SOS-Kinderd├Ârfer in Griechenland

SOS-Kinderdorf ist seit 1975 in Griechenland t├Ątig. Infolge der Finanzkrise, die Ende der 2000er Jahre begonnen hatte, haben wir unsere Arbeit im Land intensiviert. Unsere sieben Familienst├Ąrkungsprogramme, die beiden Jugendprogramme und die vier Kinderd├Ârfer, die familiennahe Betreuung leisten, unterst├╝tzen derzeit ├╝ber 4.200 Menschen, darunter ├╝ber 2.200 Kinder und junge Erwachsene. Seit 2015 leisten wir Nothilfe f├╝r in Griechenland eintreffende Fl├╝chtlingsfamilien und ÔÇôkinder.

Die weltweite Wirtschaftskrise von 2008-2009 hat zu drastischen K├╝rzungen der ├Âffentlichen Ausgaben gef├╝hrt

Die j├╝ngsten wirtschaftlichen und politischen Ver├Ąnderungen hatten verheerende Folgen f├╝r die Mehrheit der griechischen Familien. Aufgrund von Steuererh├Âhungen, der steigenden Arbeitslosigkeit und der K├╝rzungen der Sozialleistungen hat die Armutsbelastung zu einer Zunahme an Scheidungen, Depressionen und Selbstmorden gef├╝hrt.

Die offizielle griechische Arbeitslosenrate liegt bei knapp 27 Prozent. Viele Menschen haben seit Jahren kein festes Einkommen. Zu Beginn der Krise konnten sie noch Sozialleistungen beantragen, aber ihre Lage wird immer verzweifelter, da es keine Zusch├╝sse mehr gibt und ihre Ersparnisse aufgebraucht sind.

Knapp ein Drittel aller Griechen hat keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Das Gesundheitswesen wurde schwer von den K├╝rzungen der Staatsausgaben getroffen. Das ├Âffentliche Gesundheitssystem ist praktisch zusammengebrochen, und Nichtregierungs-Organisationen versuchen, h├Ąufig mit freiwilligen Helfern und gespendeten Medikamenten, die Not aufzufangen. Zahlreiche Familien sind nicht in der Lage, sich eine medizinische Grundversorgung oder Vorsorgema├čnahmen wie Impfungen f├╝r ihre Kinder zu leisten.

Zwei von f├╝nf griechischen Kindern leben in Armut


Unterst├╝tzung f├╝r vor kurzem in Griechenland eingetroffene Fl├╝chtlingskinder  (Foto: SOS-Archiv)

In Griechenland leben ungef├Ąhr 1,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Die Lage der Kinder hat sich verschlechtert - seit 2008 hat sich die Kinderarmutsrate mehr als verdoppelt, und mittlerweile leben ├╝ber 40 Prozent aller Kinder in Armut.

Die derzeitigen Lebensbedingungen und die allgemeine Ungewissheit ├╝ber die Zukunft haben zu vermehrten Spannungen in den Familien gef├╝hrt. Obwohl sich die Gro├čfamilien lange gegenseitig helfen konnten, sind nach Jahren der Entbehrungen ihre Ressourcen ersch├Âpft. Sie k├Ânnen die materiellen und emotionalen Bed├╝rfnisse ihrer Kinder nicht l├Ąnger erf├╝llen. Verwahrlosung, Missbrauch und Gewalt gegen Kinder sind h├Ąufig die Folge von jahrelanger Not. Familien brauchen mehr Unterst├╝tzung, um diese Vorf├Ąlle zu vermeiden.

Immer mehr Familien bitten SOS-Kinderdorf um Hilfe. 2012 waren dies noch ├╝berwiegend Familien mit niedrigen Einkommen, aber in den letzten drei Jahren haben auch Familien mit mittleren Einkommen vermehrt um Unterst├╝tzung gebeten.

SOS-Kinderdorf in Griechenland

Familienst├Ąrkungsprogramme: Diese arbeiten direkt mit Familien zusammen, darunter vielen alleinerziehenden Eltern, die ganz alleine f├╝r ihre Kinder sorgen m├╝ssen. Unsere Unterst├╝tzung umfasst eine soziale und emotionale Unterst├╝tzung von Kindern und Eltern. Dar├╝ber hinaus leisten wir materielle Hilfen in Form von Nahrung und Bekleidung. Wir organisieren Freizeitaktivit├Ąten, damit sich die Kinder entspannen und von der angespannten Situation daheim erholen k├Ânnen.

Betreuung von Kleinkindern und ihren Familien. In Maroussi (bei Athen) leiten wir ein Pionierprojekt zur Betreuung und zum Schutz von S├Ąuglingen und Kleinkindern unter f├╝nf Jahren. Das SOS-Kinderheim Eliza betreut kurzfristig (bis zu 18 Monate lang) bis zu 20 Kleinkinder, unter f├╝nf Jahren w├Ąhrend ihre Eltern psychologische und soziale Unterst├╝tzung erhalten.

Familiennahe Betreuung an vier Standorten: Wenn trotz aller Unterst├╝tzung Kinder nicht bei ihren leiblichen Familien leben k├Ânnen, finden sie in den SOS-Kinderd├Ârfern in Thrakien (Alexandroupolis), Kreta, Plagiari (Thessaloniki) und Vari ein neues Zuhause.

Unterst├╝tzung junger Erwachsener; Mehr als die H├Ąlfte aller jungen Erwachsenen hat keinen Job. Wir legen gro├čen Wert darauf, dass junge Erwachsene die richtige Art der Bildung und Ausbildung erhalten, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen k├Ânnen.

Unterst├╝tzung f├╝r Fl├╝chtlinge:

Betreuung f├╝r Kinder: In unseren „SOS-Nothilfe-Kitas“ in Athen (im Fl├╝chtlingslager Eleonas) und auf der Insel Lesbos (Moria und Apanemo) bieten wir psychologische Unterst├╝tzung f├╝r rund 440 Kinder, die an Aktivit├Ąten wie Musik und Sport teilnehmen k├Ânnen. Dar├╝ber hinaus bieten wir Schutz f├╝r unbegleitete Minderj├Ąhrige in Thessaloniki und Serres und versuchen ihre Familien zu finden und sie wieder mit ihren Verwandten zusammenzuf├╝hren.

Psychologische und schulische Unterst├╝tzung in Fl├╝chtlingslagern: In Eleonas und Diavata k├Ânnen sich Erwachsene beraten lassen. Wir organisieren auch regelm├Ą├čige gesellschaftliche Aktivit├Ąten.

Au├čerdem bieten wir Unterricht f├╝r Kinder, von denen viele seit Monaten oder sogar Jahren keine Schule mehr besuchen konnten.
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