Unsere Haltung: Reformprozess SOS-Kinderdorf
Bei SOS-Kinderdorf Österreich sorgen über 2.000 Mitarbeitende für mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche aus teils schwierigsten Verhältnissen
Rund 1.800 Kinder und Jugendliche wachsen in betreuten Familien und Wohngruppen auf. Missbrauch und Gewalt haben hier keinen Platz. Niemals. Aber heute ist klar: wir konnten nicht alle in dem Maße schützen, in dem es notwendig ist. Wir bedauern das sehr, ebenso wie mangelnde Transparenz.
SOS-Kinderdorf hat ab dem Jahr 2020 aus den Vorfällen in Moosburg und Imst tiefgreifende Konsequenzen gezogen. SOS-Kinderdorf Österreich begleitet heute Kinder und Jugendliche in professionellen Betreuungssettings mit qualifizierten Fachkräften, nach modernen pädagogischen Standards und verbindlichen Kinderschutz- und Compliance-Strukturen.
Wir haben es aber verabsäumt, darüber und auch über weitere Fälle der Vergangenheit, insbesondere betreffend die Gründerfiguren, transparent zu informieren.
Deshalb setzen wir nun zu einer Gesamtreform der Organisation an:
Unabhängige Reformkommission
Im Oktober 2025 wurde von der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat eine unabhängige Reformkommission beauftragt, die bisherigen Aufarbeitungs-, Kommunikations- und Reformmaßnahmen an den Standorten Moosburg und Imst sowie in der Gesamtorganisation kritisch zu überprüfen, deren Wirksamkeit zu bewerten und Empfehlungen für weitere strukturelle, organisatorische und prozessuale Verbesserungen auszuarbeiten. Am 26. Juni 2026 wurde der Bericht an SOS-Kinderdorf Österreich übergeben. Eine erste Stellungnahme zum Bericht der Reformkommission und Information über die nächsten Umsetzungsschritte wird am 29. Juli 2026 erfolgen.
Organisationsentwicklung
Ein unter anderem auf den Empfehlungen der Kommission aufbauender Organisationsentwicklungsprozess "SOS-Kinderdorf neu" wird die Organisation neu ausrichten. Mit dem Ziel, Verantwortung, Kontrolle und Transparenz auf allen Ebenen dauerhaft zu sichern und SOS-Kinderdorf zu einer modernen Kinderschutzorganisation mit zeitgemäßen Strukturen und Standards zu machen.
Keine idealisierte Geschichte
Wir brechen auch mit einer idealisierten Geschichte und erkennen an, dass das System der Vergangenheit auch Spuren in der Gegenwart hinterlassen hat. Von dieser Vergangenheit trennen wir uns jetzt – nicht durch ein Update, sondern durch einen umfassenden Neustart.