Eine Idee kommt ins Rollen
Fahrradspendenaktion für das SOS-Kinderdorf Stübing
Über 100 Fahrräder, 3 nagelneue, ganz viele fast wie neu und viele gebrauchte sind in den vergangen Wochen DANK einer beherzten Initiative der Radwerkstatt Willibald ins SOS-Kinderdorf Stübing gerollt.
„Zunächst durften wir drei nagelneue Kinderräder an das SOS-Kinderdorf spenden. Zu hören wie viel Freude, Lachen und Begeisterung diese Räder ausgelöst haben, hat uns so tief berührt, dass daraus gleich noch ein zweites Herzensprojekt entstand“, so die Unterstützenden Bernd und Jasmine Willibald der Radwerkstatt, die sich gefragt haben, was mit all den ungenutzten Fahrrädern ist, die in Garagen, Kellern oder Dachböden herumstehen. Ein Aufruf folgte und die Idee kam ins Rollen – im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir haben die Fahrräder übernommen und kostenlos wieder verkehrstauglich gemacht.“
Unter dem Motto Gemeinsam schenken wir einem Fahrrad eine zweite Chance – und einem Kind ein Stück Freiheit ist ein großartiges Projekt ins Rollen gekommen. "Als Eltern wissen wir selbst, welche Freude und welches Gefühl von Freiheit es einem Kind schenkt, wenn es zum ersten Mal allein Rad fährt. Gleichzeitig stehen so viele gute Räder ungenutzt herum. Wir wollten sie dorthin bringen, wo sie Kindern Abenteuer, Bewegung und ein Stück unbeschwerte Kindheit schenken können“, so die Ideengeber.
Die Standortleitung vom SOS-Kinderdorf Stübing Mirjam Slamar-Halbedl, betont die Wichtigkeit solch wertvoller Initiativen: „Hier sieht man, was das bewirken kann, wenn viele Leute anpacken und ein treibender Motor dahintersteht, wie in diesem Fall die Radwerkstatt Willibald. Da kommt so VIEL GUTES, Bleibendes zustande. Wir sagen auf diesem Weg Danke an alle, die dieses Projekt ermöglicht haben.“

Autofreies Kinderdorf und quietschende Reifen
Für die Kinder im autofreien SOS-Kinderdorf Stübing hat das Radfahren einen ganz besonders hohen Stellenwert. Der 10jährige Ralf ist einer von vielen, den man ständig am Fahrrad mit quietschenden Reifen sieht.
„Das is manchmal knapp, wenn ich den Hügel runterheize. Aber richtig cool. Am liebsten setz ich mich nach der Schule gleich auf mein Rad“, schwärmt er verschwitzt unter quietschgelben Helm. In der Schule gibt’s derzeit oft Ärger, seine geringe Aufmerksamkeitsspanne erfordert von seinem Umfeld viel Geduld. Ralf ist noch nicht lange im Kinderdorf, er kommt aus sehr schwierigen Verhältnissen. Nicole Kleinhappl, SOS-Kinderdorf: „Auf dem Rad kann Ralf seinen ganzen Gefühlen freien Lauf lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er kann sich spüren: Ich lebe. Ich gestalte. Ich wirke“.
Auch der 13jährge Nico ist begeisterter Radfahrer:
„Wenn’s ein bisschen nass is draußen, dass macht mir nix, wenn’s so regnet und Gegenwind geht.“ Nico kam gemeinsam mit seinen Geschwistern ins Kinderdorf. „Manchmal kommt auch meine kleine Schwester mit dem Roller mit. Sie bekommt mal mein Fahrrad, wenn’s mir nicht mehr passt.“