SOS-Kinderdörfer in Venezuela
In Venezuela leben 28 Millionen Menschen. Das Land beherbergt außerdem 20% der weltweiten Erdölreserven. Nach dem Einbruch der Ölpreise 2014 litt die Wirtschaft, und mehr als 6 Millionen Venezolaner*innen haben seither das Land verlassen, um dem gravierenden Mangel an lebenswichtigen Gütern wie Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten zu entkommen. Die Familien, die geblieben sind, brauchen zusätzliche Unterstützung, damit Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen können.
Seit 1978 unterstützt SOS-Kinderdorf in Venezuela Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Weit verbreitete Armut
Als die venezolanische Wirtschaft 2014 unter dem Einbruch der weltweiten Ölexporte litt, kamen die Initiativen zur Bekämpfung der Armut zum Erliegen. Steigende Inflationsraten machten den Zugang zu lebensnotwendigen Gütern unmöglich. Es entstand ein Schwarzmarkt, und die Familien tauschten ihr Hab und Gut gegen Lebensmittel und Wasser ein, um zu überleben. Auch die COVID-19-Pandemie hatte verheerende Auswirkungen auf viele Familien. Obwohl sich die Situation langsam verbessert, leben 51% der Venezolaner*innen in Armut.
Unterernährung
Rund 20% der Kinder in Venezuela sind von akuter Unterernährung bedroht. Dieser Mangel an gesunder Nahrung betrifft vor allem Kleinkinder: 33% der Kinder unter 2 Jahren erreichen ihre Wachstumsmeilensteine nicht. Wenn Kinder nicht genug zu essen bekommen, wird sowohl ihre geistige als auch ihre körperliche Entwicklung beeinträchtigt. Das kann lang anhaltende Auswirkungen haben. Darüber hinaus können sich unterernährte Kinder in der Schule oft nur schwer konzentrieren, sodass auch ihre Bildung leidet.
Verbrechen
Venezuela hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der Welt, wobei Gewaltverbrechen, Drogenhandel und Korruption im Vordergrund stehen. Ohne Zugang zu Lebensmitteln und medizinischer Hilfe, begehen die Menschen auch Diebstahl, um zu überleben. Drogenkartelle heuern Kinder an, um die Gebiete der Drogenringe zu bewachen. Sie ködern sie mit grundlegenden Gütern wie Wasser und Lebensmitteln. Viele werden auch als “Boten” eingestellt. Dieser leichte Zugang zu Drogen hat auch den Drogenmissbrauch unter jungen Menschen gefördert.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Venezuela verändern