SOS-Kinderdörfer in Botsuana

Der lokale SOS-Kinderdorf-Verein "SOS Children's Villages Association of Botswana" wurde im Jahr 1980 gegrĂŒndet, 14 Jahre nachdem das Land seine UnabhĂ€ngigkeit erklĂ€rt hatte. Vor dem Hintergrund einer schnell wachsenden Zahl von AIDS-Waisen hat die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Botsuana zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Ein politisch stabiles Land


Warten auf den Unterrichtsbeginn (Foto: M. Morosini)

Botsuana ist ein Binnenstaat und liegt im sĂŒdlichen Afrika. Fast vierzig Jahre einer ununterbrochenen Mehrparteiendemokratie, ein stetig steigendes BIP sowie moderne sozialpolitische Maßnahmen haben Botsuana zu einem Vorbild fĂŒr viele andere afrikanische Staaten gemacht.

Die wichtige wirtschaftliche Ressource des Landes stellen Diamanten dar; Botsuana ist eine der fĂŒhrenden Exportnationen von Diamanten. Dennoch hat das Land Anstrengungen unternommen, um seine wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit von Diamanten zu reduzieren. Die Exporte sowie der Dienstleistungssektor erwirtschaften circa 30 Prozent des nationalen BIP.

Trotz Wirtschaftswachstum sind Armut und Ungleichheit nach wie vor weit verbreitet

Botsuana hat im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten eine recht breite Mittelschicht. Mit 8,9 Prozent des BIP gibt die botsuanische Regierung mehr fĂŒr das Bildungssystem als die meisten anderen LĂ€nder in der Region aus. Trotz des beeindruckenden gesamtwirtschaftlichen Wachstums sind die Armutsquoten und die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung immer noch hoch. 23 Prozent der Bevölkerung Botsuanas kĂ€mpfen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag ums Überleben. Die UnterernĂ€hrung steht ebenfalls im Widerspruch zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes; 26 Prozent der Bevölkerung Botsuanas kĂ€mpfen tĂ€glich darum, ihren Mindestbedarf an Kalorien zu decken. Die Versorgung mit ordentlichen sanitĂ€ren Einrichtungen ist in den StĂ€dten allgemein recht gut, aber in einigen lĂ€ndlichen Regionen des Landes ist sanitĂ€re Ausstattung nach wie vor prekĂ€r.

Die HIV/AIDS-Pandemie stellt in Botsuana das Hauptproblem des Gesundheitssystems dar. Mit 24,8 Prozent hat das Land eine der weltweit höchsten HIV/AIDS-Infektionsraten. Abgesehen vom großen menschlichen Leid, das AIDS verursacht, hat die Krankheit auch betrĂ€chtliche Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes. HIV/AIDS trifft meist Erwachsene auf dem Höhepunkt ihres erwerbstĂ€tigen Lebens. Aufgrund der steigenden Sterblichkeitsrate und chronischen Krankheiten nimmt die Erwerbsbevölkerung in Botsuana stetig ab, was wiederum ganze Haushalte und Familien in Mitleidenschaft zieht. Aufgrund von HIV ist die Lebenserwartung bei der Geburt in Botsuana sowie den meisten afrikanischen Staaten sĂŒdlich der Sahara merklich zurĂŒckgegangen. Die Regierung zeigt im Kampf gegen HIV ein hohes Maß an Entschlossenheit. Die HIV-Behandlungsmethoden sind in Botsuana hochentwickelt, und antiretrovirale Medikamente sind ausreichend vorhanden.

Kinder brauchen Schutz


SOS-FamilienstÀrkungsprogramm (Foto: M. Morosini)

Nach SchĂ€tzungen von UNICEF leben in Botsuana circa  130 000 Waisenkinder. Darunter sind 93 000, die ihre Eltern an AIDS verloren haben. Wenn die Eltern krank werden, ĂŒbernehmen die Kinder automatisch mehr Verantwortung innerhalb der Familie. Wenn die Eltern sterben, mĂŒssen viele von ihnen die HaushaltsfĂŒhrung ĂŒbernehmen. Von Kindern gefĂŒhrte Haushalte sind sozioökonomisch gesehen besonders gefĂ€hrdet. Die Kinder mĂŒssen oft arbeiten, um Geld zu verdienen, wodurch es fĂŒr viele von ihnen fast unmöglich wird, eine Schule zu besuchen.

Hier beginnt ein Teufelskreis - Bildung ist ein SchlĂŒsselfaktor zur EindĂ€mmung der grassierenden Ausbreitung von HIV. Ohne Bildung laufen junge Erwachsene eine grĂ¶ĂŸere Gefahr, sich mit HIV zu infizieren, da sie nicht wissen, wie sie eine Ansteckung ĂŒberhaupt vermeiden können. In Botsuana sind 16 000 Kinder zwischen 0 und 14 Jahren mit HIV infiziert. Aufgrund des starken sozialen Stigmas und vorherrschender Vorurteile ist es fĂŒr junge Menschen in Botsuana manchmal sehr schwierig, mit ihrem Status als HIV-Infizierte zurechtzukommen. Dennoch gibt es auf dem Gebiet der öffentlichen GesundheitsfĂŒrsorge große Fortschritte zu verzeichnen; sowohl die SĂ€uglingssterblichkeitsrate als auch die Kindersterblichkeitsrate unter fĂŒnf Jahren sind in den vergangenen 12 Jahren deutlich gesunken.

SOS-Kinderdorf in Botsuana

FamilienstĂ€rkung: Seit dem Jahr 2008 unterhĂ€lt SOS-Kinderdorf ein SOS-FamilienstĂ€rkungsprogramm, um Familien dabei zu helfen, ihre Kinder zu beschĂŒtzen und fĂŒr sie zu sorgen. Viele der Familien sind von HIV / AIDS beeintrĂ€chtigt.

Betreuung in Familien: Betreuung in Familien: Kinder ohne elterliche Betreuung finden ein liebevolles Zuhause in einer der SOS-Familien in Francistown, Serowe and Tlokweng.

Bildung und UnterstĂŒtzung junger Menschen: Die hohe Arbeitslosenrate erschwert den jungen Menschen ihren Weg in die SelbstĂ€ndigkeit. Das SOS-Jugendprogramm ermöglicht jungen Menschen Weiterbildung und unterstĂŒtzt sie wĂ€hrend ihrer Arbeitsuche bis sie selbstĂ€ndig leben können. 

Bildung: Wir haben KindergÀrten in Francistown und Serowe, die von mehr als 200 gefÀhrdeten Kindern besucht werden.

Website von SOS-Kinderdorf Botsuana
(verfĂŒgbar auf Englisch)

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