SOS-Kinderdörfer in Panama

In den frĂŒhen 80er Jahren begann SOS-Kinderdorf International mit Hilfe der damaligen First Lady des Landes seine TĂ€tigkeit in Panama. Im Jahr 1982 konnte das erste SOS-Kinderdorf eröffnet werden. Es wurde auf den ersten Landstrichen errichtet, die die Vereinigten Staaten gemĂ€ĂŸ der Torrijos-Carter-VertrĂ€ge von 1977 an Panama zurĂŒckgegeben hatten.

Der Panamakanal ist eine wichtige Einkunftsquelle

Eine SOS-Familie lernt zusammen (Foto: I.Vasquez)
Eine SOS-Familie lernt zusammen (Foto: I.Vasquez)

Die Republik Panama liegt zwischen Nord- und SĂŒdamerika und wird daher oft als "BrĂŒcke der Amerikas" bezeichnet. Panama hatte zu Kolumbien gehört, bevor es im Jahr 1903 mit Hilfe der USA seine UnabhĂ€ngigkeit vom sĂŒdlichen Nachbarn erklĂ€rte. Panama grenzt im Norden an Costa Rica und im SĂŒden an Kolumbien sowie an den Pazifischen Ozean und die Karibik.

Mit einer Gesamtbevölkerung von ca. 3,6 Millionen ist Panama eins der kleinsten LÀnder auf dem amerikanischen Kontinent. Derzeit verzeichnet das Land eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt. Die Einnahmen aus dem Panamakanal, der seit dem Jahr 2000 unter panamaischer Kontrolle ist, stellen einen bedeutenden Anteil von Panamas Bruttoinlandsprodukt dar.

Kluft zwischen arm und reich

Der Human Development Index (HDI) fĂŒr Panama zeigt, dass die nationalen Entwicklungs-bemĂŒhungen in den letzten 30 Jahren leicht verstĂ€rkt worden sind. Im Vergleich zu den meisten anderen LĂ€ndern in Mittelamerika liegt Panamas HDI deutlich ĂŒber dem regionalen Durchschnitt. Obwohl Panama große wirtschaftliche Fortschritte zu verzeichnen hat, war das Wirtschaftswachstum des Landes in den vergangenen Jahren von starken Ungleichheiten geprĂ€gt. Die reichsten 20 Prozent der Panamaer verfĂŒgen ĂŒber 57 Prozent des gesamten Nationaleinkommens. Die Kluft zwischen arm und reich ist immer noch sehr tief. Infolgedessen hat bisher ein großer Anteil der Bevölkerung in Panama nicht vom oben genannten Wirtschaftswachstum profitiert. Viele Menschen leben immer noch in extremer Armut. Die indigenen Minderheiten sind am stĂ€rksten von dieser Ungleichheit betroffen; von ihnen leiden erschreckende 96 Prozent unter extremer Armut.

Nicht nur in den lĂ€ndlichen Gebieten gibt es eine schlechte Infrastruktur, knappe Ressourcen und MangelernĂ€hrung. In Panama-Stadt, der Hauptstadt des Landes, sind Gewalt durch Straßenbanden, Drogenhandel und Kinderprostitution als Folge sozialer Ausgrenzung und fehlender familiĂ€rer Strukturen allgegenwĂ€rtig. Die Ghettos CurundĂș und El Chorrillo sind mit ihrer hohen Verbrechensrate besonders hart davon betroffen. Panama hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten bei den 15-49-jĂ€hrigen in ganz Mittelamerika zu verzeichnen. Die meisten Menschen, die an HIV leiden, bekommen keine dringend benötigten antiretroviralen Medikamente. Infolgedessen ist HIV/AIDS die dritthĂ€ufigste Todesursache des Landes.

Familien brauchen UnterstĂŒtzung, damit sie ihre Kinder schĂŒtzen können

Kinder in unserer Obhut wachsen mit ihren BrĂŒdern und Schwestern in einer sicheren Umgebung auf (Foto: S. Cesar).
Kinder in unserer Obhut wachsen mit ihren BrĂŒdern und Schwestern in einer sicheren Umgebung auf (Foto: S. Cesar).

Trotz des wirtschaftlichen Fortschritts gibt es in Panama immer noch das PhĂ€nomen der Kinderarbeit. Innerhalb der letzten 10 Jahre ist die Zahl der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren, die Kinderarbeit verrichten mĂŒssen, gestiegen. Kinder in lĂ€ndlichen Regionen oder aus indigenen Gemeinschaften in den Vororten der Hauptstadt sind am stĂ€rksten betroffen. UngefĂ€hr die HĂ€lfte dieser Kinder besucht keine Schule, weil sie wĂ€hrend der Unterrichtszeiten arbeiten muss. SchulgebĂŒhren und weitere anfallende Kosten wie z.B. fĂŒr SchulbĂŒcher, Schuluniformen und Schulmaterialien machen es armen Familien oft unmöglich, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

In Panama-Stadt werden junge Kinder aus unterprivilegierten Familien oft Mitglieder von Straßenbanden in den berĂŒchtigten Stadtvierteln wie El Chorrillo oder CurundĂș. Einmal Bandenmitglied geworden, sind sie oft in einem nicht enden wollenden Teufelskreis gefangen. Drogenmissbrauch, sexuelle BelĂ€stigung, Gewalt sowie Mord und Totschlag werden schnell ein Teil ihres tĂ€glichen Lebens. Aufgrund fehlender familiĂ€rer Strukturen gibt es meist keine Alternative zur Bandenmitgliedschaft. Die aus der Armut resultierende kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern ist ebenfalls zu einem wachsenden Problem in Panama geworden.
 

SOS-Kinderdorf in Panama

SOS-Kinderdorf ist seit den 80er Jahren in Panama tĂ€tig. Das erste SOS-Kinderdorf  wurde im Jahr 1982 eröffnet. Im Rahmen der SOS-Kinderdorf-Einrichtungen und Programme in Panama-Stadt, DavĂ­d, ColĂłn und PenonomĂ© unterstĂŒtzt die Organisation Kinder und Jugendliche durch KindertagesstĂ€tten, Schulen,  Berufsbildungszentren, SpielplĂ€tze und SportplĂ€tze. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht lĂ€nger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.
 

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