SOS-Kinderdorf Surkhet

In dieser entlegenen Gebirgsregion, in der die meisten Menschen von der Subsistenzwirtschaft leben, herrscht gro√üe Armut. SOS-Kinderdorf beschloss die Aufnahme seiner T√§tigkeit vor Ort aufgrund der Abgeschiedenheit der Region und dem Mangel an Infrastruktur und Basisdienstleistungen f√ľr die lokale Bev√∂lkerung.

Junge Mädchen sind in der nepalesischen Gesellschaft besonders benachteiligt

Kinder leben mit ihren Br√ľdern und Schwestern im SOS-Kinderdorf Surkhet (Foto: SOS-Archiv).
Kinder leben mit ihren Br√ľdern und Schwestern im SOS-Kinderdorf Surkhet (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Surkhet liegt in einem kleinen Tal im Westen des Landes auf einer Höhe von 1000 m. Die nächste größere Stadt Nepalgunj ist 106 km entfernt. Das Surkhet-Tal war und ist auf dem Straßenweg schwer zu erreichen. Viele Städte und Gemeinden sind weitgehend isoliert. Es gibt nur wenige öffentlichen Dienstleistungen, die Infrastruktur ist veraltet, und die meisten Bewohner der Region leben in extremer Armut. Aufgrund des Mangels an medizinischer Versorgung ist auch die Säuglingssterblichkeitsrate in der Region sehr hoch.

Heute werden zwar 84 Prozent aller nepalesischen Kinder eingeschult, aber 50 Prozent brechen bereits mit zehn Jahren die Schule ab, und nur 27 Prozent besuchen eine weiterf√ľhrende Schule. Zahlreiche Eltern k√∂nnen sich die Kosten f√ľr Schulgeb√ľhren, Schuluniformen, B√ľcher und den Schulweg nicht leisten. Aufgrund der Armut der Menschen in der Region, die √ľberwiegend von der Subsistenzwirtschaft leben, m√ľssen viele Kinder die Schule abbrechen und ihren Eltern im Familienbetrieb helfen.

Die Lage der Frauen in Nepal hat sich in j√ľngster Zeit etwas gebessert. So wurde beispielsweise im Jahr 2009 das erste Gesetz gegen h√§usliche Gewalt erlassen. Von 1996 bis 2006 war das durchschnittliche Heiratsalter der Frauen von 16,4 auf 17,2 Jahre gestiegen. Dennoch sind nach wie vor zahlreiche Frauen und M√§dchen vom wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben ihres Landes ausgeschlossen: 73 Prozent der Frauen √ľber 15 Jahren k√∂nnen weder noch schreiben. Immer wieder werden Frauen und M√§dchen zur Verrichtung von Zwangsarbeit nach Indien verschleppt. Sch√§tzungen zufolge geraten jedes Jahr bis zu 12 000 Frauen und M√§dchen in die F√§nge von Menschenh√§ndlern.

Ganzheitliche Unterst√ľtzung von Familien f√ľr ein sicheres und liebevolles Zuhause

Das SOS-Sozialzentrum Surkhet leitet ein Familienst√§rkungsprogramm zur Unterst√ľtzung gef√§hrdeter Familien in der Gemeinde. Wir bieten Alphabetisierungskurse f√ľr Kinder, die keine Schulbildung erhalten haben und vergeben Stipendien, damit arme Kinder nicht aufgrund der finanziellen Not ihrer Familien die Schule abbrechen m√ľssen. In der Kindertagesst√§tte des SOS-Sozialzentrums k√∂nnen Eltern ihre Kinder in sichere Obhut geben, w√§hrend sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wir bieten Lehrg√§nge f√ľr Frauen und Unterst√ľtzung bei der Einkommensf√∂rderung, damit Familien finanziell unabh√§ngig werden k√∂nnen.

Unser SOS-Sozialzentrum in der n√§chsten gr√∂√üeren Stadt Nepalgunj, die etwa 100 km vom Kinderdorf entfernt ist, leistet derzeit √ľber 1200 Menschen Unterst√ľtzung. Wir vergeben Schulstipendien, damit Kinder weiter zur Schule gehen k√∂nnen, und leiten eine Kindertagesst√§tte f√ľr die Betreuung von Kleinkindern. Im SOS-medizinischen Zentrum werden jedes Jahr knapp
10 000 Patienten ärztlich betreut. Hier erhalten notleidende Menschen aus der lokalen Bevölkerung, die sich sonst keine medizinische Versorgung leisten könnten, kostenlose Vorsorgeuntersuchungen sowie Behandlungen und Medikamente.

Unsere Arbeit in Surkhet

Kinder lernen zusammen.  (Foto: SOS-Archiv)
Kinder lernen zusammen. (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Surkhet wurde im Jahr 1987 er√∂ffnet. Kinder aus der Region, die nicht l√§nger bei ihren Eltern leben k√∂nnen, finden heute in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M√ľttern f√ľrsorglich betreut.
Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Knapp 600 Sch√ľlerInnen werden in der Prim√§r- und Sekundarstufe unserer Schulen unterrichtet.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, k√∂nnen in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkr√§ften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. In getrennten H√§usern f√ľr M√§dchen und Jungen werden sie von ausgebildeten Jugendp√§dagogen betreut und unterst√ľtzt. Sie bleiben nat√ľrlich weiter in engem Kontakt mit ihrer SOS-Mutter und ihren Geschwistern.
 

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