Welttag – 9. November 2017

Kinder haben Rechte!

Am 20. November ist Tag der Kinderrechte. SOS-Kinderdorf setzt sich an 365 Tagen des Jahres für die Kinderrechte ein.

Kinder und Jugendliche haben besondere Rechte. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention niedergeschrieben – vom Recht auf Bildung über das Recht auf Schutz vor Gewalt bis hin zum Recht auf Gesundheit.

Die Kinderrechte anzuerkennen und zu leben ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Damit die Kinderrechte nicht nur am Papier bestehen, setzt sich SOS-Kinderdorf dafür ein, dass alle die Kinderrechte kennen und sich für ihre Einhaltung stark machen – innerhalb und außerhalb von SOS-Kinderdorf, von Kindern und Jugendlichen, über Eltern und PädagogInnen bis hin zu PolitikerInnen.

Wir informieren die Politik und die Öffentlichkeit auch, wenn die Kinderrechte gefährdet sind. Ob zum Schutz von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, zur Bekämpfung der Kinderarmut oder zum Schutz vor Gewalt – wir melden uns dort zu Wort, wo wir die Rechte von Kindern und Jugendlichen gefährdet oder verletzt sehen.  
Die Kinderrechte gelten für Menschen bis zum 18. Lebensjahr. Sie wurden 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegt. Österreich hat sich verpflichtet diese Kinderrechte umzusetzen – etwa durch Verabschiedung von Gesetzen, Bewusstseinsbildung, Schutz und Stärkung der Rechte junger Menschen, Prüfung von Kinderrechtstandards oder der Stärkung politischer Beteiligung junger Menschen.
 

Welche Kinderrechte gibt es?

Die UN-Kinderrechtskonvention beinhaltet umfangreiche Schutz-, Versorgungs- und Beteiligungsrechte. Einige dieser Kinderrechte möchten wir hier vorstellen. Eine Übersicht über alle Kinderrechte sowie weitere Informationen und Materialen finden Sie weiter unten!

 

#1 Gleiche Rechte für alle Kinder

Kein Kind darf auf Grund seines Geschlechts, seines Alters, seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seiner Sprache oder seiner Religion diskriminiert, benachteiligt oder ausgeschlossen werden. Alle Kinder sind gleich viel wert.
 

#2 Recht auf Beteiligung

Kinder und Jugendliche haben das Recht, bei allen Angelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt zu werden. Das gilt Zuhause genauso wie in der Schule oder in der Gemeinde und der Politik. Sie haben das Recht, ihre Meinung zu äußern und ihre Meinung muss angemessen und entsprechend ihrem Alter und Reife berücksichtigt werden.
 

#3 Recht auf Schutz vor Gewalt

Jede Form von körperlicher oder seelischer Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist verboten - auch das Erniedrigen, Bedrohen oder Einschüchtern ist eine Form von Misshandlung. Wenn ein Kind oder ein/e Jugendliche/r Opfer von Gewalt geworden ist, hat er oder sie Anspruch auf Unterstützung und Entschädigung.
 

#4 Recht auf Privatsphäre

Kinder und Jugendliche haben das Recht auf ein Privatleben. Es gibt Dinge, die niemanden anderen etwas angehen (zum Beispiel Tagebücher oder private Nachrichten am Handy). Jedoch hat auch hier das Kindeswohl Vorrang: Kinder und Jugendliche müssen vor schädigenden Einflüssen geschützt werden. Das Recht auf Privatsphäre muss sowohl von Erwachsenen als auch von Gleichaltrigen respektiert werden.
 

#5 Recht auf Information

Kinder und Jugendliche haben das Recht sich geeignete Informationen durch Fernseh- und Radioprogramme, Zeitungen, das Internet oder Bücher zu beschaffen, weiterzugeben und ihre eigene Meinung zu äußern, solange nicht die Rechte Dritter verletzt werden. Erwachsene haben die Pflicht, Kinder und Jugendliche vor schädigenden Informationen zu schützen und sie über die Gefahren des Internets aufzuklären.
 

#6 Rechte von Flüchtlingskindern

Minderjährige Flüchtlinge haben das Recht auf Versorgung mit Wohnraum, Essen und Kleidung, auf Bildung, auf gesundheitliche, sozialpädagogische und therapeutische Angebote. Beim Asylverfahren sind ihnen gesetzliche VertreterInnen, denen sie vertrauen, und gegebenenfalls DolmetscherInnen beizustellen. Wenn sie das wollen, sind sie bei der Suche nach ihren Familienangehörigen zu unterstützen.
 

#7 Recht auf Spiel & Freizeit

Jedes Kind und jede/r Jugendliche hat ein Recht auf Freizeit, Spiel und eine altersgerechte aktive Erholung, wie zum Beispiel Sport und die Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben. Es müssen Orte und Räume für altersgerechte Spiel- und Erholungsmöglichkeiten geschaffen werden. Zum Beispiel durch die Bereitstellung von Spielplätzen.
 


Fragen und Antworten zu Kinderrechten

Kinderrechte sind eine besondere Gruppe von Menschenrechten, die für alle jungen Menschen unter 18 Jahre gelten. Niedergeschrieben sind die Kinderrechte in der UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde.

Die Vertragsstaaten, darunter auch Österreich, haben sich verpflichtet, die Kinderrechte national umzusetzen – etwa durch Verabschiedung von Gesetzen, Bewusstseinsbildung, Schaffen von Strukturen und Institutionen zum Schutz und zur Stärkung der Rechte junger Menschen, Prüfung der Einhaltung von Kinderrechtstandards oder der Stärkung politischer Beteiligung junger Menschen.

Die UN-Kinderrechtskonvention beinhaltet umfangreiche Schutz-, Versorgungs- und Beteiligungsrechte – vom Recht auf Bildung über das Recht auf Schutz vor Gewalt bis hin zum Recht auf Gesundheit. Die vier Grundprinzipien der Konvention sind: der Vorrang des Kindeswohls, das Recht auf Gleichbehandlung (Verbot der Diskriminierung), das Recht auf Förderung und Entwicklung und das Recht auf Mitsprache und Beteiligung. Den Text der UN-Kinderrechtskonvention finden Sie hier.

Die Kinderrechte gelten für alle Personen unter 18 Jahren. Das heißt, immer wenn die UN-Kinderrechtskonvention von einem „Kind“ spricht, sind alle Minderjährigen gemeint, während umgangssprachlich und im nationalen Recht oft Kinder, Jugendliche, unmündige und mündige Minderjährige unterschieden werden. Die Kinderrechte gelten aber für alle unter 18 Jahren.

Die UN-Kinderrechtskonvention berücksichtigt bei der Ausgestaltung der Kinderrechte allerdings das individuelle Alter und die Reife eines Kindes. Zum Beispiel steht in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention: „Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ Auch das nationale österreichische Recht knüpft oft an die individuelle Reife oder an bestimmte Altersschwellen an: So braucht es für medizinische Heilbehandlungen die Zustimmung des einsichts- und urteilsfähigen Kindes oder müssen Kinder ab fünf Jahren in Obsorgeverfahren angehört werden. 16-Jährige dürfen zudem schon politische VertreterInnen wählen. All das sind Ausgestaltungen des Kinderrechts auf Beteiligung, das für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren gilt – aber eben unter Berücksichtigung ihres Alters und ihrer Reife.

Österreich hat die Kinderrechtskonvention 1992 ratifiziert und sich damit verpflichtet, die Kinderrechte auch national umzusetzen. An welchen Stellen es hier noch hakt wird im ergänzenden Bericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention aufgezeigt.

Kinderrechte und Beteiligung anzuerkennen und zu leben ist unser Auftrag. Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche bei Fragen, die ihren Lebensalltag betreffen, mitreden und mitbestimmen können. Beteiligung ist ein Kinderrecht und als eine der vier pädagogischen Säulen von SOS-Kinderdorf ein zentraler Grundwert unserer Arbeit. Die Themen der Kinder und Jugendlichen bringt die Advocacy-Abteilung auch in den gesellschaftspolitischen Diskurs ein: Wir informieren die Politik und die Öffentlichkeit, wenn die Kinderrechte gefährdet sind – in Positionspapieren, Gesetzesbegutachtungen, Gesprächen mit Politikern, Vorträgen, Presseaussendungen, auf Sozialen Medien und in öffentlichen Kampagnen.

Als Abteilung Advocacy Kinder- und Jugendrechte bieten wir in den Angeboten von SOS-Kinderdorf auch Workshops für unterschiedliche Altersgruppen zu Kinderrechten sowie Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Alltag an. Unser Broschüren-Angebot finden Sie hier.

Bei SOS-Kinderdorf gibt es auch eigens ernannte Beteiligungsbeauftragte. Das sind erwachsene Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche, aber auch für MitarbeiterInnen, die darauf achten, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und alle Kinder und Jugendlichen bei SOS‐Kinderdorf zum Thema informiert sind und wissen, wie Beteiligung im Alltag funktionieren soll. An immer mehr Standorten von SOS‐Kinderdorf gibt es zudem Kinder‐ und JugendsprecherInnen, die die Meinungen der Kinder und Jugendlichen vertreten und an die Erwachsenen herantragen.


 

Weitere Informationen

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