SOS-Kinderdörfer in Aserbaidschan
Die Republik Aserbaidschan ist ein transkontinentales Land in der Kaukasusregion, das an der Grenze zwischen Osteuropa und Westasien liegt. Hier leben rund 10,2 Millionen Menschen, 60% von ihnen in Städten. Das Land weist eine hohe wirtschaftliche Entwicklung und Alphabetisierungsrate sowie eine niedrige Arbeitslosenquote auf. Trotz einer deutlichen Verbesserung des Armutsniveaus ist der Wohlstand nicht im ganzen Land verbreitet, und viele ländliche Haushalte sind nach wie vor von Armut bedroht.
Seit dem Jahr 2000 unterstützt SOS-Kinderdorf in Aserbaidschan Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen, oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Fehlende Betreuung
Aufgrund der hohen Armutsquote haben mehr als 25.000 Kinder keine elterliche Fürsorge. Viele Kinder werden von Eltern, die es sich nicht leisten können, für sie zu sorgen, in Heimen untergebracht. Bei den meisten sind einer oder beide Elternteile noch am Leben. Ohne individuelle und kindgerechte Betreuung ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Kinder in Heimen unter schlechter körperlicher und geistiger Gesundheit und Entwicklungsverzögerungen leiden. Sie können auch mit emotionalen Problemen und einem Mangel an Vertrauen in sich selbst und andere konfrontiert sein.
Fehlende Bildung
Die versteckten Kosten für den Schulbesuch, einschließlich Bücher und Uniformen, sowie die schlechte Bildungsinfrastruktur und -qualität halten viele Familien davon ab, ihre Kinder in die Schule einzuschreiben. Darüber hinaus können Kinder, die nicht zur Schule gehen, eine weitere Einnahmequelle für die Familie sein. Mehr als 7% der Kinder im Alter von 5-14 Jahren sind von Kinderarbeit betroffen.
Ungleichheit
Die Ungleichheit der Geschlechter ist ein ernstes Problem in Aserbaidschan, wo Mädchen als weniger wertvoll angesehen werden als Jungen. Durch eine Gesetzesänderung wurde die Heirat unter 18 Jahren verboten. Das Mindestheiratsalter kann jedoch in einigen Fällen herabgesetzt werden. Folglich werden mehr als 10% der Mädchen vor ihrem 18. und 2% vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Die frühe Verheiratung ist einer der Hauptgründe dafür, dass Mädchen nicht zur Schule gehen können. Ihre Förderung ist aber eine der besten Lösungen zur Überwindung der Armut.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Aserbaidschan verändern