SOS-Kinderdörfer in Panama
Panama liegt an der Landenge, die Nord- und Südamerika verbindet, und ist das Synonym für den Panamakanal, der den Atlantik mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Die meisten der 4 Millionen Einwohner*innen leben im Zentrum des Landes rund um den Kanal, aber ein großer Teil der Bevölkerung lebt auch im Westen. Panama ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Lateinamerikas, hat aber auch eine der höchsten Ungleichheitsraten in der Region und weltweit in Bezug auf Wohlstand, Geografie und ethnische Zugehörigkeit. Mädchen und Frauen, Afroamerikaner und indigene Völker sind besonders betroffen.
Seit 1982 unterstützt SOS-Kinderdorf in Panama Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen, oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Bildung
Die Vorschulerziehung ist in Panama obligatorisch, aber schätzungsweise 40% der Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren besuchen sie nicht. Die begrenzte Verfügbarkeit relevanter, kulturell angepasster vorschulischer Bildungsangebote ist ein erklärender Faktor, ebenso wie die mangelnde Ausbildung und Unterstützung des Personals. Während die Anwesenheitsquote der Kinder im Grundschulalter bei 97% liegt, sind etwa 9% dieser Schüler überaltert - zwei Jahre oder älter als das offizielle Alter für ihre Klasse.
Armut
Mit der zweitschlechtesten Einkommensverteilung in Lateinamerika leben etwa 25% der Bevölkerung Panamas in Armut. Im ganzen Land gibt es Gemeinden, in denen es noch immer keine sanitären Einrichtungen und keine Stromversorgung gibt. Einige der nichtindigenen Landbewohner*innen haben die ländlichen Gebiete verlassen und sind in städtische Gebiete gezogen, um dort Arbeit zu finden. Die Auswirkungen der Armut auf die einheimische Bevölkerung sind jedoch nach wie vor sehr groß.
Gesundheit
Etwa 45% der Kinder in Panama im Alter von 1 bis 14 Jahren haben körperliche Bestrafung und/oder psychische Aggression durch ihre Bezugspersonen erlebt. Indigene Mädchen und Heranwachsende sind besonders anfällig für Gewalt. Während die langfristigen Auswirkungen der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Krise erst allmählich sichtbar werden, berichtete einer von drei Haushalten von Konflikten während der Abriegelung. Die Auswirkungen der Isolation und der Gewalt gegen Kinder werden sich in den kommenden Jahren noch deutlicher zeigen.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Panama verändern