SOS-Kinderdorf in Burkina Faso

Burkina Faso ist ein armes Binnenland, das in gro√üem Ma√üe vom den Erl√∂sen aus dem Export von Baumwolle abh√§ngt. Laut Human Development Index der Vereinten Nationen geh√∂rt es zu den am wenigsten entwickelten L√§ndern Afrikas. Wie auch in so vielen anderen afrikanischen Nationen geh√∂ren die Kinder zu den schw√§chsten Gliedern der Gesellschaft. SOS-Kinderdorf unterst√ľtzt und sch√ľtzt Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern verloren haben oder Gefahr laufen, die elterliche F√ľrsorge zu verlieren.


Bruder und Schwester halten sich an den Händen (Foto: SOS-Archiv)

Sogar nach westafrikanischen Standards ist Burkina Faso ein extrem armes Land, das Pro-Kopf-BIP ist eins der niedrigsten der ganzen Welt. Obwohl das Land reich an Goldreserven ist, stellt die Baumwollerzeugung die wichtigste S√§ule der Wirtschaft dar. Im Vergleich zu anderen afrikanischen L√§ndern ist die industrielle Basis des Landes eher schwach, und nat√ľrliche Ressourcen sind selten zu finden. 90 Prozent der Erwerbst√§tigen sind in der Landwirtschaft besch√§ftigt.

Die politische Situation war von Spannungen zwischen Burkina Faso und Cote d'Ivoire gepr√§gt, da sich Rebellen aus der Elfenbeink√ľste angeblich im Norden von Burkina Faso versteckt hielten. Im Jahr 2011 zog das Land aufgrund von heftigen Protesten der Bev√∂lkerung gegen die Brutalit√§t der Polizei, das autokratische System und steigende Lebensmittelpreise in die Aufmerksamkeit internationaler Medien auf sich. Die Proteste wurden von der Regierung rasch beendet, die versprach, die derzeitige Situation zu verbessern und in Burkina Faso mehr Demokratie einzuf√ľhren.


Kinder spielen auf traditionellen Instrumenten, SOS-Kinderdorf in Dafra - Foto: N. Nabiré

In Burkina Faso wachsen 770 000 Kinder ohne elterliche F√ľrsorge auf. Neben der gro√üen Zahl von Kindern und Jugendlichen, die zu Aidswaisen geworden sind, werden viele Kinder aufgrund der wirtschaftlichen Notlage von ihren Eltern verlassen. Das hohe Armutsniveau hat schwere Auswirkungen auf die Lebensbedingungen vieler Tausender Kinder.

Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens existieren entweder gar nicht oder befinden sich in einem desolaten Zustand. Mit 90,8 pro 1000 Lebendgeburten ist die Säuglingssterblichkeitsrate in Burkina Faso vergleichsweise hoch. Viele Geburten finden ohne Betreuung durch ausgebildetes medizinisches Personal statt.

Die hohe HIV/AIDS-Pr√§valenzrate in Burkina Faso hat auch zu einem Anstieg der Zahl der Kinder gef√ľhrt, die Kinderarbeit - teils in ihren schlimmsten Formen - verrichten m√ľssen. Durch die Epidemie werden die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten, die Jungen und M√§dchen zur Kinderarbeit zwingen, noch weiter versch√§rft.

Wenn Haushalte ihre erwerbst√§tigen Mitglieder verlieren, nimmt das Gesamteinkommen der Familien ab, und ein Gro√üteil der verbleibenden Eink√ľnfte muss f√ľr medizinische Versorgung und Medikamente ausgegeben werden. Die Kinderarbeit in Burkina Faso umfasst h√§ufig auch gef√§hrliche T√§tigkeiten, manchmal sogar kommerzielle Sexarbeit.

Der Zugang zum Bildungssystem ist in Burkina Faso vor allem in den l√§ndlichen Regionen sehr schwierig, in denen nur ca. 25 Prozent der Kinder eine Grundschule besuchen. Lediglich ein Drittel aller Kinder werden √ľberhaupt eingeschult, und nur knapp √ľber 25 Prozent der Bev√∂lkerung k√∂nnen lesen und schreiben.

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