SOS-Kinderdörfer in Sambia

Die Kinder in Sambia sind mit einer harten Realit√§t konfrontiert. Tausende sind zu AIDS-Waisen geworden und wachsen ohne elterliche F√ľrsorge auf, viele von ihnen in erdr√ľckender Armut. Der Zugang zur Grundausbildung ist in einigen Regionen Sambias reines Wunschdenken. Vor diesem Hintergrund beschloss SOS-Kinderdorf, seine T√§tigkeit in diesem s√ľdafrikanischen Land aufzunehmen.

Trotz des j√ľngsten Wachstums bleibt Sambia eines der √§rmsten L√§nder in Afrika

Fleißig lernen (Foto: SOS-Archiv)
Fleißig lernen (Foto: SOS-Archiv)

Die Gesamtbev√∂lkerung Sambias betr√§gt 14,1 Millionen, ca. 50 Prozent der Einwohner sind Kinder unter 14 Jahren. Das heutige Sambia geh√∂rte fr√ľher zu "Nordrhodesien", das bis zum Jahr 1923 von der britischen "S√ľdafrikagesellschaft" beherrscht und verwaltet wurde.

W√§hrend Sambia einst aufgrund der Kupfererzeugung bis zu seiner Unabh√§ngigkeit im Jahr 1964 eine bl√ľhende Nation war, wurde die Wirtschaft mittlerweile schlechter. Heute z√§hlt es zu einem der √§rmsten L√§nder in Afrika. Das koloniale Erbe, politische Misswirtschaft und sinkende Kupferpreise auf dem Weltmarkt geh√∂ren zu den Hauptgr√ľnden f√ľr die Probleme des Landes.

Niedrige Lebenserwartung und andauernde große Armut

Als die Kupferpreise in den 60er Jahren in den Keller fielen, geriet die Wirtschaft des Landes in eine tiefe Krise. Heute leben mehr als 60 Prozent der Menschen in Sambia in Armut. In den l√§ndlichen Regionen sind die Armutsquoten besonders hoch, und der Zugang zur elementaren Grundversorgung mit flie√üendem Wasser, sanit√§ren Einrichtungen und menschenw√ľrdigen Behausungen ist sehr begrenzt. Trotz des Reichtums an fruchtbaren B√∂den herrscht in Sambia eine st√§ndige Nahrungsmittelknappheit. Die Kluft zwischen Stadt und Land ist in den letzten Jahren noch gr√∂√üer geworden.

In Sambias nationalem Entwicklungsplan, der die Strategien der Regierung zur Bek√§mpfung der Armut darlegt, wird die soziale Sicherheit als eine wichtige S√§ule des Wachstums angesehen. Die Umsetzung dieser Strategien bleibt jedoch nach wie vor eine Herausforderung. H√§ufig sind extrem arme Haushalte auch st√§rker durch HIV/AIDS, D√ľrren und √úberflutungen und neue Gesetze f√ľr der Landwirtschaft gef√§hrdet. Aufgrund der sozio√∂konomischen Bedingungen, unter denen viele Sambier leben m√ľssen, liegt die Lebenserwartung des Landes bei niedrigen 47,3 Jahren. Die Ausbreitung der HIV/AIDS-Epidemie ist in Sambia besonders beunruhigend; mit 13,5 Prozent z√§hlt die HIV-Pr√§valenzrate zu den h√∂chsten in ganz Afrika. HIV/AIDS stellt somit ein gro√ües Problem f√ľr das Gesundheitssystem in Sambia dar.

Kinder brauchen dringend Schutz

Nähkurs (Foto: SOS-Archiv)
Nähkurs (Foto: SOS-Archiv)

Die Kinder in Sambia geh√∂ren zu den schw√§chsten Bev√∂lkerungsgruppen. Zu Kindern, die besonderen Schutz brauchen, geh√∂ren sowohl solche, die ihre Eltern verloren haben, als auch jene, die von ihren Familien vernachl√§ssigt, misshandelt oder zu schlimmen Formen der Kinderarbeit (z.B. Diebstahl oder illegaler Drogenhandel) gezwungen werden. Junge M√§dchen werden h√§ufig zu kommerzieller Sexarbeit gezwungen, um Geld f√ľr ihre Familien zu verdienen.

Sambia hat die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Dar√ľber hinaus zielt der Zambian Apprenticeship Act (Sambisches Berufsausbildungsgesetz) darauf ab, alle Kinder vor Kinderarbeit und Zwangsarbeit zu sch√ľtzen. Obwohl der rechtliche Rahmen zum Schutz der Kinder durchaus besteht und klare Vorgaben enth√§lt, hat die Realit√§t gezeigt, dass die Verletzung der Kinderrechte zu den gr√∂√üten Herausforderungen z√§hlt, die das Land bew√§ltigen muss. Die Kinderarbeit ist der Hauptgrund daf√ľr, dass viele Kinder keine Grundausbildung bekommen und eine Reihe der UN-Millenniums-Entwicklungsziele nicht erreicht werden k√∂nnen. Die Hauptursache f√ľr die Verletzung von Kinderrechten liegt in zerr√ľtteten Familienstrukturen, der sozio√∂konomischen Lage und der unzureichenden Umsetzung der bestehenden Gesetze. 1,4 Millionen Kinder in Sambia haben ein oder beide Elternteile verloren.

In den vergangenen Jahren wurden eine Reihe von Ma√ünahmen f√ľr die Bek√§mpfung der M√ľtter- und S√§uglingssterblichkeit ergriffen. Die aktuellen Zahlen belegen, dass einige dieser Kampagnen erfolgreich waren - die M√ľttersterblichkeitsrate ist auf 440 pro 100,000 Lebendgeburten deutlich gesunken. 670 000 sambische Kinder sind durch AIDS zu Waisen geworden, einer Krankheit, die nach wie vor eins der gr√∂√üten Probleme f√ľr die √∂ffentliche Gesundheit darstellt. In Sambia sind sch√§tzungsweise 490 000 Frauen HIV-positiv. Die Bek√§mpfung der Mutter-Kind-√úbertragung von HIV durch rigorose Testverfahren und Behandlungsprogramme ist in Sambia zu einer Priorit√§t der Gesundheitsf√ľrsorge geworden. Derzeit werden jedoch noch immer jeden Tag zahlreiche Kinder mit HIV geboren. Viele von ihnen sterben, bevor sie das zweite Lebensjahr erreichen, wenn sie nicht die richtige Behandlung bekommen.

 

SOS-Kinderdorf in Sambia

Im Jahr 1996 wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein "SOS Zambia Trust" in Sambia gegr√ľndet. Derzeit unterst√ľtzt SOS-Kinderdorf Kinder und Jugendliche in Sambia an vier verschiedenen Standorten durch Kindertagesst√§tten, Schulen, medizinische Zentren und Berufsbildungszentren. Der Schwerpunkt der Arbeit der SOS-Familienst√§rkungsprogramme liegt in der Bek√§mpfung der HIV/AIDS-Epidemie. Sambische Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind, werden durch unsere Organisation unterst√ľtzt, damit bestehende famili√§re Bindungen gest√§rkt werden und vom Verlust der elterlichen F√ľrsorge bedrohte Kinder in einer liebevollen famili√§ren Umgebung aufwachsen k√∂nnen. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht l√§nger bei ihren Familien bleiben k√∂nnen, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.



Website von SOS-Kinderdorf Sambia
(verf√ľgbar auf Englisch)

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