14.10.26 |  Burgenland

Ein Anker für Kinder und Familien

Frühzeitige Hilfe stärkt Kinder und Familien

SOS-Kinderdorf eröffnet: Ein präventives Tagesangebot in Eisenstadt, welches sich an Kinder, Jugendliche und ihre Familien richtet und Sozialpädgog*innen Kindern Lern- und Freizeitbetreuung in freundlicher Atmosphäre bieten. Zeitgleich ermöglichen Familienberater*innen den Eltern Unterstützung auf Augenhöhe, um gemeinsam intakte Wege für ein gelingendes Zusammenleben zu finden. Vor allem in stürmischen Zeiten brauchen Familien verlässliche Anlaufstellen, einen Ort, wo sie angenommen und verstanden werden, betont SOS-Kinderdorf.

„Die Welt der Familien ist wie ein Meer. Mal ruhig, mal aufgewühlt, mal einladend schön, mal unwirtlich stürmisch. Da braucht es Halt, einen sicheren Hafen, einen verlässlichen Anker.“
Dieser wurde heute geworfen: Gemeinsam mit Landesrat Dr. Leonhard Schneemann, Standortleiter SOS-Kinderdorf Burgenland, Mag. Marek Zeliska, Pädagogische Leiterin DSA Bernadette Kalcher & Team, sowie Istvan Deli, Vizebürgermeister Eisenstadt, Samara Sánchez-Pöll, Jugendgemeinderätin Eisenstadt und Nicole Bartl, Kinder- und Jugendanwältin.

Pädagogische Leiterin, Bernadette Kalcher: „Ich habe ein Symbol mitgebracht: einen Anker. Er symbolisiert die Arbeit im Handlungsfeld Familie, steht für Sicherheit und Stabilität, für Bindung und Halt, für die Verbindung zu den Kindern, Familien, unseren Auftraggeberinnen und Vernetzungspartnern. UND: für Hoffnung, schwierige Lebenssituationen gemeinsam bewältigen zu können.“

 

Bernadette Kalcher hat zuer Eröffnung als Symbol einen Anker mitgebracht.

 

Immer mehr Familien schlittern in schwierige Lebenssituationen. Um diese rechtzeitig abfangen zu können, setzt man gemeinsam auf Prävention: „Was uns am Herzen liegt, ist die Präventionsarbeit“, betont Marek Zeliska, Standortleiter SOS-Kinderdorf Burgenland. „Dafür braucht es individuelle Unterstützung, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Familie abgestimmt ist. In diesen Betreuungssettings kann genau das gewährleistet werden. Danke an ALLE, die uns in dieser Arbeit unterstützen und all das möglich machen."

Mit der Eröffnung des neuen Tagesangebots wird die teilstationäre Kinder- und Jugendhilfe im Burgenland weiter ausgebaut. Das Land Burgenland hat die Initiative für diesen Ausbau gesetzt, SOS-Kinderdorf übernimmt die Umsetzung des Tagesangebots. Soziallandesrat Leonhard Schneemann betonte bei der heutigen Eröffnung die Bedeutung frühzeitiger, bedarfsgerechter Unterstützung für Kinder und ihre Familien. Ziel sei es, Krisen rechtzeitig abzufangen, familiäre Bindungen zu stärken und stationäre Unterbringungen möglichst zu vermeiden, solange das Kindeswohl gesichert sei.

Eröffnung mit (von links) Nicole Bartl, Kinder- und Jugendanwältin; Marek Zeliska, Standortleitung SOS-Kinderdorf Burgenland; Bernadette Kalcher, Pädagogische Leitung Familienstärkendes Tagesangebot Eisenstadt; Leonhard Schneemann, Landesrat; Istvan Deli, Vizebürgermeister Eisenstadt; Samara Sánchez-Pöll, Jugendgemeinderätin Eisenstadt

Individuelle Unterstützung im vertrauten Umfeld

Das Tagesangebot bietet Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Rahmen für ihre persönliche Entwicklung. Dazu zählen die Unterstützung bei den Hausaufgaben, Förderung sozialer Kompetenzen, Hilfe im Umgang mit Konflikten sowie die Stärkung des Selbstvertrauens. Gleichzeitig werden Eltern begleitet, Erziehungskompetenzen gestärkt und gemeinsame Alltagsstrukturen entwickelt. Durch die intensive Begleitung während des Tages sollen Krisen frühzeitig erkannt und bewältigt werden, damit Kinder weiterhin in ihrem vertrauten familiären Umfeld leben können, sofern dies mit dem Kindeswohl vereinbar ist. „Unser Grundsatz lautet: Mobil vor stationär. Wir wollen Familien so früh wie möglich erreichen und ihnen jene Unterstützung anbieten, die sie tatsächlich brauchen. Nicht jede Krise muss in einer Trennung von Eltern und Kindern münden. Entscheidend sind passgenaue Hilfen, verlässliche Beziehungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten“, so Schneemann.
Bewährt hat sich das Modell von SOS-Kinderdorf bereits seit mehreren Jahren in Oberwart.
„Schon viele Kinder konnten durch das familienstärkende Tagesangebot vor einer Fremdunterbringung bewahrt bleiben“, betont Zeliska.

 

Steigender Unterstützungsbedarf in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Burgenland unterstreicht die Bedeutung solcher Angebote. Die Zahl der Gefährdungsabklärungen stieg von 884 im Jahr 2020 auf 1.958 im Jahr 2025. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Kinder in Einrichtungen von 243 auf 362. Die Zahlen verdeutlichen den steigenden Abklärungs- und Unterstützungsbedarf. Zu den Herausforderungen zählen unter anderem psychische Belastungen, familiäre Krisen, Gewalterfahrungen, Vernachlässigung und Suchtproblematiken. Auch Schulverweigerung und Suspendierungen stellen die Kinder- und Jugendhilfe zunehmend vor Aufgaben, die eine enge Zusammenarbeit mit Familien, Schulen und dem Gesundheitsbereich erfordern.

 

Langjährige Partnerschaft

Das SOS-Kinderdorf ist seit 1960 im Burgenland tätig und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der stationären Betreuung sowie in der mobilen und ambulanten Familienarbeit. Mit dem neuen Tagesangebot in Eisenstadt wird die bestehende Unterstützung für Kinder und Familien um einen wichtigen Baustein ergänzt. Schneemann dankte dem Leiter des SOS-Kinderdorfs Burgenland, Marek Zeliska, der pädagogischen Leiterin Bernadette Kalcher und dem gesamten Team sowie den Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe und den Kooperationspartnern für ihren Einsatz. „Wirksame Kinder- und Jugendhilfe lebt vor allem von den Menschen, die Kinder und Familien begleiten. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein verantwortungsvoller Schritt. Jedes Kind verdient die Chance auf eine gute Zukunft – und wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen“, betonte der Landesrat.

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