SOS- Kinderdörfer in Lesotho

Mehr als jedes andere Land in der Region leidet das K√∂nigreich Lesotho an der HIV/AIDS-Epidemie. Nahezu 130 000 Kinder haben ihre Eltern an der Krankheit verloren und sind besonders auf Schutz und Hilfe angewiesen. SOS-Kinderdorf setzt sich in Lesotho seit den 80er Jahren f√ľr die Unterst√ľtzung von Kindern und Jugendlichen in Not ein.

Eine labile Wirtschaft

Kinder auf dem Spielplatz (Foto: SOS-Archiv)
Kinder auf dem Spielplatz (Foto: SOS-Archiv)

Die Gesamtbev√∂lkerung von Lesotho bel√§uft sich auf 1,9 Millionen Menschen, von denen 220 000 in der Landeshauptstadt Maseru leben. Bevor das heutige Lesotho 1966 vom Vereinigten K√∂nigreich unabh√§ngig wurde, war der offizielle Name des Landes "Basutoland". 1998 brachen nach den allgemeinen Wahlen gewaltt√§tige Demonstrationen aus, und es kam zu einem Milit√§rputsch. Streitkr√§fte aus Botswana und S√ľdafrika marschierten in Lesotho ein, als die Proteste der Opposition zunahmen. Als die s√ľdafrikanischen Verteidigungskr√§fte im Mai 1999 abzogen, lagen gro√üe Teile von Maseru in Schutt und Asche.

Wirtschaftlich gesehen ist Lesotho in gro√üem Ausma√ü von den Geldsendungen der Lesother abh√§ngig, die im benachbarten S√ľdafrika Arbeit gefunden haben. Dazu kommen die Erl√∂se aus dem Export von Diamanten und Wasser. Aufgrund der Topographie des Landes ist die landwirtschaftlich nutzbare Fl√§che in den Ebenen relativ begrenzt. Das Wasser stellt in Lesotho nicht nur f√ľr die lokale Bev√∂lkerung eine wichtige Ressource dar. Nach der Fertigstellung des beeindruckenden Wasserbauprojekts "Lesotho Highlands Water Project" begann das Land, Wasser nach S√ľdafrika zu exportieren. Bemerkenswerterweise werden 90 Prozent der elektrischen Energie in Lesotho in den nationalen Kraftwerken des Landes erzeugt, wodurch Lesotho ein nahezu energieautarker Staat geworden ist.

Hohe HIV/AIDS-Pr√§valenzrate stellt das gr√∂√üte Problem der Gesundheitsf√ľrsorge dar

Lesotho leidet an einem verh√§ltnism√§√üig hohen Armutsniveau - fast die H√§lfte der Bev√∂lkerung lebt laut UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in Armut. Obwohl das Pro-Kopf-BIP h√∂her als in vielen anderen afrikanischen Staaten ist, bleibt die ungleiche Verteilung der Einkommen nach wie vor ein gro√ües Problem. Ein Gro√üteil der G√ľter des Landes ist in den H√§nden einer kleinen Minderheit konzentriert. Dar√ľber hinaus ist das Land in seinem Ranking auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen (HDI) in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen. Der drastische R√ľckgang der Geldsendungen von Lesothern, die in S√ľdafrika leben, hat Tausende von Bewohnern der l√§ndlichen Regionen in noch gr√∂√üere Armut gest√ľrzt. Die meisten der im Ausland besch√§ftigten Lesother waren im Bergbau t√§tig. Aufgrund des sinkenden Bedarfs an Minenarbeitern kehrten viele arbeitslos gewordene Lesother in ihre Heimat zur√ľck.

Die Armut ist vor allem in den l√§ndlichen, ariden Gebieten Lesothos weit verbreitet, in denen etwa 70 Prozent der Bewohner des Landes leben. Die Landwirtschaft ist f√ľr die H√§lfte der Landbev√∂lkerung Lesothos die Haupteinnahmequelle; in diesem Sektor werden ca. 7 Prozent des BIP erwirtschaftet. Vor allem Frauen und frauengef√ľhrte Haushalte leiden am hohen Armutsniveau. 14 Prozent der Lesother sind unterern√§hrt, da sich eine Versorgung mit regelm√§√üigen Mahlzeiten f√ľr sie sehr schwierig gestaltet. Auch der Mangel an Trinkwasser stellt in den l√§ndlichen Regionen Lesothos ein gro√ües Problem dar - ca. 20 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Aufgrund der schlechten Hygiene und dem Mangel an Trinkwasser k√∂nnen sich Infektionskrankheiten leicht ausbreiten.

Lesotho weist eine der weltweit h√∂chsten HIV/AIDS-Pr√§valenzraten auf, wodurch diese Krankheit zum gr√∂√üten Problem der √∂ffentlichen Gesundheit geworden ist. 23,6 der Lesother sind mit dem Virus infiziert; darunter sind 28 000 Kinder. Seit dem Jahr 2007 ist die Gesamtzahl der Infektionen um weitere 0,4 Prozent gestiegen. Da die Krankheit meist Menschen auf dem H√∂hepunkt ihrer Erwerbst√§tigkeit trifft, ist HIV/AIDS im heutigen Lesotho auch zu einem wirtschaftlichen Problem geworden. Obwohl es noch viele Herausforderungen zu bew√§ltigen gibt, sind erste Fortschritte im Bereich der verf√ľgbaren HIV-Tests und der Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten zu verzeichnen, und die Regierung hat ihre Bem√ľhungen zur Bek√§mpfung der Krankheit verst√§rkt. Ein nationales Programm, das 2006 unter dem Namen "Know your Status" ins Leben gerufen worden war, hat zu einem deutlichen Anstieg der Zahl der Menschen gef√ľhrt, die sich auf HIV testen lassen und Beratungsstellen aufsuchen. Premierminister Mosisili hatte sich 2004 √∂ffentlich testen lassen, um die Bev√∂lkerung zu HIV-Tests zu ermutigen.

Kinder brauchen Schutz

SOS-Kinderdorf betreibt eine Schule in Maseru (Foto: SOS-Archiv).
SOS-Kinderdorf betreibt eine Schule in Maseru (Foto: SOS-Archiv).

Die Regierung von Lesotho hat sowohl die UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC) als auch die Afrikanische Charta √ľber die Rechte und das Wohl des Kindes unterzeichnet. In Lesotho leben √ľber 200 000 Waisenkinder. Viele Kinder leiden schwer an den Auswirkungen dieser Krankheit. Kinder, die ohne elterliche F√ľrsorge aufwachsen, sind automatisch vielen Risiken ausgesetzt. Viele von ihnen m√ľssen bereits in jungen Jahren ganze Haushalte f√ľhren. Statt zur Schule zu gehen, arbeiten viele Kinder oder gehen betteln, um zu √ľberleben. Dennoch sind in Lesotho eine Reihe von Programmen f√ľr den Schutz der Kinderrechte ins Leben gerufen worden, und die Regierung hat f√ľr ihren Mut im Kampf gegen HIV/AIDS viel Lob geerntet. Die Programme konzentrieren sich auf p√§dagogische Unterst√ľtzung, h√§usliche Pflege, Ern√§hrungssicherheit und psychologischen Beistand.

Durch das im Jahr 2010 verabschiedete Bildungsgesetz ist nicht nur eine allgemeine Grundschulpflicht eingef√ľhrt worden, sie ist auch f√ľr alle Kinder zwischen sechs und 13 Jahren unentgeltlich. Sch√§tzungsweise 18 Prozent der schulpflichtigen Kinder gehen in Lesotho nicht zur Schule. H√§ufig k√∂nnen sich die Eltern den Schulbesuch schlichtweg nicht leisten. In den letzten Jahren sind jedoch einige Programme zur Steigerung der Einschulungsrate verabschiedet worden, und es sind erste Fortschritte zu verzeichnen. Ein anderes gro√ües Problem f√ľr die Kinder Lesothos ist die grassierende HIV-Epidemie. Viele Kinder sind zu Aidswaisen geworden oder selbst HIV-positiv. Die Mutter-Kind-√úbertragung von HIV konnte durch ein ambitioniertes Regierungsprogramm, das 2003 ins Leben gerufen worden war, deutlich gesenkt werden.
 

SOS-Kinderdorf in Lesotho

Die Arbeit unserer Organisation begann in Lesotho in den 80er Jahren. W√§hrend der politischen Unruhen der Jahre 1998 und 1999 half SOS-Kinderdorf im Rahmen eines SOS-Nothilfeprogramms der lokalen Bev√∂lkerung durch die Verteilung von Nahrungsmitteln und Medikamenten. Da HIV/AIDS nach wie vor eins der gr√∂√üten Probleme der √∂ffentlichen Gesundheit darstellt, unterst√ľtzt unsere Organisationen besonders Familien, die von der Krankheit betroffen sind. Derzeit unterst√ľtzen wir Kinder und Jugendliche in Lesotho im Rahmen von Kindertagesst√§tten, medizinischen Zentren und Schulen an zwei verschiedenen Standorten. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht l√§nger bei ihren Familien bleiben k√∂nnen, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.
 

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