SOS-Kinderdörfer in Venezuela
Venezuela hat 28 Millionen Einwohner. Viele Gemeinden haben mit Engpässen bei lebenswichtigen Gütern wie sicherem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und einer zuverlässigen Infrastruktur zu kämpfen, was sich auf das tägliche Leben auswirkt. Die Lage hat sich durch die Erdbeben vom 24. Juni 2026 weiter verschlimmert, die zusätzliche Schäden an der Infrastruktur verursacht und die ohnehin schon angeschlagenen Versorgungsdienste beeinträchtigt haben. Dies hat die Gefährdung vieler Familien erhöht und den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen weiter erschwert.
Seit 1978 unterstützt SOS-Kinderdorf in Venezuela Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Weit verbreitete Armut
Vor den Erdbeben von 2026 lebten 51% der Venezolaner in Armut. Es ist noch zu früh, um die langfristigen Auswirkungen der verheerenden Erdbeben zu erfassen. Als die venezolanische Wirtschaft 2014 unter dem Einbruch der weltweiten Ölexporte litt, kamen die Initiativen zur Bekämpfung der Armut zum Erliegen. Steigende Inflationsraten machten den Zugang zu lebensnotwendigen Gütern unmöglich. Es entstand ein Schwarzmarkt, und die Familien tauschten ihr Hab und Gut gegen Lebensmittel und Wasser ein, um zu überleben.
Unterernährung
Vor den Erdbeben von 2026 waren rund 20% der Kinder in Venezuela von akuter Unterernährung bedroht. Dieser Mangel an gesunden Lebensmitteln trifft Kleinkinder am stärksten: 33% der Kinder unter zwei Jahren erreichen ihre Wachstumsmeilensteine nicht. Wenn Kinder nicht genug zu essen bekommen, wird sowohl ihre geistige als auch ihre körperliche Entwicklung beeinträchtigt. Dies kann langfristige Folgen haben. Zudem fällt es unterernährten Kindern oft schwer, sich in der Schule zu konzentrieren, sodass auch ihre Bildung darunter leidet.
Verbrechen
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts, nur zwei Tage nach den verheerenden Erdbeben, ist es noch schwierig, deren Auswirkungen auf Kinder vollständig zu erfassen. Nach Angaben von UNICEF leben schätzungsweise 3,9 Millionen Kinder in den von den Erdbeben betroffenen Gebieten. Dank unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Nothilfe wissen wir, dass Kinder bei Katastrophen oft zu den am stärksten Betroffenen gehören. Über die unmittelbaren Zerstörungen hinaus können Erdbeben die Fürsorge-, Schutz-, Stabilitäts- und Unterstützungssysteme beeinträchtigen, auf die Kinder angewiesen sind, um sicher aufzuwachsen und sich gut zu entwickeln.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Venezuela verändern