Kevin – 06.06.19

Alles Gute zum Namenstag

Heute ist Namenstag Kevin. Kevin ist die anglisierte Version aus dem Irischen, bedeutet "hübsch und anmutig ". Hübsch und anmutig werden aber all die Kevins nicht behandelt. Traurige Tatsache ist, dass Kinder, mit bestimmten Vornamen, Vorurteilen ausgesetzt sind.

Vom Kinderstar zum Opfer

Kevin alias Macaulay Culkin – der große Kinderstar! Gut 15 Jahre später kippt die Starfigur und mutiert zum schlimmen, verhaltensauffälligen Jungen. Was ist passiert? Soziologen und Sprachwissenschaftler können bisher noch keine aussagekräftige Antwort liefern. Namen haben schon immer ihre Dynamiken in der Gesellschaft gehabt. Keiner kann ganz genau sagen warum. Die Frage, ob Eltern aus sozial benachteiligten Schichten bevorzugt dazu tendieren, ihren Kindern exotische oder anglo-amerikanische Vornamen zu geben, wird unter Soziologen kontrovers diskutiert. Nur durch das ständige Aufgreifen des Negativ-Images wird das Ganze immer wieder verstärkt. Das Vornamen als Schimpfwörter und Synonym benutzt werden, ist jedoch nichts Neues. Davon können all die Uschis, Horsts und Detlefs ein Lied singen.

Diagnose: Kevin?

Egal ob Kevin, Justin, Chantal - oft stehen sie als Synonym für bildungsferne Problemkinder. Eine deutsche Studie belegt sogar, dass Vornamen Auswirkung auf die Bildungschancen von Kindern haben und Namen wie Charlotte, Sophie, Lukas freundlicher und leistungsstärker auf Lehrer wirken. Auch unter Partnersuchenden steht´s nicht leicht um Kevin. Eine Umfrage enthüllt, dass der Name Kevin selbst bei Nutzerinnen der Flirt-App Tinder am schlechtesten ankommt. Kevin? Nein danke!

 

Kevin Sandner, glücklich liiert, erfolgreich studiert, Berufsstart bei SOS-Kinderdorf in Graz, heute erfolgreicher Mitarbeiter im IT Bereich, im Krankenhaus bei den Barmherzigen Brüdern.

 

 

Kevin Sandner erzählt uns: "Erstmalig wurde ich in der Volksschule mit meinem 'negativen' Namen konfrontiert. Meine Volksschullehrerin hat meinen Eltern erzählt, dass es Lehrer gibt, die Kinder durchaus wegen ihres Namens bereits vorab verurteilen. Meine Lehrerin hat mich allerdings keineswegs verurteilt, ich bin sogar einer ihrer Lieblingsschüler gewesen, obwohl ich doch mit Sicherheit nicht der Bravste war. Ich werde sehr oft in sozialen Medien bei Kevin-Witzen markiert. Der Grund warum ich Kevin heiße ist ein Film "Kevin allein Zuhause". Der Film war zu meiner Geburtszeit (1994) sehr beliebt und meine Eltern gaben mir daher diesen Namen. Ich denke, dass es vielen Eltern zu dieser Zeit so ergangen ist, weil ich nämlich sehr viele Kevin's in meinem Alter kenne!

Ob ich meinen Namen ändern würde? Niemals! Auch wenn ich es könnte!

Ich würde sagen, einfach nicht auf einen Namen beschränken lassen und zeigen, dass die Diagnose Kevin vielleicht sogar eine ganz Positive ist."


SOS-Kinderdorf appelliert an gleiche Chancen für alle Kinder. Egal wie sie heißen.

Vornamen dürfen nicht Stereotyp für ein "Problemkind" sein. Eltern überlegen monatelang, wie sie ihren kleinen Nestling nennen wollen. Einige entscheiden sich für traditionelle Namen, andere für Namen von Menschen, die ihnen in Filmen, Serien oder Büchern ans Herz gewachsen sind oder Modenamen, die im Laufe einer Generation das Stimmungsbarometer erobern. Ob Finn, Mandy oder Kevin.

Also. Liebe Kevins, ALLES GUTE ZUM NAMENSTAG!

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