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Wenn das Reden schwer fällt

… können Bücher helfen – mit altersgerechten Infos in Wort und Bild. Vom Vorlesebuch für die Kleinsten über den Abreißkalender bis zum Druckwerk für Pubertierende: SALTO gibt Buch-Tipps zum Thema Aufklärung.

Aufklärung für die Jüngsten

Wieso? Weshalb? Warum?: Woher die kleinen Kinder kommen

Ravensburger Buchverlag
16 Seiten, EUR 15,40

 

„Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht fragt bleibt dumm“– diese Kinderliedzeilen können als Leitsatz für die Lehr- und Lernbuch-Endlosserie des Ravensburger Verlages betrachtet werden. Unter dem Label „Wieso? Weshalb? Warum?“ wird praktisch alles erklärt: Wie Autos funktionieren,worauf im Straßenverkehr geachtet werden muss, was Cowboys so machen. Da darf natürlich die spannende Frage „Woher die kleinen Kinder kommen“ nicht fehlen. Das Bilder-Sachbuch richtet sich an Kinder ab dem vierten Lebensjahr. Wie in allen anderen Büchern gibt es auch hier jede Menge Aufklappbilder. Was es heißt,„miteinander zu schlafen“, wird auf einer Seite gleich zu Beginn erklärt, danach dreht sich praktisch alles um die Kindswerdung. Warum boxt ein Baby im Bauch? Und wie entstehen Zwillinge? Am Schluss wird noch gezeigt, wie das Ganze bei Tieren funktioniert. Wir sind ja schließlich nicht alleine auf der Welt.

 

Aufklärung für die Jüngsten

Klär mich auf Katharina v. d. Gathen, Anke Kuhl (Illustration)

Klett Kinderbuch Verlag
208 Seiten, EUR 15,50

 

Als Erstes sticht die Form hervor:„Klär mich auf“ ist kein klassisches Buch, es sieht mehr wie ein Kalender aus. Nicht nur das macht die Arbeit von Katharina von der Gathen und der Illustratorin Anke Kuhl besonders. Die Stärke von „Klär mich auf“: Die Autorin hat 101 Fragen von Kindern gesammelt und beantwortet sie altersentsprechend. Auf der Vorderseite befindet sich die Frage in Originalschrift („Wie lange wird ein Penis?“,„Kann man auch nicht in die Pubertät kommen?“ oder „Wie oft macht man Sex?) und eine lustige, offenherzige Illustration dazu. Auf der Rückseite dann die Antwort. Mit „Klär mich weiter auf“ gibt es übrigens schon demnächst den zweiten Band. Ihren Anspruch hat Sexualpädagogin von der Gathen einmal so formuliert: „Ich versuche immer, die Worte der Kinder zu verwenden. Natürlich ist es einfacher, medizinischeBegriffe einzusetzen, aber das genügt nicht.“ Sie trifft den Ton perfekt.

 

Heikles behutsam beschrieben

Mein erstes Aufklärungsbuch

Loewe Verlag
128 Seiten, EUR 10,30

 

Für jedes Alter das passende Aufklärungsbuch bietet der Loewe-Verlag an. „Ganz schön aufgeklärt!“ richtet sich an Elfjährige, altersgemäß abgestuft gibt es auch entsprechende Titel für Neun- und Siebenjährige. Auch für Jüngere – ab dem fünften Lebensjahr – gibt es einen Band: „Mein erstes Aufklärungsbuch“. Auch hier gilt: Die Texte sind einfach gehalten, die Stimmung offen. Dabei wird Heikles nicht ausgespart, aber behutsam geschrieben. Hier geht es um Berührungen beziehungsweise auch um das Nein-Sagen – also um Selbstbestimmung und das eigene Körpergefühl. Ein Thema darf nicht fehlen: Wie das mit dem Kinderkriegen so funktioniert. Liebe und Sexualität müssen natürlich Platz haben. Hier findet die (ganz) junge (Mit-) Leserschaft altersgemäße Antworten auf vielleicht schon brennende Fragen.

 

Was ist ein Vollbüschlurwald?

Gucken verboten!

Ilona Einwohlt, Katharina Vöhringer Sauerländer Verlag
120 Seiten, EUR 15,50

 

Hier wird nicht herumgeeiert: „Gucken verboten!“ von Ilona Einwohlt und Katharina Vöhringer spricht Klartext. „Es geht nicht nur darum, wie alles so funktioniert, es geht auch darum, wie man sich fühlt“, sagt Franziska Schweizer von der Kinderbuchhandlung Pippilotta in Wien. Das Buch richtet sich an ältere Kinder, empfohlen wird es für Mädchen wie Buben ab dem elften Lebensjahr. In einer Art Tagebuch arbeiten Pia und Paul alle möglichen Aufklärungs- und Pubertätsthemen ab. Ein Beispiel: „Preisfrage: Hey, wieso gibt es eigentlich für Pimmel 1000 Wörter und für die Vulva kaum eins, was toll klingt??? Und jetzt sag bloß nicht Schnecke, da krieg ich die Krise!“ Von Kondom bis Tampon, Porno bis „Vollbüschlurwald“ – nichts wird hier ausgespart. Und das ist gut so!

 

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