SOS-Kinderdörfer in Sambia

Die Kinder in Sambia sind mit einer harten Realität konfrontiert. Tausende sind zu AIDS-Waisen geworden und wachsen ohne elterliche Fürsorge auf, viele von ihnen in erdrückender Armut. Der Zugang zur Grundausbildung ist in einigen Regionen Sambias reines Wunschdenken. Vor diesem Hintergrund beschloss SOS-Kinderdorf, seine Tätigkeit in diesem südafrikanischen Land aufzunehmen.

Sambia bleibt eines der ärmsten Länder in Afrika

Fleißig lernen (Foto: SOS-Archiv)
Kinder in unserer Obhut wachsen zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern in stabilen Familien auf  (Foto: SOS-Archiv).

Die Gesamtbevölkerung Sambias beträgt mehr als 17 Millionen, ca. 54 Prozent der Einwohner sind Kinder unter 18 Jahren.

Während Sambia einst aufgrund der Kupfererzeugung eine blühende Nation war, wurde die Wirtschaft mittlerweile schlechter. Heute zählt es zu einem der ärmsten Länder in Afrika.

Politische Misswirtschaft und sinkende Kupferpreise auf dem Weltmarkt gehören zu den Hauptgründen für die Probleme des Landes.



Niedrige Lebenserwartung und andauernde große Armut

Heute leben mehr als 60 Prozent der Menschen in Sambia in Armut. In den ländlichen Regionen sind die Armutsquoten besonders hoch, und der Zugang zur elementaren Grundversorgung mit fließendem Wasser, sanitären Einrichtungen und menschenwürdigen Behausungen ist sehr begrenzt. Trotz des Reichtums an fruchtbaren Böden herrscht in Sambia eine ständige Nahrungsmittelknappheit. Die Kluft zwischen Stadt und Land ist in den letzten Jahren noch größer geworden.

In Sambias nationalem Entwicklungsplan, der die Strategien der Regierung zur Bekämpfung der Armut darlegt, wird die soziale Sicherheit als eine wichtige Säule des Wachstums angesehen. Die Umsetzung dieser Strategien bleibt jedoch nach wie vor eine Herausforderung. Häufig sind extrem arme Haushalte auch stärker durch HIV/AIDS, Dürren und Überflutungen und neue Gesetze für der Landwirtschaft gefährdet. Aufgrund der sozioökonomischen Bedingungen, unter denen viele Sambier leben müssen, liegt die Lebenserwartung des Landes bei niedrigen 57 Jahren. Die Ausbreitung der HIV/AIDS-Epidemie ist in Sambia besonders beunruhigend; mit 11,6 Prozent zählt die HIV-Prävalenzrate zu den höchsten in ganz Afrika. 670 000 sambische Kinder sind durch AIDS zu Waisen geworden, einer Krankheit, die nach wie vor eins der größten Probleme für die öffentliche Gesundheit darstellt.
 

Kinder brauchen dringend Schutz

Fleißig lernen (Foto: SOS-Archiv)
Fleißig lernen (Foto: SOS-Archiv)

Die Kinder in Sambia gehören zu den schwächsten Bevölkerungsgruppen. Zu Kindern, die besonderen Schutz brauchen, gehören sowohl solche, die ihre Eltern verloren haben, als auch jene, die von ihren Familien vernachlässigt, misshandelt oder zu schlimmen Formen der Kinderarbeit gezwungen werden.

Obwohl der rechtliche Rahmen zum Schutz der Kinder durchaus besteht und klare Vorgaben enthält, hat die Realität gezeigt, dass die Verletzung der Kinderrechte zu den größten Herausforderungen zählt, die das Land bewältigen muss.

Die Hauptursache für die Verletzung von Kinderrechten liegt in zerrütteten Familienstrukturen, der sozioökonomischen Lage und der unzureichenden Umsetzung der bestehenden Gesetze. 1,4 Millionen Kinder in Sambia haben ein oder beide Elternteile verloren.
In den vergangenen Jahren wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Bekämpfung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit ergriffen. Die aktuellen Zahlen belegen, dass einige dieser Kampagnen erfolgreich waren - die Müttersterblichkeitsrate ist auf 24 pro 1,000 Lebendgeburten deutlich gesunken.
 

SOS-Kinderdorf in Sambia

SOS-Kinderdorf ist seit 1996 in Sambia tätig.

Familien stärken: Seit 2002 betreiben wir SOS-Familienstärkungsprogramme, damit Kinder, die vom Verlust der Betreuung und des Schutzes ihrer Familien gefährdet sind, in einem fürsorglichen familiären Umfeld aufwachsen können.

Betreuung von Kindern, die nicht bei ihren Familien leben können: Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden bei SOS-Familien ein neues Zuhause. Sie wachsen gemeinsam mit ihren Geschwistern in der Betreuung von SOS-Eltern auf.
Wann immer möglich, arbeiten wir eng mit den Herkunftsfamilien der Kinder zusammen, damit sie in Kontakt bleiben können. In manchen Fällen können die Kinder zu ihren Familien zurückkehren. In diesem Fall unterstützen wir sie während der Übergangszeit und der Eingewöhnung.

Bildung: Mehr als 1,500 Kinder besuchen landesweit die Kindergärten und Schulen, die SOS-Kinderdorf in Madagaskar betreibt.

Unterstützung für junge Menschen: SOS-Kinderdorf unterstützt junge Menschen, bis sie selbständig leben können. Wir leisten ihnen Unterstützung, bis sie ihr Studium oder ihre Ausbildung beenden und eine erste Arbeit finden.

Medizinische Versorgung: Die medizinischen Zentren setzen sich für die Prävention und Behandlung von Krankheiten ein. Wir bieten Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen und helfen darüber hinaus schwangeren Frauen und Kleinkindern



Website von SOS-Kinderdorf Sambia
(verfügbar auf Englisch)



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