SOS-Kinderdörfer in den USA

Die TĂ€tigkeit von SOS-Kinderdorf in den USA begann im Jahr 1950, als in New York eine Arbeitsgruppe gegrĂŒndet wurde, um die Idee Hermann Gmeiners in diesem Land in die Tat umzusetzen. Im Jahr 1963 wurde der Verein "Friends of SOS Children's Villages International Inc." offiziell eingetragen. Trotz des wirtschaftlichen Wohlstands sind viele Kinder und Jugendliche in den Vereinigten Staaten von Amerika auf Schutz und UnterstĂŒtzung angewiesen.


Ein amerikanisches Football-Team besucht das SOS-Kinderdorf Lockport (Foto: SOS-Archiv)

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine PrĂ€sidiale Bundesrepublik in Nordamerika, die aus 50 Staaten besteht. Die Hauptstadt ist Washington D.C.. Das Land grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an den Pazifik, im Norden an Kanada und im SĂŒden an Mexiko.

Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden von 13 britischen Kolonien gegrĂŒndet und erklĂ€rten 1776 ihre UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien. Die amerikanischen Ureinwohner, die vor der Ankunft der Pilger im Norden Amerikas gelebt hatten, wurden von den europĂ€ischen Siedlern vertrieben. Der "Indian Removal Act" (Indianerausweisungsgesetz), der 1830 vom Kongress der Vereinigten Staaten verabschiedet wurde, bildete den Höhepunkt dieses Vertreibungsprozesses.

Die soziale und wirtschaftliche Struktur das Landes war von Masseneinwanderungen geprĂ€gt, die das Land zu einem "Schmelztiegel" verschiedener Kulturen und GebrĂ€uche werden ließen. Ethnisch gesehen zĂ€hlen die Vereinigten Staaten von Amerika zu den vielfĂ€ltigsten LĂ€ndern der Welt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden Tausende afrikanischer Sklaven nach Nord- und SĂŒdamerika gebracht. Vor allem in den SĂŒdstaaten wurden diese Sklaven bald zur wichtigsten Quelle von Zwangsarbeitern im Land.

Trotz der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 und dem "Civil Rights Act" (BĂŒrgerrechtsgesetz) des Jahres 1964 leiden nach wie vor viele Afro-Amerikaner unter sozialer Ausgrenzung und Armut. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Vereinigten Staaten von Amerika zu der fĂŒhrenden wirtschaftlichen und militĂ€rischen Macht der Welt. Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika eine Schuldenkrise durchleben, macht das BIP des Landes dennoch ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsproduktes aus, und die MilitĂ€rausgaben sind bislang unerreicht.


SOS-Kinderdorf Lockport (Foto: SOS-Archiv

Die Kinderarmut stellt in den Vereinigten Staaten von Amerika vor allem im SĂŒden des Landes und in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten nach wie vor ein Problem dar. Die drastischen regionalen Unterschiede im Armutsniveau können im ganzen Land beobachtet werden; im SĂŒden leben 45 Prozent der Kinder unter 18 Jahren in Familien mit niedrigem Einkommen. WĂ€hrend in Mississippi ca. 14 Prozent der Kinder in extremer Armut leben, sind es in New England lediglich fĂŒnf Prozent.

Die jĂŒngste Rezession hat zweifelsohne zu einem Anstieg der Zahl der Kinder gefĂŒhrt, die in extremer Armut leben. DarĂŒber hinaus sind Kinder von Einwanderern im Vergleich zu Kindern gebĂŒrtiger Amerikaner durch die hohe Armutsquote besonders benachteiligt. Die Armut der Einwandererfamilien ist hauptsĂ€chlich die Folge von schlechtbezahlten TĂ€tigkeiten oder von Arbeitslosigkeit. Ca. 30 Prozent der Kinder, die aus eingesessenen Einwandererfamilien (Familien, die bereits seit ĂŒber 10 Jahren in den USA leben) stammen, leben in Armut. Diese Quote ist bei Kindern, deren Eltern erst kĂŒrzlich in die Vereinigten Staaten gezogen sind, sogar noch höher. Nach statistischen Angaben sind die Kinder von Afro-Amerikanern und Kinder lateinamerikanischer Herkunft ĂŒberproportional von Armut betroffen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind von einem der teuersten Gesundheitssysteme der ganzen Welt geprĂ€gt. Laut Commonwealth Fund zĂ€hlt das amerikanische Gesundheitswesen zu den teuersten Systemen mit der schlechtesten QualitĂ€t. Zu den am meisten umstrittenen Themen der GesundheitsfĂŒrsorge in den USA zĂ€hlt die Tatsache, dass es keine landesweite Krankenversicherung fĂŒr alle Teile der Bevölkerung gibt. Die SĂ€uglingssterblichkeitsrate ist in den USA höher als in den meisten anderen entwickelten LĂ€ndern. In den Vereinigten Staaten sterben sogar mehr Kleinkinder unter fĂŒnf Jahren als in Kuba, das zu den wirtschaftlich weit weniger entwickelten LĂ€ndern zĂ€hlt. Derzeit leben in den Vereinigten Staaten 2 100 000 Waisenkinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben.

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