SOS-Kinderdörfer in Griechenland
Griechenland liegt im Südosten Europas und besteht aus dem Festland und etwa 1.200 Inseln. Rund zehn Millionen Menschen leben in diesem Land, das als Geburtsstätte der westlichen Zivilisation gilt. Athen ist die größte Stadt und Hauptstadt, gefolgt von Thessaloniki und Patras. Das EU-Land strebt ein nachhaltiges wirtschaftliches und gesellschaftliches Wachstum an, in den letzten Jahren wurde es jedoch von mehreren Krisen erschüttert. Darüber hinaus stellt die Flüchtlingssituation Griechenland seit mehreren Jahren vor große humanitäre Herausforderungen.
Seit 1975 unterstützt SOS-Kinderdorf in Griechenland Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen, oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Flüchtlinge
Für viele Flüchtlinge, die aus Asien und dem Nahen Osten kommen, ist Griechenland das erste Land, das sie in Europa betreten. Hier befinden sich schätzungsweise 121.100 Flüchtlinge, davon 44.500 Kinder. Insgesamt sind 4.000 Kinder unbegleitet. Es fehlt ihnen nicht nur an Grundlegendem wie Unterkunft und Nahrung, sondern sie sind auch anfälliger für geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel. Obwohl die griechische Regierung Anstrengungen unternommen hat, um Flüchtlingskinder in das Schulsystem einzubeziehen, haben 60% im schulpflichtigen Alter immer noch keinen Zugang.
Ausbeutung von Kindern
Der Kinderhandel ist in Griechenland ein großes Problem. Das Land ist sowohl Endziel als auch Transitland für den Kinderhandel aus Osteuropa und den ehemaligen Sowjetländern. Das könnte auf die geografische Lage zurückzuführen sein als Eintrittspunkt in die Europäische Union. Oder es könnte an den unwirksamen Präventions- und Strafverfolgungsmaßnahmen des griechischen Justizsystems liegen. Kriminelle Organisationen verschleppen jährlich schätzungsweise 40.000 Opfer für Zwangsarbeit und Sexhandel.
Armut
Griechenland hat in den letzten Jahren mehrere Krisen durchgemacht, die viele Familien an den Rand der Armut gebracht haben. Tatsächlich sind 30% der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Unter den jungen Menschen sind 568.000 Kinder betroffen. Das hohe Maß an Armut könnte mit der herrschenden Arbeitslosigkeit zusammenhängen. Das Land hat mit rund 13% eine der höchsten Arbeitslosenquoten in der Europäischen Union. Bei den 15- bis 29-Jährigen liegt sie sogar bei 29,8%. Armut und Arbeitslosigkeit bedingen sich gegenseitig, ein Kreislauf, aus dem es schwer ist, herauszukommen.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Griechenland verändern