SOS-Kinderd├Ârfer in Guinea

Im Jahr 2014 hat Guinea aufgrund des Ebola-Ausbruchs den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bis kurz vor 2016 starben mehr als 2.500 Menschen und fast 6.000 Kinder haben die elterliche F├╝rsorge aufgrund der Epidemie verloren, die auch ernsthafte Auswirkungen auf das ohnedies sozial und wirtschaftlich schwache Gef├╝ge des Landes hatte.

Mehr als die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung lebt in Armut


SOS-Kinderdorf bietet ein stabiles Zuhause f├╝r Kinder ohne elterliche F├╝rsorge. (Foto: SOS-Archiv)
Die Republik Guinea liegt an der Atlantikk├╝ste in Westafrika. Rund 10,5 Millionen Menschen leben im Land. Die Hauptstadt Conakry z├Ąhlt rund 1,8 Millionen Einwohner.

Guinea hat unter jahrzehntelangen politischen und sozialen Unruhen gelitten, teilweise lag dies an der Instabilit├Ąt der benachbarten L├Ąnder. Viele Fl├╝chtlinge kamen beispielsweise nach Guinea aufgrund der Konflikte in den Nachbarstaaten Liberia, Sierra Leone und Elfenbeink├╝ste. Es gibt auch interne Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen und politischen Parteien.

Die Instabilit├Ąt f├╝hrte zu schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Das Land bleibt eines der ├Ąrmsten weltweit. Rund 55,2 % der Bev├Âlkerung lebt in Armut.

Die dringende Notwendigkeit, den Zugang zu Gesundheit und Bildung zu verbessern

Guinea steht im Bereich Gesundheit vor gro├čen Herausforderungen. Die Lebenserwartung ist f├╝r M├Ąnner mit 53 Jahren und Frauen mit 56 Jahren nach wie vor niedrig. Die Kinder- und M├╝ttersterblichkeitsraten z├Ąhlen zu den h├Âchsten in der Region und viele kleine Kinder sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Kinderl├Ąhmung, Masern, Malaria oder Gelbfieber. Die j├╝ngste Ebolakrise verdeutlichte die Instabilit├Ąt der Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Es gab zu wenige ├ärzte, Krankenschwestern, Betten bzw. Ger├Ąte, um die gro├čen Zahl an erkrankten Menschen zu bew├Ąltigen. S├Ąmtliche Ressourcen wurden zur Bek├Ąmpfung des Ebola-Ausbruchs verwendet und so standen weniger finanzielle Mittel zur Vorbeugung und Behandlung andere Erkrankungen zur Verf├╝gung.

Menschen, die Ebola ├╝berlebt haben, werden oftmals von ihrer Gemeinschaft ge├Ąchtet. Insbesondere Frauen sind von diesem Mangel an sozialer Unterst├╝tzung betroffen. Meist haben sie die Kranken gepflegt und werden immer noch f├╝r ansteckend gehalten. Dar├╝ber hinaus stehen ihre wirtschaftlichen Aktivit├Ąten eng mit den sozialen Kontakten in Verbindung, beispielsweise wenn sie Handelsgesch├Ąfte betreiben oder sich im Rahmen von Genossenschaften treffen. 

Guinea hat eine der niedrigsten Alphabetisierungsraten in der ganzen Welt. Nur jeder Dritte Erwachsene kann lesen und schreiben.

Kinder sind schwer von der prek├Ąren Situation des Landes betroffen


Kinder spielen zusammen im SOS-Kinderdorf Conakry (Foto: SOS-Archiv)
In Guinea leben rund 5,6 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Ca. 670.000 wachsen ohne ihre Eltern auf.

Obwohl die Regierung Ma├čnahmen eingef├╝hrt hat, um die Kinderarbeit zu stoppen, sind 40 % der Kinder gezwungen zu arbeiten. Manche Kinder m├╝ssen gef├Ąhrliche Arbeiten in der Landwirtschaft und im Bergbau verrichten. Schwache Familien brauchen Unterst├╝tzung, damit Kinder in der Schule bleiben k├Ânnen und ihr Leben nicht in der Arbeit riskieren.

Die Unterern├Ąhrung von Kindern stellt in Guinea ein ernsthaftes Problem dar. Rund 320.000 Kinder unter 5 Jahren sind unterern├Ąhrt und ben├Âtigen medizinische Behandlung. In den meisten Gebieten hat die Ebolaepidemie die Situation noch verschlimmert und zum Anstieg der Lebensmittelpreise gef├╝hrt, sodass die Familien sich diese nicht mehr leisten konnten. 

SOS-Kinderdorf in Guinea

Familienst├Ąrkung: Wir arbeiten mit lokalen Organisationen und der Gemeinschaft, um gef├Ąhrdete Familien zu unterst├╝tzen, damit die Kinder in ihren eigenen Familien aufwachsen k├Ânnen. Wir stellen sicher, dass Familien Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung haben. Wir bieten auch finanzielle Unterst├╝tzung, damit die Kinder zur Schule gehen k├Ânnen.

Betreuung in SOS-Kinderdorf-Familien: Wenn Kinder, trotz aller Unterst├╝tzung nicht bei ihren eigenen Familien bleiben k├Ânnen, finden sie in einem der drei SOS-Kinderd├Ârfer in Guinea ein liebevolles Zuhause.

Bildung: Wir betreiben drei Kinderg├Ąrten im Land. ├ältere Kinder besuchen eine der sechs Schulen, die Grund- und Sekundarschulbildung  f├╝r bis zu 3.200 Sch├╝ler bieten.

Unterst├╝tzung f├╝r Jugendliche: Wir unterst├╝tzen junge Menschen durch Fortbildung und Schulung, bis sie in der Lage sind ein selbst├Ąndiges Leben zu f├╝hren.

Nothilfeprogramm im Rahmen der Ebolaepdiemie:

  • Soforthilfe: 2014 stellten wir Nahrung, Hygienekits, Schulmaterial und psychologische Unterst├╝tzung f├╝r die am meisten betroffenen Menschen zur Verf├╝gung. Wir unterst├╝tzen 401 Haushalte und erreichten damit 1.700 Kinder.
  • Die Familien beim Wiederaufbau ihres Lebens unterst├╝tzen: Wir arbeiten derzeit mit anderen Organisationen und mit den Menschen der Gemeinde, um betroffenen Familien zu helfen, sich  von den zerst├Ârerischen Auswirkungen des Ebolavirus zu erholen. Wir werden Nahrung, Hygieneartikel und Zugang zu freier medizinischer Versorgung sowie psychosoziale Unterst├╝tzung zur Verf├╝gung stellen. Wir f├╝hren auch Schulungen f├╝r einkommenschaffende Aktivit├Ąten durch, damit Familien zuk├╝nftig ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und selbst├Ąndig werden k├Ânnen.

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