23.10.26 |  Nachlass

Fast jede vierte Person in Österreich bereit zu Vermächtnis für den guten Zweck

SOS-Kinderdorf und andere gemeinnützige Organisationen der Initiative Vergissmeinnicht gedachten vor Allerheiligen ihrer Testamentsspender*innen

Fast 60 % der Bevölkerung fühlen sich wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert. Das zeigt eine Umfrage unter 2.000 Befragten von „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“, bei der auch SOS-Kinderdorf Mitglied ist. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, gemeinnützige Organisationen testamentarisch zu unterstützen: Das jährliche Aufkommen an Testamentsspenden in Österreich ist auf 122 Mio. Euro gestiegen. Am Friedhof Hietzing in Wien sagten gemeinnützige Organisationen ihren Testamentsspender:innen symbolisch Danke. Auch SOS-Kinderdorf war dabei, um Danke zu sagen.

Nur 31 % der über 40-Jährigen haben mit einem Testament vorgesorgt. Wien liegt mit 30 % knapp unter dem österreichweiten Durchschnitt. Spitzenreiter ist Kärnten mit 40 %, Schlusslicht Tirol mit 24 %. Auch beim Wissen über das Erbrecht gibt es nach wie vor große Lücken. Notarin Dr. Astrid Leopold aus Kumberg bei Graz weiß aus der Praxis: „Die meisten Menschen haben verständlicherweise Ängste, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Doch sind die persönlichen Vorstellungen der Nachlassregelung einmal gemeinsam besprochen und der letzte Wille formuliert, stellt sich meist große Erleichterung ein. Ein Testament ist übrigens immer eine Momentaufnahme und kann selbstverständlich, abgestimmt auf die jeweilige Lebenssituation, jederzeit wieder geändert werden.“

 

Mehr als jeder zehnte Spendeneuro aus einem Testament

Angesichts des demografischen Wandels und zunehmender Einpersonenhaushalte stellt sich für immer mehr Menschen die Frage, was mit ihrem Vermögen nach dem Tod geschehen soll. Sind weder gesetzliche noch testamentarische Erb:innen vorhanden, kann eine Verlassenschaft dem Staat zufallen. 2024 gingen auf diesem Weg über 18,5 Mio. Euro an den Staat. „Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, einen Teil ihres Vermögens gemeinnützigen Einrichtungen zu hinterlassen. Diese Spendenform liegt international im Trend. Auch in Österreich hat das Aufkommen an Testamentsspenden 2025 mit 122 Mio. Euro einen bedeutenden Umfang erreicht – das entspricht fast 12 % des gesamten Spendenaufkommens“, erklärt Ruth Williams, Geschäftsführerin Fundraising Verband Austria.

 

Mehrheit möchte mit gemeinnützigem Vermächtnis über das Leben hinaus Gutes tun

Österreichweit können sich 18 % der über 40-Jährigen vorstellen, ihren gesamten Nachlass gemeinnützigen Einrichtungen zu vermachen. Noch größer ist die Bereitschaft, einen Teil zu vermachen: Hier liegt sie bei 23 % – Vorarlberg bewegt sich mit 29 % an der Spitze, Salzburg mit 15% am unteren Ende der Skala. Der Wunsch, auch nach dem Tod etwas Gutes zu tun, ist laut Studie das wichtigste Motiv für eine Testamentsspende (56 %), gefolgt vom persönlichen Bezug zu einer Organisation (38 %).

 

Testamentsspenden ermöglichen langfristige Hilfe – auch für SOS-Kinderdorf

Tendenziell vererben Testamentsspender:innen Vermögen zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Mehr als 90 % der bisherigen Testamentsspenden stammen von alleinstehenden und kinderlosen Personen. Zunehmend entscheiden sich aber auch Menschen mit Nachkommen dafür, einen Teil ihres Vermögens gemeinnützigen Organisationen zu hinterlassen.

Für SOS-Kinderdorf sind Testamentsspenden seit vielen Jahren von besonderer Bedeutung. Viele Menschen haben mit einer Testamentsspende Kinder und Jugendliche in Not über das eigene Leben hinaus unterstützt. Zu wissen, dass SOS-Kinderdorf diese Kinder professionell betreut und fördert, macht viele 

Testamentsspender:innen glücklich. So auch Susanne Haider, die selbst eine schwierige Kindheit hatte und sich freut, mit ihrem Testament Gutes zu tun. Ihre Motivation: „Ich will etwas Positives hinterlassen!“

SOS-Kinderdorf sagt Danke an alle verstorbenen Testamentssspender*innen, die Positives hinterlassen und vielen Kindern und Jugendlichen einen erfolgreichen Lebensweg ermöglicht haben.

 

Über „Vergissmeinnicht“

Mehr als 100 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Soziales, Tier- und Umweltschutz sowie Kultur gehören zu „Vergissmeinnicht“. Seit 2012 informiert die Initiative in Kooperation mit der Notariatskammer über das Erbrecht und die Möglichkeiten testamentarischer Spenden. Zum Angebot zählen unter anderem ein Erbrechtsratgeber, ein digitaler Testamentsrechner, Notarvideos und kostenlose Veranstaltungen. Weitere Infos: www.vergissmeinnicht.at

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