Welttag der Bildung – 24.01.24

Medizinstipendium als Wegbereiter für Jugendliche in Nepal

Bis zum Jahr 2030 sollen alle Menschen die Chance auf lebenslanges Lernen und eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung haben. Inmitten dieser globalen Mission der UN-Agenda 2030 investiert SOS-Kinderdorf Nepal mit einem Medizinstipendium in die Zukunft 32 junger Talente. Für sie ist dieses der einzige Schlüssel zu einer beruflichen Karriere.

In einer Welt, in der rund 258 Millionen Kinder und Jugendliche ohne Zugang zu schulischer Bildung leben und etwa 617 Millionen Kinder nicht lesen oder rechnen können, scheinen die Chancen am Arbeitsmarkt für sie äußerst gering. Doch inmitten dieser Herausforderungen gibt es einen Hoffnungsschimmer: SOS-Kinderdorf Nepal setzt sich dafür ein, jungen Menschen Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, einen eigenständigen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Mit der Stärkung der Jugend durch Unternehmertum und Beschäftigung soll der hohen Jugendarbeitslosigkeit vor Ort entgegengewirkt werden.

In Nepal herrscht ein Mangel an Fachkräften im medizinischen Bereich. Das Medizinstipendium von SOS-Kinderdorf trägt entscheidend dazu bei, diese Lücke zu schließen und den Gesundheitssektor des Landes zu stärken.

 

Von Puppen zur medizinischen Berufung

Von 2019 bis 2023 hat SOS-Kinderdorf Nepal 32 aufstrebende junge Menschen mit einem medizinischen Stipendium entscheidend unterstützt. Eine davon ist die heute 28-jährige Ditya. Schon als kleines Mädchen hatte sie große Freude daran, mit ihren Puppen zu spielen. „Sie badete ihre Puppen und schmückte sie stundenlang mit farbenfrohen Kleidern“, erinnert sich ihre Mutter mit einem Lächeln an die Zeit zurück. Auch als Ditya heranwuchs, zeigte sich ihr großzügiges Herz deutlich, da das Mädchen stets bereit war, den Menschen in ihrer Umgebung zu helfen.

Doch Dityas Entscheidung, Krankenschwester zu werden, entstand vor allem aufgrund eines ergreifenden Erlebnisses: „Ich war noch sehr jung, als meine Eltern mit Verbrennungen ins Krankenhaus kamen, nachdem unser Haus in Brand geraten war. Mein Vater starb, und meine Mutter kämpfte um ihr Leben. Ich konnte nichts anderes tun, als zu beten, dass es meiner Mutter bald wieder besser geht. Da beschloss ich, einen medizinischen Beruf zu ergreifen, um selbst etwas zu bewirken.“

„Jeder Schritt auf meinem Weg war eine Lektion, eine Herausforderung und ein Triumph, die mich in meiner Entschlossenheit bestärkt haben, etwas im Gesundheitswesen zu bewirken“ erklärt Ditya, die heute als Krankenschwester in einem Krankenhaus in Kathmandu arbeitet.

 

Freude und Hoffnung für junge Menschen

Auch Ranjana hegte bereits als Kind den Wunsch, Krankenschwester zu werden, weil sie sich davon Sicherheit versprach. Doch die COVID-19-Pandemie brachte das Bewerbungsverfahren für den Krankenpflegeberuf durcheinander und führte dazu, dass sie sich für ein Studium der Augenheilkunde entschied - eine Wahl, die ihren Weg auf unerwartete Weise geprägt hat.

Nach fast zwei Jahren des dreijährigen Studiums hat Ranjana unschätzbare Erfahrungen gesammelt, vom Umgang mit Patienten über die Handhabung medizinischer Geräte bis hin zur Durchführung von Verfahren wie dem Spritzen von Augen vor Operationen. Diese Erfahrungen erfüllen sie mit Stolz und spornen sie an, weiterzumachen: „Ich bin stolz auf mich, dass ich mich für eine medizinische Laufbahn entschieden habe. Dadurch habe ich nicht nur an Selbstvertrauen gewonnen, sondern auch gelernt, fest an meine Fähigkeiten zu glauben. Nun bin ich mir sicher, dass vor mir eine glänzende Zukunft voller Möglichkeiten liegt.“

Das Stipendium von SOS-Kinderdorf hat Ranjana neue Möglichkeiten eröffnet. „Wenn ich sehe, wie selbstbewusst und stolz meine Kolleg*innen in der Augenklinik arbeiten, motiviert mich das noch mehr an mir zu arbeiten“, teilt sie begeistert mit.

 

*Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.  

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