SOS-Kinderdörfer in Jordanien
Das Haschemitische Königreich Jordanien, ein halbtrockenes Land in Westasien, in dem 11 Millionen Menschen leben, wird als „Oase der Stabilität“ bezeichnet und beherbergt mehr als 3 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, Palästina und dem Irak. Der Flüchtlingszustrom hat zu einer erheblichen Belastung der nationalen Ressourcen und der Infrastruktur geführt. Da mehr als die Hälfte des Landes aus Wüste besteht, leben rund 80% der jordanischen Bevölkerung in städtischen Gebieten und ebenso etwa 80% der Flüchtlinge, die am stärksten gefährdet sind, da ihr Zugang zu Hilfeleistungen nicht gewährleistet ist.
Seit 1986 unterstützt SOS-Kinderdorf in Jordanien Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen, oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Kinderarbeit
Von den 150.000 Kindern, die in Jordanien Kinderarbeit verrichten, arbeiten mindestens 60% in gefährlichen Umgebungen. Dazu gehören die Arbeit auf der Straße, die Bedienung gefährlicher Maschinen und das Heben schwerer Lasten. Sie arbeiten lange Stunden und/oder unter ungesunden Lebensbedingungen. Armut ist einer der Hauptgründe, warum Kinder arbeiten müssen. Die meisten brechen schließlich die Schule ab. Kinderarbeit raubt den Kindern ihre Kindheit. Sie beraubt sie ihrer Bildung und ihrer Rechte, setzt sie der Gewalt aus und fügt ihnen körperlichen und geistigen Schaden zu.
Vernachlässigung
Rund 16% der jordanischen Kinder leiden darunter, dass sie von ihren Eltern nicht beaufsichtigt und erzogen werden. Dazu gehören körperliche und emotionale Vernachlässigung, die Unfähigkeit, ein Kind zu versorgen oder seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, sowie die Ausübung von körperlicher Gewalt. Viele Kinder haben das Gefühl, dass ihre Eltern sich nicht um sie kümmern und/oder dass sie wertlos sind. Das wirkt sich erheblich auf ihre Zukunft aus.
Armut
Die Armut in Jordanien ist groß: 16% der jordanischen Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Rund 23% sind arbeitslos. Armut ist vor allem in ländlichen Gebieten zu finden, wo die Haushalte größer sind und es weniger Möglichkeiten gibt, den Lebensunterhalt zu verdienen. Für Kinder aus Familien, die als Flüchtlinge nach Jordanien gekommen sind, ist das Problem deutlich größer: 85% leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Jordanien verändern