Peru

41 % der Kinder Perus sind von Armut betroffen. Die SOS-Kinderdörfer Cajamarca, Arequipa und Huancayo bieten echte Hoffnung und die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft.


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Überschwemmungen in Peru

Durch die Überschwemmungen sind auch Schäden an SOS-Kinderdörfern entstanden, aber alle Kinder und Mitarbeiter sind in Sicherheit. Die Nothilfemaßnahmen für Familien der Nachbarschaft laufen an.

In vielen Teilen von Peru herrscht aktueller Notstand. Sintflutartige Regenfälle haben Erdrutsche, Schlammlawinen und Überschwemmungen ausgelöst. Nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes sind bislang 75 Todesopfer zu beklagen und über 150.000 Haushalte schwer von den Folgen getroffen. Es sei die schwerste Unwetterkatastrophe seit den 1990er Jahren.

SOS-Kinderdörfer: Teils große Sachschäden, aber alle Kinder und Familien sicher und wohlauf

Fiorella Ponte, Mitarbeiterin von SOS-Kinderdorf in Peru, berichtet, dass die SOS-Kinderdörfer Esperanza und Río Hondo nahe der Hauptstadt Lima am meisten betroffen sind: Dächer der Familienhäuser wurden schwer beschädigt und Wohnungen überflutet, Wände sind teils einsturzgefährdet.

Im SOS-Kinderdorf in Arequipa, der zweitgrößten Stadt des Landes, sei die Wasserversorgung kollabiert, der Schulunterricht für die Kinder fällt aus. Und in Lambayeque im Norden des Landes wurden Menschen, die von SOS-Kinderdorf unterstützt werden, von den Fluten eingeschlossen, einige warten immer noch auf Hilfe.
 

Familien versuchen noch verzweifelt nach brauchbaren Sachen, welche die Fluten nicht fortgerissen haben.

 

Nothilfe für Hunderte Familien in der Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer

Im Rahmen ihrer Familienstärkungsprogramme unterstützen die SOS-Kinderdörfer bereits über 4.000 arme, hilfsbedürftige Familien. Viele von ihnen seien nun besonders hart betroffen, betont Ponte: „Die Menschen haben teilweise alles verloren, ihre Häuser, ihr Hab und Gut, sie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.“ Hier ist rasche Hilfe dringend nötig.

In einem ersten Schritt bereitet SOS-Kinderdorf gerade die Verteilung von Hilfsgütern für mehr als 500 Familien vor: sauberes Trinkwasser und Lebensmittelpakete, Zelte, Matratzen, Decken, Erste Hilfe Pakete und Hygieneartikel sowie Windeln und Pflege-/Gesundheitsartikel für Babies stehen dabei ganz oben auf der Dringlichkeitsliste.

SOS-Kinderdorf in Peru

SOS-Kinderdorf ist seit über vier Jahrzehnten in Peru tätig. Seit der Eröffnung des ersten SOS-Kinderdorfs 1975 wurden die Aktivitäten im Land kontinuierlich ausgebaut. Heute gibt es in Peru 12 SOS-Kinderdörfer und viele Zusatzprogramme, wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Sozial- und medizinische Zentren sowie Familienstärkungsprogramme.

Peru ist eines der Schwerpunktländer der Auslandsarbeit von SOS-Kinderdorf Österreich. So wurde 2014 ein neues SOS-Kinderdorf in Cajamarca im Nordwesten des Landes mit finanziellen Mitteln aus Österreich erbaut und eröffnet. Dieses und weitere Projekte werden langfristig über Spenden aus Österreich finanziert.

Unser Hauptfokus liegt auf dem SOS-Kinderdorf Cajamarca. Aber auch in den peruanischen SOS-Kinderdörfern Arequipa und Huancayo ist SOS-Kinderdorf Österreich verstärkt tätig.
 
 

Erfahren Sie hier mehr über die von SOS-Kinderdorf geförderten Dörfer:

Das SOS-Kinderdorf am Stadtrand

Etwas nördlich der Stadt Cajamarca wurden insgesamt acht Parzellen mit einer Gesamtfläche von 2.500 m² gekauft. Sie liegen in Santa Barbara im District Banos del Inca. Anlässlich der Grundsteinlegung im April 2011 besuchte Präsident Helmut Kutin das Grundstück und es wurden noch weitere drei Parzellen dazugekauft. Insgesamt umfasst das SOS-Kinderdorf 3.400 m².

Ein Zuhause für 56 Kinder

Das Dorf besteht aus 8 Familienhäusern, die rund 56 Kindern ein neues und liebevolles Zuhause schenken können. Derzeit leben 5 Familien mit 26 Kindern in Cajamarca.

Das SOS-Kinderdorf in Cajamara dient aber vor allem als Ausgangspunkt für das Familienstärkung-Programm. Hier können bis zu 190 Familien individuell betreut werden und von den verschiedenen Familienstärkungsinstrumenten profitieren. Damit wirkt die Arbeit von SOS-Kinderdorf nicht nur direkt im Dorf, sondern auch weit in die Nachbarschaft hinein und noch darüber hinaus.
 
 

 

Im SOS-Kinderdorf Arequipa finden derzeit 11 Familien mit 57 Kindern ein Zuhause. Auf dem Grundstück befinden sich außerdem das Haus des Dorfleiters, ein Haus für die SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Gemeindezentrum mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern, ein Verwaltungsgebäude, kleine Schneiderei- und Tischlerei-Werkstätten und ein Raum zur medizinischen Betreuung.
 


Die Kinder des SOS-Kinderdorfes besuchen die öffentlichen Schulen in unmittelbarer Umgebung, wodurch guter Kontakt zur Nachbarschaft gewährleistet ist.

Das SOS-Sozialzentrum Arequipa wird als Kindertagesstätte und Gesundheitszentrum geführt und unterstützt 251 Famlien. Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden im Stadtgebiet von Arequipa zusätzlich zwei SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen, in denen bis zu 35 in Ausbildung stehende Jugendliche untergebracht sind.

Das SOS-Kinderdorf Huancayo wurde 2001 offiziell eröffnet und bietet Platz für 11 Familien, in denen bis zu 56 Kinder ein neues, liebevolles Zuhause finden.

Das Haus des Dorfleiters, ein Haus für SOS-Tanten, ein Gemeinschaftshaus mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern sowie einem Verwaltungsbereich ergänzen die Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes. Die Kinder des SOS-Kinderdorfes besuchen die nahe gelegene Grund- und Sekundarschule.

Zwei SOS-Jugendeinrichtungen für Mädchen und Burschen wurden Anfang 2006 eingerichtet und bieten Platz für bis zu 36 Burschen und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf in Ausbildung. Hier leben die Jugendlichen in betreuten Jugendwohngemeinschaften und werden Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet.
 

Ein SOS-Sozialzentrum, das der Bevölkerung aus der Umgebung offen steht, ergänzt das Angebot des SOS-Kinderdorfes. Hier wird Familienstärkung betrieben, um Eltern zu unterstützen und dadurch Kindern ein Aufwachsen in ihrer leiblichen Familie zu ermöglichen.



 

Alle Kinderdörfer in Peru finden Sie in unserer Rubrik "Wo wir helfen"

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Wozu braucht es SOS-Kinderdorf Peru?

Bittere Armut, Not oder Krankheit zwingen Eltern in Cajamarca zu einem täglichen Kampf ums Überleben.

 
Sie kämpfen für einen Job als Tagelöhner, der ihren Kindern wenigstens eine warme Mahlzeit ermöglicht, für ein Stück Wellblech, um das Dach abzudichten, sie kämpfen für alles und doch oft vergebens. Sie lieben ihre Kinder aus ganzem Herzen, sie wünschen ihnen nichts sehnlicher als ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen, eine Schulausbildung und ein schöneres Leben jenseits der Armut.
 

Eltern stärken

Und hier setzt SOS-Kinderdorf mit seiner Familienstärkung an. Eltern können eine Berufsausbildung nachholen und bekommen so bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Mütter wissen ihre Kinder in der Kinderbetreuung in guten Händen und können in Ruhe am Vormittag ihr Gemüse auf dem Markt verkaufen. Die Kinder besuchen die Schule und sind mit einer fundierten Schulausbildung für die Zukunft gerüstet.

 

 
 

Liebevolle Kindheit durch gestärkte Familien

In ganz vielen Fällen ist es besser, die eigene Familie zu unterstützen und zu stärken, als die Kinder in einer neuen Familie unterzubringen. Diese Art der Hilfe ist überaus erfolgreich und dauerhaft.

Mit unserem Familienstärkungs-Programm erreichen wir derzeit rund 700 Familien in Peru. Ziel dieser Art von Programm ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Familie getrennt zu werden, den Verbleib zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien, den jeweiligen Gemeinden, lokalen Ämtern sowie anderen Organisationen mit ähnlichen Zielen und Prioritäten zusammen und stärkt sie so in ihren Fähigkeiten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen.

Eltern können dadurch etwa eine Berufsausbildung nachholen oder ihre Kinder in der Schule fachgerecht betreuen lassen während sie arbeiten. Diese Form von Unterstützung reißt die Kinder nicht aus ihren Familien, wirkt nachhaltiger und erreicht mehr Menschen mit vergleichsweise geringen Mitteln.
 

Peru ist nach langen Jahren militärischer Herrschaft und interner Guerillakämpfe mittlerweile zu einer der stabilsten Demokratien in Lateinamerika geworden. Dennoch ist Peru von anhaltenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten gekennzeichnet.

Von Geburt an vorbelastet

Rassenzugehörigkeit, Hautfarbe und sozialer Hintergrund haben häufig prägende Auswirkungen auf die Zukunft eines Kindes. Nach wie vor leben viele PeruanerInnen aus unterprivilegierten Familien in erdrückender Armut. 15 Prozent der PeruanerInnen können ihren täglichen Mindestbedarf an Nahrung nicht abdecken und gelten daher als unterernährt.

Kinderarbeit verhindert Aufstiegschancen

Zirka 40 Prozent der Bewohner Perus sind jünger als 18 Jahre, Kinder und Jugendliche stellen somit das größte Bevölkerungssegment dar. Viele Kinder und Jugendliche wachsen ohne elterliche Fürsorge auf. AIDS und häusliche Gewalt sind mit unter Ursachen dafür, dass viele Kinder kein Zuhause haben und auf der Straße leben müssen Die Quote der Kinderarbeit ist mit ca. 19 Prozent immer noch sehr hoch. Vor allem in städtischen Ballungsräumen versuchen Kinder mit Tätigkeiten wie Schuhputzen zu überleben. Die Folge davon ist oftmals mangelnde oder gänzliche fehlende schulische Ausbildung, was wiederum dazu beiträgt, dass ein Ausbrechen aus der Armut nicht gelingt.

SOS-Kinderdorf unterstützt die Ausbildung

An zwölf Standorten betreut SOS-Kinderdorf Kindertagesstätten, Schulen, Berufsbildungszentren und medizinischen Zentren. Die Organisation führt ebenfalls ein Familienstärkungsprogramm durch, um vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern die Möglichkeit zu geben, in einer liebevollen familiären Umgebung, aber nicht gänzlich ohne die eigene Familie aufzuwachsen.

 
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