SOS-Kinderdörfer in Thailand

SOS-Kinderdorf begann seine T√§tigkeit in Thailand im Jahr 1971, nachdem die thail√§ndische K√∂nigin Sirikit die Arbeit der Organisation bei einem Staatsbesuch in √Ėsterreich kennengelernt hatte. Zu Beginn war unsere Organisation in Bangpoo nahe der Hauptstadt Bangkok t√§tig. Im Laufe der Jahre sind zus√§tzliche Programme an mittlerweile vier weiteren Standorten ins Leben gerufen worden.

Die gesellschaftliche Entwicklung


Schwestern wachsen zusammen auf (Foto: SOS-Archiv).
Das K√∂nigreich Thailand liegt in S√ľdostasien. Die Bev√∂lkerung bel√§uft sich auf 67,4 Millionen (Juli 2013, Sch√§tzung), die Hauptstadt Bangkok hat 6,9 Millionen Einwohner. Bangkok ist sowohl die gr√∂√üte Stadt des Landes als auch das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands. Die offizielle Landessprache ist thail√§ndisch, und √ľber 94% der Bev√∂lkerung sind Anh√§nger der Staatsreligion des Theravada-Buddhismus.

In den vergangenen Jahrzehnten hat Thailand einen umfassenden Wandel durchlaufen. Auf politischer Ebene gab es viele Wechsel zwischen militärischen Regimes bis hin zu gewählten Regierungsformen. Trotz der politisch instabilen Lage ist die Wirtschaft des Landes im Aufschwung begriffen. Thailand zählt zu den am höchsten entwickelten Ländern der Region.

Familien von Armut betroffen

Thailand war in der Vergangenheit eine Agrarwirtschaft. Seit den 80er Jahren hat sich die Politik der Regierung auf die Diversifizierung der Wirtschaft konzentriert. Das Wirtschaftswachstum liegt um sechs Prozent und die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei etwa 0,7 Prozent (2012, Sch√§tzungen). Zurzeit spielt der Dienstleistungssektor (etwa 48 Prozent der Besch√§ftigten) eine bedeutende Rolle f√ľr die Wirtschaft. Der Tourismus stellt eine bedeutende Einkommensquelle dar. Die Sch√∂nheiten des Landes ziehen Millionen ausl√§ndische Besucher an.

Die wirtschaftliche Entwicklung hat zu gro√üen Ver√§nderungen in der thail√§ndischen Gesellschaft gef√ľhrt. Viele Menschen sind auf der Suche nach Arbeit in die Stadtgebiete gezogen - derzeit leben etwa 34 Prozent der Einwohner in den St√§dten, und die Zahlen steigen weiter an. Das gute Wirtschaftsklima lockt auch Arbeiter aus den h√§ufig √§rmeren Nachbarl√§ndern wie Laos oder Kambodscha nach Thailand.

Trotz der verbesserten wirtschaftlichen Lage leben auch heute noch circa acht Prozent der Thailänder unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Obwohl die Zahl der Menschen, die in Armut leben, im Durchschnitt gesenkt werden konnte, gibt es große Unterschiede zwischen den Provinzen zu verzeichnen. Das Armutsniveau ist in Bangkok und den umliegenden Gebieten am niedrigsten. Dagegen leben andere Menschen, vor allem in den ländlichen Gebieten, weiterhin in extremer Armut.

Auch der Menschenhandel stellt ein gro√ües Problem dar. Obwohl die Regierung im Jahr 2008 ein Gesetz gegen Menschenhandel verabschiedet hat, geht die Durchf√ľhrung nur schrittweise voran. M√§nner, Frauen und Kinder werden nach Thailand und aus Thailand in andere L√§nder verschleppt und m√ľssen Zwangsarbeit in der Industrie, dem Fischfang, dem Bauwesen und der Landwirtschaft verrichten. Viele thail√§ndische Frauen werden von internationalen kriminellen Banden verschleppt und im In- und Ausland zur Arbeit in der Sexindustrie gezwungen.

Die Ausbeutung von Kindern bleibt ein Problem


Gemeinsam Hausaufgaben machen (Foto: N. Somchat).
In Thailand leben 17,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Obwohl sich die Lage in den letzten Jahrzehnten allgemein verbessert hat, leben immer noch viele Kinder in Not. Nach Sch√§tzungen von UNICEF leben in Thailand etwa eine Million hilfsbed√ľrftiger Kinder. Dazu z√§hlen Kinder in Armut oder ohne elterliche F√ľrsorge, Kinder mit Behinderungen und Stra√üenkinder. Gesch√§tzte 290 000 Waisenkinder haben ihre Eltern an HIV/AIDS verloren.

Obwohl die Quote der Kinderarbeit in Thailand in letzten zwei Jahrzehnten erfolgreich gesenkt werden konnte, stellt die Ausbeutung von Kindern nach wie vor ein gro√ües Problem dar. Nach offiziellen Sch√§tzungen m√ľssen acht Prozent der Kinder zwischen f√ľnf und 14 Jahren arbeiten, aber man kann davon ausgehen, dass die Zahlen in Wirklichkeit viel h√∂her sind. Es besteht eine gro√üe Nachfrage nach billigen ungelernten Arbeitskr√§ften, und Kinder m√ľssen h√§ufig in Fabriken, der Fischerei, im Bauwesen und in der Landwirtschaft arbeiten. Andere werden Opfer kommerzieller sexueller Ausbeutung und werden zum Betteln auf die Stra√üe geschickt. Viele Kinder sind schwerem Missbrauch durch ihre Arbeitgeber ausgesetzt; manche werden sogar eingesperrt. Kinder von Migranten, Kinder aus armen Familien und Kinder, die von Zuhause weggelaufen sind oder die Schule abgebrochen haben, sind in besonderem Ma√üe davon bedroht, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit verrichten zu m√ľssen.

SOS-Kinderdorf in Thailand

Der j√ľngste Wandel in der thail√§ndischen Gesellschaft hat SOS-Kinderdorf dazu veranlasst, seine Unterst√ľtzung f√ľr Kinder, junge Menschen und Familien in Not an die neuen Verh√§ltnisse anzupassen. Im Jahr 2008 begann SOS-Kinderdorf beispielsweise auf der Insel Phuket Unterst√ľtzungsma√ünahmen f√ľr Kinder, die ihre Eltern im Tsunami von 2004 verloren hatten. An allen f√ľnf Standorten unserer Organisation k√∂nnen Kinder aus der Gemeinde in den SOS-Kinderg√§rten betreut werden, und Kinder ohne elterliche F√ľrsorge finden bei SOS-M√ľttern ein neues liebevolles Zuhause. √Ąltere Kinder k√∂nnen in Jugendeinrichtungen ziehen, in denen sie auf ihrem Weg in die Selbst√§ndigkeit von ausgebildeten Fachkr√§ften begleitet werden.

Website von SOS-Kinderdorf Thailand
(verf√ľgbar auf Thai und Englisch)



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