SOS-Kinderdörfer im SĂŒdsudan

Im Jahr 2011 wurde der SĂŒdsudan zum 45. Staat des afrikanischen Kontinents. Die jĂŒngste unabhĂ€ngige Nation der Welt stand vor enormen Herausforderungen. Die extreme Armutsrate blieb hoch, als hunderttausende vertriebene SĂŒdsudanesen in ihre Heimat zurĂŒckgekehrt sind. Seitdem wurde das Land durch politische Streitigkeiten und intermittierende Gewalt geprĂ€gt. Zuletzt, im Juli 2016 als die KĂ€mpfe in der Hauptstadt Juba eskalierten.

Aufgrund der Gewalt mussten sich Millionen Menschen in Sicherheit bringen

Ein junges MĂ€dchen in unserer Obhut trĂ€umt vom Frieden in ihrem Land und der Chance Ärztin zu werden (Foto: C. Ashleigh).
Ein junges MĂ€dchen in unserer Obhut trĂ€umt vom Frieden in ihrem Land und der Chance Ärztin zu werden (Foto: C. Ashleigh).
Der SĂŒdsudan wurde im Juli 2011 nach sechs Jahren Autonomie, gefolgt von einem Referendum, in dem die Bevölkerung des SĂŒdsudan fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit stimmte, zu einem unabhĂ€ngigen Staat.

Das Land war voller Hoffnung auf VerĂ€nderung und einen Neuanfang. Diese TrĂ€ume sind aber schnell zerplatzt. Gewalt und wirtschaftliche Schwierigkeiten prĂ€gten weiterhin das Leben der Familien. Mehr als 2,3 Millionen Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Rund 1,6 Millionen Menschen flĂŒchteten in andere Teile SĂŒdsudans und mehr als 650.000 leben in benachbarten LĂ€ndern.

Das Land wird auch von Krankheiten heimgesucht. Im Jahr 2015 sind sowohl Malaria als auch Cholera ausgebrochen und im Juni 2016 warnte UNICEF vor einer weiteren Choleraepidemie.

Die Situation wird durch das Fehlen sanitÀrer Einrichtungen noch verschlimmert. Ganze 87 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu verbesserten sanitÀren Einrichtungen.

Familien sind von Armut und UnterernÀhrung betroffen

Trotz seiner Ölreserven bleibt der SĂŒdsudan eine der Ă€rmsten Nationen Afrikas. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Rund 80 Prozent der Bevölkerung des Landes lebt in lĂ€ndlichen Gebieten, in denen es beschrĂ€nkten Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Trinkwasser, sanitĂ€ren Einrichtungen und Bildung gibt. Die Menschen sind vom Ackerbau abhĂ€ngig. KlimaĂ€nderungen und Naturkatastrophen haben Auswirkungen auf ihr Leben: DĂŒrren oder Überschwemmungen können fĂŒr Tausende den Hungertod bedeuten.

Die letzten KĂ€mpfe haben die Lage fĂŒr die Familien, die bereits ums Überleben kĂ€mpfen, noch hoffnungsloser gemacht. Die zunehmende Nahrungs- und Wasserknappheit hat zu einer höheren Zahl von unterernĂ€hrten Menschen gefĂŒhrt. Derzeit ist jeder Dritte von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, das bedeutet, dass die Menschen nicht ausreichend nahrhafte Mahlzeiten haben, um ein aktives und gesundes Leben fĂŒhren zu können. Internationale Organisationen haben fĂŒr die Lieferung grundlegender GĂŒter und die medizinische Betreuung in den betroffenen Gebieten gesorgt. Die instabile Situation und  die fehlende Infrastruktur haben allerdings zu Verzögerungen gefĂŒhrt.

Die Kinder sind von den KĂ€mpfen schwer betroffen

Im MĂ€rz 2014 wurden die Kinder vom SOS-Kinderdorf Malakal nach Juba in Sicherheit gebracht (Foto: K. Fiseha).
SOS-Kinderdorf bietet Betreuung fĂŒr Kinder, die nicht bei ihren Familien leben können (Foto: A. Hamer). 

Die Kinder im SĂŒdsudan brauchen dringend Schutz. Viele haben aufgrund der andauernden Konflikte die elterliche Betreuung verloren. Mehr als 10.000 Kinder sind derzeit als unbegleitet, getrennt oder vermisst gemeldet.

Der SĂŒdsudan hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Jedes vierte Kind unter fĂŒnf Jahren ist unterernĂ€hrt und das macht sie fĂŒr Krankheiten besonders anfĂ€llig.
Obwohl es BemĂŒhungen seitens der Regierung gab, den Kindern im SĂŒdsudan freien Zugang zur Grundschulbildung zu gewĂ€hrleisten, gehe mehr als 1 Million Kinder nicht zur Grundschule.

Die derzeitigen KÀmpfe machten die Situation noch schlimmer. Ein Drittel der Schulen wurden zerstört, beschÀdigt oder geschlossen und der Unterricht von rund 900.000 Kindern musste unterbrochen werden.

SOS-Kinderdorf im SĂŒdsudan

SOS-Kinderdorf wurde 1978 im SĂŒdsudan tĂ€tig. Als der SĂŒdsudan im Jahr 2011 unabhĂ€ngig wurde, wurde der neue SOS-Kinderdorf-Verein SĂŒdsudan gegrĂŒndet.

Betreuung in SOS-Kinderdorf-Familien: Kinder, die nicht lĂ€nger von ihren Eltern betreut werden können, finden in den SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. Anfang 2014 wurde das SOS-Kinderdorf Malakal geplĂŒndert und die Familien mussten es verlassen. Die Kinder und jungen Menschen wurden in Sicherheit gebracht und nach Juba evakuiert. Zuerst wohnten sie in angemieteten UnterkĂŒnften und zogen dann in ein provisorisches SOS-Kinderdorf. Wir hatten ursprĂŒnglich ein permanentes Dorf in Juba geplant, aber angesichts der jĂŒngsten Gewalt mĂŒssen diese PlĂ€ne neu ĂŒberdacht werden.

UnterstĂŒtzung fĂŒr junge Menschen: Wir bieten jungen Menschen UnterstĂŒtzung und Training, bis sie Arbeit gefunden haben und selbstĂ€ndig leben können.

Nothilfeprogramm: Als der SĂŒdsudan im Jahr 2011 unabhĂ€ngig wurde, startete SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm fĂŒr unbegleitete Kinder, die in den SĂŒdsudan zurĂŒckgekehrt sind. Wir taten alles, um Kinder mit ihren Familien wieder zu vereinen. Seit 2016 unterstĂŒtzen wir Kinder und Familien, die von der erneuten Gewalt betroffen sind. Wir stellen Nahrung und psychologische UnterstĂŒtzung zur VerfĂŒgung und decken ihren Bedarf an sauberem Trinkwasser und sanitĂ€ren BedĂŒrfnissen. Wir ĂŒbernehmen die Kosten fĂŒr den Schulbesuch und die Unterrichtsmaterialien, damit die Kinder weiterhin zur Schule gehen können. 

 

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