19.05.26 |  Interview

Einblicke in die Arbeit als pädagogische Leiterin von Katrin

Katrin Haslauer-Herrenhof ist pädagogische Leiterin einer Kinderwohngruppe und SOS-Kinderdorf-Familie in Moosburg und bringt umfassende Erfahrung aus unterschiedlichen pädagogischen Bereichen mit. In ihrer Rolle verbindet sie klare Kommunikation mit einem hohen Maß an Empathie und Professionalität. Sie legt großen Wert auf transparente Kommunikation, die Weiterentwicklung ihres Teams und ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeiter*innen motiviert ihr Bestes geben können. Im Interview gibt sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag, spricht über Herausforderungen im Sozialbereich und teilt prägende Erfahrungen sowie wertvolle Tipps für Berufseinsteiger*innen.

 

"Professionalität bedeutet für mich, fachlich kompetent zu arbeiten und gleichzeitig die Bereitschaft mitzubringen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und sich selbst zu reflektieren. Ebenso wichtig ist es, empathisch und menschlich zu bleiben und Entscheidungen verantwortungsvoll zu treffen."

 

Welchen beruflichen Werdegang hast du hinter dir?


Ich habe Erziehungswissenschaften in Graz studiert und zusätzlich ein Individualstudium mit den Schwerpunkten Pflegewissenschaften sowie Frauen- und Geschlechterforschung absolviert. Später habe ich Soziale Arbeit studiert und mich als zertifizierte Sexualpädagogin und Projektmanagerin weitergebildet. Meine ersten beruflichen Erfahrungen bei SOS-Kinderdorf sammelte ich bereits 2004, seitdem bin ich Teil der Organisation.


Was verstehst du unter guter Führungskultur?


Gute Führungskultur bedeutet für mich, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Vertrauen herrscht, Erwartungen und Ziele klar kommuniziert werden und Mitarbeiter*innen die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln. Wichtig ist auch, offen für neue Perspektiven zu bleiben und ein Umfeld zu fördern, in dem Menschen ihr Bestes geben – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus innerer Motivation heraus.


Was sind deine wichtigsten Aufgaben als Führungskraft?


Eine zentrale Aufgabe ist für mich die klare und transparente Kommunikation von Erwartungen. Ebenso wichtig ist, die Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter*innen sowie die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, damit sie professionell arbeiten können. Darüber hinaus gehört es dazu, Entscheidungen zu treffen, diese verantwortungsvoll zu vertreten und auch nachvollziehbar zu erklären.


Was bedeutet für dich Professionalität? Wie zeigt sich diese im Arbeitsalltag?


Professionalität bedeutet für mich, fachlich kompetent zu arbeiten und gleichzeitig die Bereitschaft mitzubringen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und sich selbst zu reflektieren. Ebenso wichtig ist es, empathisch und menschlich zu bleiben und Entscheidungen verantwortungsvoll zu treffen. Im Arbeitsalltag zeigt sich das genau in dieser Kombination aus Fachlichkeit, Reflexion und zwischenmenschlicher Haltung.


Welche Herausforderungen gibt es in deinem Job?


Zu den größten Herausforderungen zählen aktuell der Mangel an Personal- und Zeitressourcen sowie der hohe Aufwand durch Dokumentation und bürokratische Anforderungen. Als besonders herausfordernd erlebe ich auch nach den vielen Jahren noch die Geschichten der Kinder und Jugendlichen. Hier benötigt es die professionelle Distanz um gute Arbeit und Weiterentwicklung zu leisten aber auch die entsprechende Nähe um sie in ihren Lebenssituationen verstehen zu können und sie dort abzuholen wo sie stehen mit all ihren Stärken, Fähigkeiten aber auch Belastungen.


Was hat sich deiner Meinung nach in den letzten Jahren in der pädagogischen Arbeit verändert und was ist gleichgeblieben?


Die Arbeit ist insgesamt deutlich schnelllebiger geworden, und es wird immer wichtiger, sich flexibel an neue Gegebenheiten anzupassen. Auch die Themenfelder sind vielfältiger und komplexer geworden, insbesondere die Arbeit mit Herkunftssystemen stellt eine größere Herausforderung dar. Gleichzeitig hat sich die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen intensiviert, was ich als sehr positiv erlebe. Gleich geblieben ist jedoch der Kern der Arbeit: die Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.


Was gefällt dir am besten an SOS-Kinderdorf, deinem Arbeitgeber?


Ich schätze besonders die Vielfalt der Arbeitsfelder und den Mut zur Veränderung und Innovation am Standort. Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind hervorragend, ebenso wie die Angebote zur Einzel- und Teamsupervision. Auch Möglichkeiten wie ein Sabbatical tragen zur Attraktivität des Arbeitsplatzes bei.


Besondere Erlebnisse, die dir im Gedächtnis geblieben sind:


Besonders berührend ist es, wenn Kinder und Jugendliche nach vielen Jahren wiederkommen, von ihren Erlebnissen berichten oder einfach nachsehen möchten, ob ihre früheren Bezugspersonen noch da sind. Auch wenn sie sich melden und erzählen, wo sie im Leben stehen, sind das sehr wertvolle Momente.


Hast du einen Tipp für neue Mitarbeiter*innen und Berufseinsteiger*innen, die sich für einen Job bei SOS-Kinderdorf interessieren?


Mein Tipp ist, motiviert und offen für Neues zu sein und den Mut zu haben, eigene Ideen und Sichtweisen einzubringen. Auch wenn die Arbeit manchmal herausfordernd ist, lohnt sie sich auf jeden Fall.

 

Vielen Dank, liebe Katrin, für die inspirierenden Einblicke in deinen Werdegang und deine Tätigkeit bei SOS-Kinderdorf in Moosburg.

 

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