SOS-Kinderdörfer in Angola

Zurzeit gibt es in Angola drei SOS-Kinderd√∂rfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, drei SOS-Kinderg√§rten, drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein SOS-Berufsbildungszentrum (integriert in der Hermann-Gmeiner Schule), drei SOS-Sozialzentren (Familienst√§rkungsprogramme) und zwei SOS-medizinische Zentren. In einem Land, das fast drei Jahrzehnte lang durch einen B√ľrgerkrieg tief ersch√ľttert wurde, ist die Arbeit unserer Organisation eine besondere Herausforderung. Neben unseren SOS-Kinderd√∂rfern bieten wir auch SOS-Nothilfeprogramme an, um die √§rmsten Teile der Bev√∂lkerung zu unterst√ľtzen.

Einige Fakten √ľber Angola


Schwestern (Foto: T. Figueira)

Die Republik Angola liegt im S√ľden Zentralafrikas. Sie grenzt im S√ľden an Namibia, im Norden an die Demokratische Republik Kongo und im Osten an Sambia. Die Hauptstadt von Angola ist Luanda und liegt an der Atlantikk√ľste. Die Gesamtbev√∂lkerung des Landes betr√§gt zurzeit 19 Millionen. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts landeten die Portugiesen erstmals in Angola.

Portugals Hauptinteresse in Angola wurde bald die Sklaverei. W√§hrend der portugiesischen Kolonialherrschaft wurden Tausende angolanischer Sklaven in die Zuckerrohrplantagen nach S√£o Tom√©, Pr√≠ncipe und Brasilien deportiert. Im 19. Jahrhundert war Angola einer der Hauptlieferanten von Sklaven f√ľr Brasilien sowie Nord- und S√ľdamerika, einschlie√ülich der Vereinigten Staaten. Angola erkl√§rte 1962 seine Unabh√§ngigkeit von Portugal.

Der Guerilla-Krieg gegen die Portugiesen endete jedoch erst 1974, als das Regime in Lissabon durch einen Milit√§rputsch gest√ľrzt wurde. Die Macht in Angola wurde an drei unabh√§ngige Bewegungen mit unterschiedlichem ideologischem Hintergrund √ľbergeben. Angola erlebte 27 Jahre B√ľrgerkrieg, der 2002 offiziell zu Ende ging. W√§hrend des B√ľrgerkrieges starben ca. 1,5 Millionen Menschen, vier Millionen wurden vertrieben. Heute z√§hlt die Wirtschaft Angolas zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaften weltweit. Eine Phase wirtschaftlichen Aufschwungs hat das Land in j√ľngster Zeit zur st√§rksten Wirtschaftskraft im Afrika s√ľdlich der Sahara gemacht.

Ungleiche Verteilung des Wohlstands

Nach 27 langen Jahren des B√ľrgerkriegs k√§mpft die angolanische Gesellschaft immer noch darum, die sozialen, physischen und politischen Narben zu verarbeiten, die der Krieg hinterlassen hat. Obwohl das Land seit dem Ende des B√ľrgerkriegs ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum erlebt hat, profitieren nur wenige Angolaner von diesem Aufschwung. Die Lebenserwartung bei der Geburt liegt bei nur 48 Jahren und ein hoher Anteil von 30 Prozent der Angolaner sind Analphabeten. Der niedrige Grad der gesellschaftlichen Entwicklung Angolas steht in starkem Kontrast zum wirtschaftlichen Wachstumspotential des Landes.

Angola ist sehr reich an nat√ľrlichen Ressourcen, vor allem an √Ėl und Diamanten, mit denen zusammen ca. 60 Prozent des BIP erwirtschaftet werden. Angola ist einer der f√ľhrenden √Ėlproduzenten Afrikas. W√§hrend die √ľberwiegende Mehrheit der Angolaner weiterhin unter Armut leidet, sind es gr√∂√ütenteils die Eliten, die vom wachsenden BIP des Landes profitieren. W√§hrend manche Stadtteile Luandas von modernen Geb√§uden gepr√§gt sind, leben die Menschen in den "musseques”, wie die Elendsviertel von Luanda genannt werden, in Bretterbuden. Ihnen fehlt es an Nahrung, sauberem Trinkwasser und grundlegenden sanit√§ren Einrichtungen.

Die Verteilung des Wohlstands in Angola ist extrem ungleich. Nur neun Prozent der Bev√∂lkerung von Luanda haben Zugang zu flie√üendem Wasser. Insgesamt leben 77 Prozent der Angolaner in Armut, viele von ihnen unter extrem harten Bedingungen. HIV/AIDS ist ein anhaltendes Gesundheitsproblem in Angola. Sch√§tzungsweise 200 000 Angolaner leben mit HIV, darunter sind 22 000 Kinder unter 14 Jahren. HIV/AIDS ist am st√§rksten in der s√ľdlichsten Provinz Kunene verbreitet, in der fast zehn Prozent der Bev√∂lkerung HIV-positiv sind. Wie in vielen anderen afrikanischen Nationen werden Menschen, die sich mit HIV/AIDS angesteckt haben, gesellschaftlich stigmatisiert und ausgegrenzt.

Die Lage der Kinder in Angola


Vergn√ľgt (Foto: T. Figueira)

Die Kindersterblichkeitsrate in Angola z√§hlt zu den h√∂chsten der Welt - von 1000 Kindern, die in Angola geboren werden, sterben 220, bevor sie das Alter von f√ľnf Jahren erreichen. Nur 20 Prozent aller Geburten in Angola werden von qualifiziertem medizinischem Personal betreut. Vermeidbare und leicht zu behandelnde Krankheiten kosten Jahr f√ľr Jahr Tausenden das Leben.

Neben HIV/AIDS leiden viele junge angolanische Kinder unter Malaria, Masern und Erkrankungen der Atemwege. Dar√ľber hinaus f√ľhren Millionen von Landminen, die immer noch auf ungekennzeichneten Fl√§chen vergraben sind, h√§ufig zu Unf√§llen. Sch√§tzungsweise 80 000 Angolaner leiden k√∂rperlich oder seelisch unter den Folgen von Verletzungen durch Landminen.

44 Prozent der Bev√∂lkerung des Landes sind chronisch unterern√§hrt. Viele Familien k√§mpfen besonders in l√§ndlichen, semi-ariden Gebieten hart darum, ihre Kinder ern√§hren zu k√∂nnen. Folglich ist eins von drei angolanischen Kindern unter f√ľnf Jahren unterern√§hrt. 

Zirka 140 000 Kinder in Angola sind Aidswaisen. Die Gesamtzahl der Waisen in Angola betr√§gt 1,5 Millionen. W√§hrend des B√ľrgerkriegs haben sch√§tzungsweise 700 000 Kinder ein oder beide Elternteile verloren. 100 000 Kinder wurden als Folge des Krieges von ihren Eltern getrennt. Es ist in Angola f√ľr Kinder nicht un√ľblich, missbraucht, ausgesetzt oder sogar umgebracht zu werden, weil man ihnen Hexerei nachsagt. Tausende von angolanischen Kindern leben in den Stra√üen von Luanda und anderen gro√üen St√§dten. Einige sind aus ihrem Zuhause verjagt worden, andere haben ihre Eltern im B√ľrgerkrieg oder durch AIDS verloren.

SOS-Kinderdorf in Angola

Der Krieg in Angola hat viele tausend Kinder ohne elterliche F√ľrsorge hinterlassen. In diesem Land ist der Bedarf an sozialen Einrichtungen f√ľr Fl√ľchtlingskinder und Waisenkinder besonders gro√ü. Die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Angola begann 1986, als die angolanische Regierung und unsere Organisation erste offizielle Gespr√§che aufnahmen.

1994 wurde unser erstes Kinderdorf in Angola er√∂ffnet. Zurzeit unterst√ľtzt SOS-Kinderdorf Kinder, Jugendliche und Familien in Angola an drei verschiedenen Standorten durch Kindertagesst√§tten, Schulen, Berufsbildungszentren und medizinischen Zentren. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht l√§nger bei ihren Familien bleiben k√∂nnen, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.

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