"Hass-Postings haben mir Angst gemacht"

Wenn Kinder und Jugendliche ohne ihre Eltern flüchten, ist ein Smartphone oft die einzige Verbindung zur Familie.

Hassan Ali ist mit 16 aus Pakistan geflüchtet. Im SALTO-Interview erzählt der heute 21-Jährige, wie es ihm mit Facebook & Co. während und nach seiner Flucht ergangen ist.

 
Hassan Ali ist mit 16 aus Pakistan geflüchtet.

Wie wichtig war es für Sie, ein Smartphone zu haben, als Sie auf dem Weg nach Europa waren?
Es war wichtig, telefonisch erreichbar zu sein. Auf dem Weg vom Iran in die Türkei und dann nach Griechenland wurde ich von meinem Vater getrennt. Ich musste mehrere Monate in Griechenland warten, weil mein Geld nicht für die Weiterreise reichte. Dann endlich konnte ich wieder mit ihm telefonieren. Inzwischen war er zurück im Iran und konnte mir Geld für die Weiterreise schicken.

Nutzen Sie Facebook oder Twitter?
Ich habe erst angefangen, die sozialen Medien zu verwenden, als ich die deutsche Sprache gelernt hatte.

Was genau verwenden Sie und wofür?
Ich hatte einen Facebook- Account. Anfangs fand ich es toll, weil ich viele Informationen über Österreich und die Menschen hier bekam und viel dazulernen konnte. Natürlich habe ich auch einige Freunde aus der Heimat auf diesem Weg wiedergefunden.

Haben Sie Ihr Profil wieder gelöscht? Ja, das habe ich. Die vielen Hass-Postings haben mir Angst gemacht. Und ich habe mich davor gefürchtet, dass sich meine Meinung über die Menschen hier verändert. Ich habe hier überwiegend liebe und sehr nette Menschen kennengelernt. Ich glaube noch immer, dass die meisten Österreicherinnen und Österreicher gute Menschen sind. Das soll so bleiben.

Das Gespräch führte Martina Molih.

 

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