Rückkehr ins Herkunftssystem

Wieder daheim!? - Familiensituationen nach Rückkehrprozessen aus der Fremdunterbringung


Im Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013 wird die „Reintegration von Kindern und Jugendlichen in die Familie im Interesse des Kindeswohles“ (B-KJHG 2013, § 2 (5)) explizit als ein Ziel der Hilfe angeführt. Forschungsarbeiten und Analysen bei SOS-Kinderdorf zeigen, dass in den letzten Jahren ein nicht unerheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen in ihre Familien zurückkehrte. Dies ist einerseits auf den Ausbau familienstärkender Angebote zurückzuführen. Kinder und Jugendliche kommen aber auch ohne entsprechende Begleitung des Herkunftssystems, bzw. nachdem die Fremdunterbringung durch Eltern(teile), Jugendliche oder die Einrichtung beendet worden ist, nach Hause.

Wenige Forschungsarbeiten zum Thema
Im deutschsprachigen Raum gibt es wenige Forschungsarbeiten zum Wechsel von fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen zurück in ihre Herkunftsfamilie. Mit dem Praxisforschungsprojekt von Schäfer, Petri & Pierlings (2015) aus der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen liegt allerdings ein einzigartiger Beitrag zu Rückkehrprozessen von Pflegekindern vor. Zudem schließen Arbeiten wie von Moos & Schmutz (2012) oder Lienhart (2011), die sich mit familienstärkender Fremdunterbringung beschäftigen, das Thema „Rückkehr als Option“ mit ein.

Unzureichende Datenlage
Im österreichischen Kinder- und Jugendhilfebericht finden sich keine Angaben, wie Erziehungshilfen beendet wurden und was nach einer Fremdunterbringung folgte. Diese Datenlücke gewinnt in Bezug zum erwähnten Hilfeziel der Reintegration an besonderer Bedeutung. SOS-Kinderdorf verfügt zwar über Statistiken zur Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in ihre Herkunftsfamilien. Allerdings liegen keine verlässlichen Informationen darüber vor, wie Rückkehrprozesse umgesetzt werden und welche längerfristigen Auswirkungen sie haben.

SOS-Kinderdorf-Forschungsprojekt in Kooperation mit der Universität Graz
In einem qualitativ angelegten Forschungsprojekt, durchgeführt von Christina Lienhart und Bettina Hofer von SOS-Kinderdorf sowie Helga Kittl-Satran von der Uni Graz, werden deshalb die aktuelle Familiensituation und unterschiedliche Rückkehrprozesse aus der Perspektive von Kindern, Jugendlichen und deren Familien rekonstruiert. Die Sichtweisen von Fachkräften der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe werden ebenso einbezogen wie die von SOS-Kinderdorf. Geplant sind Interviews mit Fachkräften, Eltern und Kindern bzw. Jugendlichen, die aus SOS-Kinderdorf-Familien, dem SOS-Kinderwohnen, aus SOS-Kinderwohngruppen, SOS-Jugendwohngemeinschaften und dem Betreuten Wohnen in die Herkunftsfamilie zurückgekehrt sind. Das Praxisforschungsprojekt geht von Fragestellungen der PraktikerInnen aus, Erkenntnisse werden im Dialog mit der Praxis weiterentwickelt.

Laufzeit: Herbst 2015 – Ende 2017

Informationen zum Projektverlauf aus dem F&E-Newsletter:
November 2016
Juni 2017

 

Kontakt und Information:


DSA Mag.a Christina Lienhart
Telefon +43 (0) 512 5918 413
Mag.a Bettina Hofer
Telefon +43 (0) 512 5918 411
Forschung und Entwicklung I Fachbereich Pädagogik I SOS-Kinderdorf
Stafflerstraße 10a I 6020 Innsbruck

Mag.a Dr.in Helga Kittl-Satran
Telefon +43 (0) 316 380 8013
Karl-Franzens-Universität Graz
Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft I Arbeitsbereich Sozialpädagogik
Merangasse 70/II I 8010 Graz

 
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