SOS-Kinderdorf Sansibar

Sansibar hat 2011 ein neues Gesetz zum besseren Schutz der Kinderrechte und des Kindeswohls verabschiedet. Dies ist ein wichtiger Schritt im Bereich des Kinderschutzes, aber es m√ľssen noch viele weitere Anstrengungen unternommen werden.

Ungleichheit der Geschlechter und Diskriminierung gefährden Zukunft der Mädchen

Kinder tanzen mit ihren Lehrerin auf dem Spielplatz (Foto: SOS-Archiv)

Sansibar ist ein semi-autonomer Inselstaat, der zur Republik Tansania geh√∂rt. Die Bev√∂lkerung umfasst rund eine Million Einwohner. W√§hrend die Inselgruppe einst zu den weltweit f√ľhrenden Produzenten von Gew√ľrznelken geh√∂rte, haben der internationale Wettbewerb und andere globale Faktoren seit den 1970er Jahren zu einem Umsatzr√ľckgang der Nelken von 80 Prozent gef√ľhrt. Das Armutsniveau ist hoch, und vor allem w√§hrend der Erntezeit und der touristischen Hauptsaison ist das Ph√§nomen der Kinderarbeit weit verbreitet. Zahlreiche Kinder verkaufen sich dar√ľber hinaus an Sextouristen.

In j√ľngster Zeit gibt es einige Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter zu verzeichnen. Die Einschulungsrate ist bei Jungen und M√§dchen mittlerweile fast gleich hoch, aber nach wie vor besuchen wesentlich mehr Jungen eine h√∂here Schule. Im Jahr 2005 wurde ein Gesetz, nachdem eine Schwangerschaft unverheirateter M√§dchen und Frauen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden konnte, endlich aufgehoben. Dennoch sind Zwangsverheiratungen und Fr√ľhehen noch weit verbreitet. Sexuelle und geschlechterspezifische Gewalt sowie Gewalt gegen Kinder geh√∂ren ebenso zu den Problemen des Landes. Viele junge M√§dchen werden vom tansanischen Festland nach Sansibar verschleppt, um als Hausangestellte zu arbeiten. Wenn sie zu fliehen versuchen, werden sie h√§ufig zur Prostitution gezwungen.

Die Regierung hat zwar die Malaria-Pr√§valenz auf knapp ein Prozent senken k√∂nnen, aber andere Krankheiten sind dennoch weit verbreitet. HIV/AIDS bedroht das Leben vieler Menschen und kann zur Zerr√ľttung von Familien f√ľhren. Die Erkrankten werden nach wie vor diskriminiert.
 

St√§rkung der Gemeinde f√ľr eine nachhaltige Entwicklung

SOS-Kinderdorf begann seine T√§tigkeit in Tansania im Jahr 1995 zuerst auf der Insel Sansibar. Zu den wichtigsten Angeboten z√§hlt heute unser Familienst√§rkungsprogramm. Das SOS-Familienst√§rkungsprogramm versucht die Not der lokalen Bev√∂lkerung durch verschiedene Angebote zu lindern. Wir √ľbernehmen Schulgeb√ľhren, stellen Schuluniformen und helfen Kindern bei den Hausaufgaben. Dar√ľber hinaus bieten wir Kurse f√ľr Kinder, die nie die Chance auf einen Schulbesuch hatten. Notleidende Familien, kindergef√ľhrte Haushalte und Menschen, die an HIV/AIDS erkrankt sind, werden mit Nahrungsmittelpaketen versorgt.

Gemeinsam mit Partnerorganisationen helfen wir Eltern, ihre Situation ganzheitlich und nachhaltig zu verbessern. Sie erhalten berufliche Bildung und Mikrokredite, um sich selbst√§ndig machen zu k√∂nnen. Dar√ľber hinaus bieten wir Schulungen √ľber Kindesgesundheit und Kindesentwicklung, Ern√§hrung, Hygiene und Kinderrechte. Bis zu 600 Kinder und 150 Erwachsene werden durch das Programm beg√ľnstigt.

Unsere Arbeit in Sansibar

Junge Frauen lernen in der SOS-Kinderdorf-Schule (Foto: SOS-Archiv)

Betreuung in SOS-Familien: Bis zu 110 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k√∂nnen, finden in elf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern f√ľrsorglich betreut.

Bildung: Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Dadurch k√∂nnen sie Freundschaften schlie√üen und sind bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Etwa 900 Sch√ľlerInnen werden in den Grund- und Sekundarschulen von SOS-Kinderdorf unterrichtet.

Unterst√ľtzung f√ľr Jugendliche: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m√∂chten, k√∂nnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Qualifizierte SOS-JugendberaterInnen begleiten und unterst√ľtzen die jungen Menschen auf ihrem Weg in die Selbst√§ndigkeit.

 



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