SOS-Kinderdorf Flores

SOS-Kinderdorf begann seine TĂ€tigkeit auf der Insel Flores im Jahr 1992 mit einem Soforthilfeprogramm, nachdem ein Erdbeben und der darauffolgende Tsunami die Region verwĂŒstet hatten. Aus der zeitlich befristeten Maßnahme zur UnterstĂŒtzung notleidender Kinder und Familien sind eine Reihe langfristiger Programme entstanden, die sich heute unter anderem fĂŒr die Rechte der Kinder in der Region einsetzen.

Flores ist selbst fĂŒr indonesische VerhĂ€ltnisse arm


Dank unserer liebevollen FĂŒrsorge können diese beiden Kinder wieder lachen (Foto: B. Neeleman)
Das SOS-Kinderdorf Flores liegt am Stadtrand von Maumere, der mit circa 1,8 Millionen Einwohnern (SchĂ€tzung 2010) grĂ¶ĂŸten Stadt der Insel Flores, die einst eine portugiesische Kolonie gewesen war. Die Mehrzahl der Einwohner sind Katholiken.

Die Insel gehört zu den Ă€rmsten Regionen Indonesiens. In der Vergangenheit waren die meisten Menschen in der Landwirtschaft und dem Fischfang beschĂ€ftigt. Die Belebung des Tourismus hat zu einigen Verbesserungen der Lebensbedingungen gefĂŒhrt, aber zahlreiche Gegenden - vor allem auf dem Land - sind immer noch von der Grundversorgung abgeschnitten. Es fehlt an befestigten Straßen, Wasser, sanitĂ€ren Einrichtungen sowie Bildung und medizinischer Versorgung. Fast die HĂ€lfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, etwa 33 Prozent haben keine medizinische Versorgung. Angesichts dieser schwierigen Lebensbedingungen verlassen viele junge ErwerbstĂ€tige auf der Suche nach Arbeit die Insel und ziehen in andere Regionen Indonesiens oder ins Ausland. Die Geldsendungen der Migranten stellen eine wichtige Einkommensquelle fĂŒr Angehörige dar, die auf der Insel geblieben sind.

In einer ĂŒberwiegend landwirtschaftlich geprĂ€gten Region sind die Menschen von sicheren Ernten abhĂ€ngig. Viele Familien kĂ€mpfen ums Überleben; hĂ€ufig leiden ihre Kinder am meisten unter der Not. Kinder, die in Armut aufwachsen, sind besonders gefĂ€hrdet. Manche Eltern können ihre Kinder nicht mit ausreichend Nahrung versorgen - geschĂ€tzte 38 Prozent aller Kinder leiden an UnterernĂ€hrung. Andere Familien haben vielleicht genug zu essen, können aber nur davon trĂ€umen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Diese schwierigen sozialen und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse stellen fĂŒr viele Familien eine enorme Belastung dar. Wenn sie an der Armut zerbrechen, bleiben ihre Kinder hĂ€ufig ohne elterliche FĂŒrsorge zurĂŒck.

Bedarfsgerechte langfristige UnterstĂŒtzung fĂŒr notleidende Familien

SOS-Kinderdorf begann seine TĂ€tigkeit in Flores nach dem verheerenden Erdbeben vom Dezember 1992, durch das zahlreiche Kinder die elterliche FĂŒrsorge verloren hatten. GeschĂ€tzte 2500 Menschen kamen ums Leben, ein Großteil der GebĂ€ude und der Infrastruktur wurden schwer beschĂ€digt oder sogar komplett zerstört.

Unsere Arbeit in Flores


Mutter und Tochter in unserem FamilienstĂ€rkungsprogramm (Foto: SOS-Archiv) 
SOS-Kinderdorf Indonesien startete im Jahr 2005 seine ersten FamilienstĂ€rkungsprogramme. Gemeinsam mit den lokalen Behörden unterstĂŒtzen wir Familien, die von ZerrĂŒttung bedroht sind und deren Kinder Gefahr laufen, die elterliche FĂŒrsorge zu verlieren. Das SOS-Sozialzentrum in Maumere bietet Beratungen und Gemeinschaftshilfe. Wir ermöglichen Kindern den Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und psychosozialer Betreuung. Familien erhalten Lebensmittel oder Hilfe bei der Einkommensförderung und dem Umgang mit Behörden. Durch die Teilnahme an Workshops und Selbsthilfegruppen werden die elterlichen Kompetenzen und das Bewusstsein fĂŒr Kinderrechte erweitert. Im SOS-Kindergarten werden bis zu 90 Kinder den Tag ĂŒber betreut. FĂŒr berufstĂ€tige Eltern ist es von großer Bedeutung, ihre Kinder in professioneller Obhut zu wissen, damit sie wĂ€hrend der Arbeitszeiten nicht unbeaufsichtigt zurĂŒckbleiben.

Kinder, die nicht lĂ€nger bei ihren Familien leben können, finden in einer der 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von einer SOS-Mutter fĂŒrsorglich betreut. Die Kinder werden im SOS-Kindergarten und der Vorschule zusammen mit Kindern aus der Gemeinde unterrichtet. SpĂ€ter besuchen sie die nahegelegenen Schulen und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der UnterstĂŒtzung qualifizierter FachkrĂ€fte lernen sie Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidung zu treffen.



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