SOS-Kinderdörfer in Argentinien
Argentinien, nach Brasilien das zweitgrößte Land Südamerikas, beherbergt 46 Millionen Menschen. Das Land, dass sich über 4.000 km vom tropischen Norden bis in den subantarktischen Süden erstreckt, hat eine lange Geschichte der Migration hinter sich und verfügt über vielfältige Landschaften, die reich an Ressourcen sind. Das politische Leben des Landes wurde jedoch durch Militärputsche und eine instabile Regierung erschüttert, während die Wirtschaft dramatische Aufschwünge und Rezessionen erlebte. Die Auswirkungen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs von 2002 sind für viele Kinder und ihre Familien noch immer spürbar, denn bereits vor der COVID-19-Pandemie lebten 53% der Kinder und Jugendlichen in Armut.
Seit 1979 unterstützt SOS-Kinderdorf in Argentinien Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen, oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Kinderarbeit
Kinderarbeit ist in Argentinien nach wie vor ein Problem und betrifft 7% der Kinder landesweit. Das Risiko der Kinder- und Jugendarbeit ist für Jungen höher und beeinträchtigt ihre Ausbildung. Die Mehrheit der arbeitenden Kinder versäumt entweder regelmäßig den Unterricht oder geht gar nicht zur Schule. Da sie nicht die Möglichkeit haben, neue Fähigkeiten zu erlernen, werden sie wahrscheinlich auch als Erwachsene weiterhin als Arbeiter*innen tätig sein.
Frühe Eheschließungen
Etwa 16% der Mädchen unter 18 Jahren sind verheiratet oder leben in einer Partnerschaft. Kinderheirat ist eine grundlegende Verletzung der Menschenrechte, die die Entwicklung von Mädchen beeinträchtigt. Darüber hinaus haben 14% der Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren vor ihrem 18. Lebensjahr ein Kind bekommen. Junge Mütter sind oft sozial isoliert und müssen ihre Schulausbildung unterbrechen. Sie brauchen zusätzliche Unterstützung, damit sie ihre Ausbildung fortsetzen und sich auf die Mutterschaft einstellen können.
Gesundheit
Im Jahr 2020 starben 6.400 argentinische Kinder vor ihrem 5. Geburtstag. Diese Zahl spiegelt den mangelnden Zugang der lokalen Gemeinden zu grundlegenden Gesundheitsmaßnahmen wie Impfungen, Behandlung von Infektionskrankheiten und angemessener Ernährung wider. Die meisten Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren werden durch Krankheiten verursacht, die leicht zu verhindern oder mit bewährten, kosteneffizienten Maßnahmen zu behandeln sind. Infektionskrankheiten und neonatale Komplikationen sind weltweit für die überwiegende Mehrheit der Todesfälle bei Kindern verantwortlich.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Argentinien verändern