmlisch. Ich liebe es auch, wenn die bunten Blätter vom Himmel fallen (eigentlich von den Bäumen). Aber meine Lieblingsjahreszeit ist der Sommer. Nicht nur weil ich im Sommer Geburtstag habe, nein, auch weil ich es lieber warm habe als kalt. Außerdem gehe ich auch lieber schwimmen als Ski fahren, obwohl das kein guter Vergleich ist, weil ich beides gerne mache. Den Winter mag ich auch. Ich hätte aber gerne einen richtigen Winter mit viel Schnee. Nicht ein bisschen und dann in der nächsten Woche ist er wieder weg. So ein Winter war das heuer, obwohl man sagen kann, dass es eigentlich gar keinen Winter gegeben hat.

 Donnerstag, 16. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute hat mir mein Kinderdorfpapa ein Rätsel gegeben. Ich musste in einem 3x3 Quadrat die Zahlen von 1-9 einfügen. Jede Zahl durfte aber nur einmal vorkommen. Und jede Zeile bzw. jede Diagonale musste, wenn man die Zahlen zusammenzählte, die Summe 15 ergeben. Ich wusste, dass in der Mitte die Ziffer 5 stehen musste.

Kurz darauf war ich fertig. Er staunte, gab mir dann ein schwierigeres. Das war dann ein 4x4 Quadrat mit den Zahlen 1-16. Und die Summe musste 34 ergeben. Ich habe geknobelt, bin aber nicht darauf gekommen. Wie er mir sagte, hat nicht einmal er die Lösung herausgefunden. Aber lustig war es trotzdem.

 Mittwoch, 15. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Ich habe ausprobiert, ob man im Trampolin Seilspringen kann. Ja, man kann es. Es ist schwieriger, als am Boden und auch das Springen ist nicht mehr so einfach, aber das kann man auch üben. Ich habe es im Trampolin geschafft, überkreuzt zu springen. Das habe ich am Boden noch nie geschafft. Es war aber richtig lustig. Vielleicht mache ich das jetzt öfters?

Meine Freundinnen und ich sind uns einig, wir wollen wieder in die Schule. Ich möchte wieder in die Schule, weil

  1. ich dann alle wiedersehen kann.
  2. die Lehrer*innen uns in der Schule die Themen besser erklären können.
  3. wenn man die Lehrer fragt, bekommt man sofort eine Antwort.

Ich glaube das sind die wichtigsten Punkte. Das ist meine Meinung, vielleicht haben andere, andere Gründe warum sie in die Schule wollen.

 Dienstag, 14. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich liebe es, wenn ich am Abend mit meiner Kinderdorfmama und meinem Kinderdorfpapa etwas spielen kann. Wären wir vier Leute, würden wir Brändi Dog spielen. Das ist eine Art Mensch-ärgere-dich-nicht, ist aber nur lustig zu viert. Wir spielen auch oft Rummy. In letzter Zeit spielen wir immer Carcassone. Das ist mega lustig. Heute habe ich leider zweimal gegen meinen Kinderdorfpapa verloren. Doch beim letzten Mal, habe ich dann gewonnen.

Heute habe ich außerdem auch noch alles für die Schule erledigt, dass ich noch nicht fertig hatte. Jetzt kann ich voller Energie wieder in die Lernwoche starten.

 Montag, 13. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute haben wir kurzfristig beschlossen, dass ich kochen darf. In den Letzten Wochen habe ich auch meistens einmal pro Woche gekocht. Das letzte mal habe ich Pommes mit Bernerwürstel gemacht. Diesmal gab es Schnitzel mit Pommes. Langsam habe ich raus wie man Pommes frittiert. Wir nehmen immer einen großen Topf und bedecken den Boden mit Öl. Dann geben wir die Pommes rein, aber nicht alle gleichzeitig, und schließen den Topf mit einem Deckel. Man muss den Topf immer wieder schütteln. Am Ende haben wir die Pommes mit einem Kochlöffel rausgefischt. Der Kochlöffel hatte aber kleine Löcher, und so konnte das Öl abrinnen.

 Sonntag, 12. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute ist Ostern. Bei uns hat es um 8 Uhr Frühstück gegeben. Danach habe ich geholfen meinen kleinen Bruder Marcel fertig zu machen. Als er aufgehübscht war, sind wir in den Garten um unsere Osternester und die Ostereier zu finden. Wir haben alle große Freude damit gehabt, was wir bekommen haben. Nun durften wir unsere Nester plündern. Wir haben dann relaxed und zu Mittag gebruncht.

Am Nachmittag sind wir in den Wald gegangen. Ich finde es richtig toll dort. Irgendjemand hat dort einen Parkour gemacht. Der war gewaltig groß. Die die ihn gemacht haben, haben Wege bebaut und Hindernisse aus Stecken und Tannenzapfen gemacht.

 Samstag, 11. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute habe ich dem Osterhasen geholfen und Eier gefärbt. Manche sind so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe, andere wiederum nicht. Aber ich glaube das gehört auch dazu. Von einer unserer Familienhelferinnen haben wir Ostereierfarben bekommen, dass hat uns gefreut.

 Freitag, 10. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich habe heute gebastelt. Und zwar habe ich aus Glühbirnen Osterhasen gemacht und aus weißen ausgeblasenen Eiern Hühner. Die Osterhasen hab ich ohne Vorlage gemacht. Einfach darauf los. Die Hühner mit Vorlage aus dem Internet. Es ist aber nicht 1:1 gleich geworden.

 Donnerstag, 09. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute ist Gründonnerstag. Ostern rückt immer näher. Ich hoffe das Wetter bleibt so schön und warm. Wir haben heute zu Mittag panierten Leberkäse, Püree und Spinat gehabt. Ich glaube wir haben am Gründonnerstag immer Spinat.

In der Früh haben wir einen Spaziergang gemacht. Unsere Familienhelferin und meine zwei Brüder. Marcel saß in seinem Dreirad und hat sich von mir oder Celina schieben lassen. Ich fand es aber doof, dass er noch nicht lenken konnte. Dadurch mussten wir uns nämlich vorbeugen und lenken und nach einiger Zeit tat es im Rücken weh. Doch dann hatte ich eine Idee. Ich band auf jeder Seite der Lenkstange eine Weste. Die hielt ich in den Händen und zog an der jeweiligen Seite, in die ich lenken wollte. Das hat sehr gut funktioniert.

Wir haben, wie ich schon geschrieben habe, ein neues Gemüsebeet bekommen. Da haben wir heute neue Pflanzen eingepflanzt. Es waren verschiedene Arten von Salat, aber auch Radieschen dabei. In unseren anderen Beeten haben wir Fisolen, Erdbeeren, Schnittlauch, Petersilie, Karotten und noch viele andere leckere Sachen. Ich hoffe wir haben dieses Jahr eine größere Ernte als im Letzen.

 Mittwoch, 08. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Heute habe ich eine Radtour mit meinem Kinderdorfpapa gemacht. Wir sind 15 km gefahren. Das war meine erste Radtour in diesem Jahr. Bevor wir los gefahren sind, habe ich noch mein Rad geputzt. Die Radtour war teilweise etwas anstrengend, aber ich habe es gut geschafft.
 

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Wir haben heute unsere Osterdekoration herausgeholt. Ich hatte die Idee, dass wir unsere Sträucher mit Ostereier schmücken können. Ich finde es sehr schön. Ich mag es, wenn ich zu einer bestimmten Zeit Sachen dekoriere. Ich mache auch gerne die Dekoration selber, aber manchmal wird es dann nicht so schön.

 Dienstag, 07. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Heute habe ich meinen Liegestuhl aus unserer Gartenhütte geholt. Ich stellte ihn neben meine Meerschweinchen. Die wollte ich heute glücklich machen und habe sie deshalb nach draußen gegeben. Dann habe ich mich gesonnt. Mein kleiner Bruder hat sich kurz zu mir gesetzt, aber das war ihm zu langweilig. Er hatte mehr Spaß daran, meine Meerschweinchen zu streicheln.
 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 Montag, 06. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Heute war der erste Tag unserer Ferien. Es hat sich nicht viel geändert, außer dass ich jetzt kaum lernen muss und viel mehr Freizeit habe.

Da heute wieder schönes Wetter war, habe ich im Garten geholfen. Wir haben einige Hochbeete. Beim Umgraben stellte meine Kinderdorfmama jedoch fest, dass überall in der Erde Engerlinge waren. An alle die nicht wissen was Engerlinge sind: Engerlinge sind die Larven der Maikäfer. Sie sind in der Erde und fressen die Wurzeln der Pflanzen. Hauptsächlich im Erdbeerbeet fanden wir viele davon. Zuerst dachten wir, wir schaufeln einfach nur einen Teil der Erde weg und füllen dann nach. Als dann ungefähr die Hälfte der Erde aus dem Beet war, entdeckte ich ziemlich viele ganz, ganz kleine Larven. Nun haben wir uns dazu entschlossen, die ganze Erde zu entfernen und das Beet mit neuer aufzufrischen. Die „verseuchte“ Erde haben wir zu unseren Büschen gegeben. Denen machen die Engerlinge nichts aus. Zum Glück. Ich hoffe wir haben dieses Jahr wieder ganz viele Erdbeeren.

 Sonntag, 05. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)


Heute ist der Palmsonntag. Wir haben einen Palmbuschen bekommen. Ein Freund meines Kinderdorfpapa hat einen für uns gemacht. Hier in Salzburg ist es üblich,  dafür sieben verschiedene Hölzer zu verarbeiten. Man braucht:

  • Palmkätzchen (Weiden)
  • Buchsbaum
  • Wacholder (Kranewitt)
  • Stechpalme (Schredler)
  • Eibe
  • Zeder
  • Thuje (Segensbaum, Sadebaum

Zusammengebunden wird er mit einem Weidezweig und auf einem Haselnussstock befestigt. Mit diesen „Zutaten“ könnt ihr nächstes Jahr selber einen binden.

Den Palmbuschen haben wir in unseren Garten gesteckt, dort soll er das ganze Jahr unser Haus beschützen. Leider konnten wir damit nicht in die Kirche gehen, um ihn segnen zu lassen.

 Freitag, 03. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Heute ist etwas Unglaubliches passiert. Ich war mit meinen zwei Brüdern und mit unserer Familienhelferin spazieren. Wir sind Richtung See gegangen. Ich bin mit meinen Rollschuhen gefahren. Auf einmal fliegt über uns ein riesiger Vogel. Er war richtig nah bei uns, und wir haben gestaunt. Ich habe ihn von unten gesehen. Er hat Klauen gehabt und einen spitzen gebogenen Schnabel. Unsere Familienhelferin glaubt, dass das vielleicht ein Falke war. Wir hofften, dass er einen Sturzflug machen würde, damit wir ihn ganz nahe sehen können. Er setzte dazu an, doch kurz über uns stoppte er plötzlich und flog wieder hoch. Wahrscheinlich hat er erkannt, dass wir keine Beute sind. Er flog nicht weg, sondern zog seine Kreise weiter oben. Er fand jedoch nichts und flog schließlich weg.

Ich werde dieses Jahr gefirmt. Wegen dem Virus, sind jetzt auch die Firmvorbereitungen abgesagt. Aber am Freitag gab es ein Angebot. Ein paar Leute haben einen Abendgottesdienst vorbereitet, der online war. So bin ich vorm Computer gesessen und habe einen Gottesdienst online erlebt. Es ist mal etwas ganz anderes. Wir sollten dann auch eine Kerze anzünden, damit wir „verbunden“ sind. Eigentlich war der Gottesdienst ganz spannend. Sie haben darüber gesprochen, wie die Zeit jetzt ist. Es wurden auch Lieder gesungen.

 Mittwoch, 1. April 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Das sind meine zwei Meerschweinchen. Sie sind beide Rosettenmeerschweinchen, weil ihre Fellstruktur hinten so Rosetten hat. Ich habe die beiden seit September 2019. Die linke heißt Rosa (abgeleitet von der Rasse Rosettenmeerschweinchen) und die rechte heißt Caramel, weil sie weiß und caramelbraun ist.

Heute habe ich einen Aprilstreich geplant. Ich wollte eine Wunde vortäuschen, indem ich mich beim Aufschneiden eines Apfels zur Jause "schneide". Jo und meine Kinderdorfmama haben aber bereits Gemüse aufgeschnitten, sodass ich diesen Plan verwerfen musste. Die "Rettung" war, dass meine Kinderdorfmama mich mit Marcel zum Meerschweinchen füttern geschickt hat. In meinem Zimmer habe ich mit Kunstblut einen Biss in den Finger vorgetäuscht.

Als ich dann runtergekommen bin, sollten wir uns die Hände waschen. Ich bin zu Helen ins Bad gegangen. Sie hat gerade Marcels Hände gewaschen. Da sagte ich: "Die Rosa hat mich gebissen." Als sie sich umdrehte und das Blut sah, meinte sie: "Sie hat dich tatsächlich richtig gebissen?" Weil Rosa schon ein paarmal versucht hat zu beißen.

Ich musste lachen, denn ich kann nicht lange ernst sein, wenn ich einen Scherz mache. Meine Kinderdorfmama sagte dann noch, ich solle es mir gut auswaschen, dann geben wir etwas drauf. Meine Antwort darauf war: "April! April!"

 

 Dienstag, 31. März 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

So bekomme ich meine Aufgaben. Die App heißt Web Untis. Es ist noch nicht alles eingetragen, aber die blauen I stehen für Information. Tippt man da drauf, bekommt man die Anweisungen von den Lehrern. Meistens steht auch dort, wir sollen in unseren E-Mails oder in Teams nachschauen. Teams ist auch eine App die von uns verwendet wird. Ich finde aber, dass die Lehrer die Aufgaben besser erklären können, wenn wir sie sehen, da man auch sofort fragen kann. Auch das mit den Fragemöglichkeiten ist nicht so gut, da die meisten Lehrer nicht sofort antworten, was ich auch verstehen kann. In der Schule bekommt man auf die Frage sofort eine Antwort.

 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

Mein Kinderdorfpapa bespricht mit mir jeden Tag am Abend, wie wir den nächsten Tag gestalten. Dafür brauchen wir ungefähr 15 Minuten. Ich erzähle ihm, was ich heute für die Schule gemacht habe. Dann beantwortet er mir auch noch meine Fragen. Am nächsten Tag hängt auf unserer Pinnwand in der Küche ein neuer Plan. Da kann ich auch nachschauen, wer da ist, oder was meine zwei Brüder zu einer bestimmten Uhrzeit machen.

Langsam nervt mich die ganze Corona Geschichte. Ich sitze den ganzen Tag zuhause, meistens lerne ich oder ich helfe meiner Kinderdorfmama z.B. mit aufdecken, auf meinen kleinen Bruder aufpassen… Natürlich habe ich auch Freizeit, die ich für mich nutzen kann. Aber ich wäre gerne wieder in der Schule. Nicht wegen den Lehrern, sondern wegen meinen Freunden. Ich würde sie echt gerne wieder sehen. Zumindest kann ich mich jetzt schon darauf einstellen, wie es ist, wenn wir nach der 4. nicht mehr gemeinsam in die Klasse gehen. Eigentlich kann ich nur mit meinen Freunden telefonieren oder schreiben.

 Montag, 30. März 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich spiele jeden Tag ungefähr eine halbe Stunde Klavier. Meistens übe ich die Aufgaben die mein Lehrer mir per What’sApp-Nachricht gibt, aber manchmal spiele ich auch andere Stücke. Mir macht es auch großen Spaß, einfach zu spielen und zu schauen, ob etwas Gutes rauskommt. Mit dieser Taktik habe ich schon zwei Melodien herausgefunden, die mir gefallen.

 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

Heute habe ich gekocht. Ich koche richtig gerne. Noch lieber backe ich Kuchen, Muffins etc. Ich habe Hühnchenspieße, Kartoffeln und Salat gemacht. Es hat allen gut geschmeckt, vor allem mein kleiner Bruder war davon begeistert. Meine Kinderdorfmama unterstützt mich immer beim Kochen. Sie beantwortet mir meine Fragen, oder erklärt mir das Rezept, wenn ich es nicht verstanden habe.

 Freitag, 27. März 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Das habe ich heute für Zeichnen gemacht. Wir sollten etwas machen mit einem Baum und einer Silhouette. Ich habe dafür ziemlich lange gebraucht, aber das Ergebnis lässt sich zeigen finde ich.

Wir bekommen von der Schule viele verschiedene Arbeitsaufträge. Mal sollen wir nur etwas lesen, dann etwas zeichnen, aber manchmal auch Fragen dazu beantworten. Ich finde das System dahinter echt gut, da es dann ziemlich abwechslungsreich ist.

 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

Heute war das Wetter schön, darum habe ich meine Hausaufgaben im Trampolin gemacht. Das war mal etwas ganz anderes. So gemütlich ist es in der Schule nicht. Ich habe es genossen, da ich an der frischen Luft war, und meine Brüder gerade spazieren waren. So hatte ich meine Ruhe und konnte die Aufgaben gut lösen.

 Donnerstag, 26. März 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Da mein Bruder und meine Kinderdorfmama mehr Zeit haben, bereiten sie jeden Tag liebevoll eine Jause zu. Natürlich wird variiert, und es gibt jeden Tag etwas Neues und anderes.

 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ausflug auf zwölf Rädern: Ich habe ein Ritual mit meinem Kinderdorfpapa. Wir machen jeden Tag für ungefähr eine halbe Stunde Sport. Er in seinem Rollstuhl und ich auf meinen Rollerschuhen. Da wir zum Glück in derselben Familie wohnen, müssen wir keine 2 Meter Abstand voneinander haben.

 

 

Manche Arbeiten, die wir von der Schule aus bekommen, sind eigentlich ganz lustig. Wie ihr auf diesem Bild sehen könnt, bekommen wir auch in Zeichnen Aufgaben. Wir mussten einen Baum in eine Silhouette zeichnen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, da ich ein Fan von Zeichnen bin.

 

 Mittwoch, 25. März 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich glaube, dass die Lehrer*innen denken, dass wir zu viel Zeit haben. Sie überhäufen uns mit Aufgaben die wir zu Hause machen müssen. In einer Schulstunde würden wir niemals so viel schaffen, wie wir zu Hause machen sollten. Zum Beispiel für diese Mathe Arbeit brauchte ich ungefähr zwei Stunden. Zum Glück geben uns die Lehrer*innen einen Spielraum von ungefähr drei Tagen bis wir es ihnen wieder abgeben müssen. Andere Lehrer*innen verlangen es jetzt noch nicht, sondern sammeln die Hefte, wenn wir wieder in der Schule sind, ein.

Da ich auch Pause brauche, habe ich jetzt ein neues Projekt. Wir haben an unserem Gartenzaun zehn Schmetterlinge aus Holz hängen. Da durch die Zeit die Farbe verblasst ist, hat mein Kinderdorfpapa sie abmontiert und abgeschliffen. Ich habe jetzt den Auftrag, den ich mit Freude mache, die Schmetterlinge neu anzumalen. Ich bin ein richtiger Fan von malen. Aber nur, wenn ich dabei kreativ sein kann und andere nicht daran herummeckern, sondern auch das schöne daran sehen. Am liebsten male ich auf Leinwänden.

 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

TIPP: An alle Kinder denen langweilig wird/ist: Ihr könntet anfangen mit Osterschmuck. Jeder von euch hat etwas Papier. Wenn ihr farbiges habt, könnt ihr einen Hasen zeichnen und ausschneiden. Mit anderen Farben die Details hinzufügen. Wenn ihr kein farbiges Papier habt, könnt ihr auf weißem Papier einen Hasen zeichnen und verschieden farbig anmalen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

 Freitag, 20. März 2020

Foto: Amy (SOS-Archiv)

 

Ich fühle mich, als wäre ich nirgends willkommen. Alle Spielplätze bzw. Sportgeräte sind abgesperrt. Ich weiß nicht wo ich mich richtig austoben kann. Wir haben noch einen ziemlich großen Garten, mit einem kleinen Spielplatz und einem Trampolin, aber was ist mit den Menschen, die keinen Garten oder nicht einmal einen Balkon haben? Die tun mir wirklich leid.

Mit meinen Freunden kann ich mich auch nicht treffen. Wir versuchen trotzdem den Kontakt nicht zu verlieren, und skypen bzw. telefonieren. Außerdem haben wir alle ein Handy auf dem sich WhatsApp befindet. Wir scheiben viel Miteinander, auch wenn es um die Aufgaben geht, die wir von der Schule aus bekommen.

 

Foto: Amy (SOS-Archiv)

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