SOS-Kinderdorf in Taiwan, China



 

Zurzeit gibt es in Taiwan, China ein SOS-Kinderdorf.

SOS-Kinderdorf ist seit den frĂŒhen 70er Jahren auf Initiative des PrĂ€sidenten der lokalen Kinderhilfsorganisation "Child welfare league of Taiwan, China" in Taiwan tĂ€tig. In den letzten Jahrzehnten war die Bevölkerung des Landes aufgrund des schnellen Wirtschaftswachstums und politischer Wandlungsprozesse vielen sozialen VerĂ€nderungen unterworfen. SOS-Kinderdorf hat sich auf die verĂ€nderten BedĂŒrfnisse von Kindern, jungen Menschen und Familien im Land eingestellt.

Einige Fakten ĂŒber Taiwan

Taiwan ist eine Insel im Westpazifik in Ostasien und bildet einen Teil der Republik China. Es liegt 160 km vom Festland der Volksrepublik China entfernt.
Die Bevölkerung wird auf ca. 23 Millionen geschÀtzt, die Hauptstadt Taipei hat 2,6 Millionen Einwohner. Die Insel ist mit 623 Einwohnern pro Quadratkilometer eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt.
In den frĂŒhen 90er Jahren vollzog Taiwan den Wandel zur Demokratie. Die Medien unterliegen einem starken Wettbewerb und genießen ein hohes Maß an Pressefreiheit.

Eine starke Wirtschaft und politische VerÀnderungen stellen das Land vor neue Herausforderungen

Seit dem Jahr 1945 gab es in Taiwan ein schnelles Wirtschaftswachstum zu verzeichnen; das Land zĂ€hlt zu den vier sogenannten "asiatischen Drachen". Taiwan hat eine dynamische Wirtschaft; das Bruttoinlandsprodukt ist in den letzten drei Jahrzehnten um durchschnittlich acht Prozent gewachsen. Zirka 58,8 Prozent der ErwerbstĂ€tigen arbeiten im Dienstleistungssektor, 35,9 Prozent in der Industrie. Der Export von Maschinen und Elektroerzeugnissen macht ungefĂ€hr 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Zirka 5,2 Prozent der Menschen arbeiten in der Landwirtschaft; Reis und Fisch sind nach wie vor wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse, aber in den letzten Jahren hat der Anbau von Sonderkulturen und Teesorten aus dem Hochland an Bedeutung gewonnen.

Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,2 Prozent (2010, SchÀtzung), und die Armutsquote ist extrem niedrig; lediglich 1,2 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze (2010, SchÀtzung).

Der Übergang zur Demokratie brachte viele soziale VerĂ€nderungen mit sich. Neue Waren wurden auf die Insel importiert, die Bevölkerung konnte ins Ausland reisen, und die Informationsfreiheit wurde erweitert. Die verĂ€nderten Lebensstile fĂŒhrten zu neuen Problemen im Gesundheitssystem; chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören mittlerweile zu den hĂ€ufigsten Krankheiten der erwachsenen Bevölkerung. Das taiwanesische Gesundheitssystem legt besonderen Wert auf die Vorbeugung, die FrĂŒherkennung und die Behandlung von Krankheiten. Die Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen und Kleinkindern ist gesunken und die Lebenserwartung gestiegen; sie betrĂ€gt derzeit 73 Jahre fĂŒr MĂ€nner und 79 Jahre fĂŒr Frauen.

Im MĂ€rz 2009 hat das Land den Internationalen Pakt der U.N. ĂŒber bĂŒrgerliche und politische Rechte sowie den Internationalen Pakt der U.N. ĂŒber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ratifiziert. DarĂŒber hinaus wurde ein Gesetz zum Verbot von Menschenhandel (Human Trafficking Prevention Act) zum Schutz von MĂ€nnern, Frauen und Kindern erlassen, die illegal nach Taiwan verschleppt worden sind.

Die Lage der Kinder in Taiwan

In Taiwan leben ca. 4,75 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Diese Altersgruppe ist rĂŒcklĂ€ufig, da das Land mit 1,15 Kindern pro Frau (2011, SchĂ€tzung) eine der niedrigsten FertilitĂ€tsraten der Welt aufweist.

Der Bildung wird eine große Bedeutung beigemessen. Viele Kleinkinder besuchen Vorschulen, so dass sie bereits einen Wissensvorsprung haben, wenn sie mit sechs Jahren eingeschult werden. Die Schulpflicht dauert neun Jahre; danach können die Jugendlichen entscheiden, ob sie eine akademische oder berufliche Laufbahn einschlagen möchten.

Die Rechte und das Wohl der Kinder werden durch das Amt der staatlichen KinderfĂŒrsorge (Child Welfare Bureau) geschĂŒtzt, das mit anderen zustĂ€ndigen Ministerien und Behörden zusammenarbeitet. Familien mit niedrigem Einkommen können finanzielle UnterstĂŒtzung und Sachleistungen beantragen. Zu den Kindern, die besonders vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind, zĂ€hlen Kinder alleinerziehender Haushalte und Kinder aus Familien, in denen der Hauptverdiener arbeitslos geworden oder aus gesundheitlichen GrĂŒnden arbeitsunfĂ€hig ist.

SOS-Kinderdorf in Taiwan

In der Stadt Chungli im Norden des Landes arbeitet SOS-Kinderdorf eng mit der lokalen Gemeinde zusammen und bietet familiennahe Betreuung fĂŒr Kinder, die die elterliche FĂŒrsorge verloren haben.

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