29.04.26 |  NEWS

Land Oberösterreich stellt SOS-Kinderdorf in Oberösterreich ein gutes Zeugnis aus

Das Ergebnis der Sonderprüfung bestätigt die Arbeit von SOS-Kinderdorf als seriöser Partner

Aufgrund der Missbrauchsvorfälle hat der in Oberösterreich für die Kinder- und Jugendhilfe zuständige Soziallandesrat, Martin Winkler, im Oktober 2025 eine Sonderprüfung aller Einrichtungen von SOS-Kinderdorf in Oberösterreich in Auftrag gegeben.

Im Zuge dieser Sonderprüfung wurden alle Aufsichtsberichte der vergangenen acht Jahre geprüft. Im November und Dezember des letzten Jahres fanden zudem zwei ganztägige Vor-Ort-Prüfungen an den Standorten Altmünster und Rechberg statt. Dabei fanden umfassende Gespräche mit Mitarbeiter*innen und auch Gesprächsangebote für Kinder und Jugendliche statt.

  • Das Ergebnis der Sonderprüfung wurde jetzt vom Land Oberösterreich veröffentlicht und bestätigt unsere Arbeit bei SOS-Kinderdorf.

So heißt es im Bericht: "Aus den 35 persönlichen Gesprächen mit den Kindern, Jugendlichen und Betreuungspersonen und den Erhebungen im Rahmen der Sonderprüfung haben sich keine Hinweise auf Vorfälle ergeben bezüglich:

  • Verletzung der sexuellen Integrität und sexueller Missbrauch von betreuten Kindern oder Jugendlichen durch Mitarbeitende von SOS-Kinderdorf OÖ,
  • Anwendung physischer Gewalt und systematisch unangemessener Erziehungsmethoden,
  • Duldung, Vertuschung oder gar Unterstützung von Übergriffen gegen betreute Kinder oder Jugendliche.“

Auch die Geschäftsführung und die Geschäftsleitung von SOS-Kinderdorf wurden für die Sonderprüfung angehört. Von der Opferschutzstelle von SOS-Kinderdorf wurde überdies bestätigt, dass kein aufrechtes Dienstverhältnis zu Mitarbeiter*innen besteht, die für historische Fälle verantwortlich waren und die zu Entschädigungszahlungen führten.
 

Weitere Ergebnisse der Sonderprüfung – SOS-Kinderdorf als sicherer Ort

Der Bericht der Sonderprüfung bestätigt SOS-Kinderdorf als seriösen Partner der Kinder- und Jugendhilfe und als "sicheren Ort", LR Martin Winkler: "Wir wollen sicherstellen, dass die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen gut aufgehoben sind und in einem sicheren Umfeld aufwachsen können".

Zudem wurden in der Untersuchung u.a. die erforderlichen Berufsqualifikationen der Mitarbeiter*innen geprüft, ob Strafregisterbescheinigungen vorliegen, ob die Schutzkonzepte ausreichend sind und wie es um die Fehlerkultur bestellt ist. Die Sonderprüfung hat bestätigt, dass es vor Ort auch einen niederschwelligen Zugang zu Meldestellen gibt – von Plakaten mit Kontakten zur Kinder- und Jugendanwaltschaft über eine Kummerbox bis hin zu Vertrauenspersonen. Die Kinder und Jugendlichen haben berichtet, dass sie Vertrauenspersonen haben, an die sie sich mit persönlichen Anliegen wenden können.
 

Ausreichend aktuelle Kinderschutzkonzepte und offene Fehlerkultur

Die Sonderprüfung hat zudem ergeben, dass ausreichend aktuelle Kinderschutzkonzepte und Leitlinien vorliegen. Positiv bewertet wurden etwa die österreichweite Kinderschutzlinie und das eigene Schutzkonzept für Oberösterreich. Die Prüfung ergab auch, dass die Mitarbeiter*innen die Meldewege kennen und nutzen. Es ergab sich darüber hinaus das Bild einer offenen Fehlerkultur. Beteiligung wird bei SOS-Kinderdorf aktiv gelebt, so gibt es in Altmünster etwa ein Kinderparlament oder Kinderteams. Auch werde die Privatsphäre der Kinder in ihrem Lebensraum konsequent geschützt, indem es genaue Regelungen für Besuche in der Einrichtung gibt.

Bezüglich der Betreuungsangebote zeigt die Sonderprüfung eine "überzeugende" Entwicklung bei SOS-Kinderdorf hin zu einem differenzierten Angebot: von der Krisenbetreuung bis hin zu "zeitgemäßen" Formen der Kinderdorffamilie als familiäre sozialpädagogische Einrichtung. Konzepte für sozialpädagogische Wohngruppen wurden zum Teil als "innovativ" bezeichnet. Besonders erfreulich ist das Fazit der Prüfung zu bewerten, dass sich für Oberösterreich kein struktureller Änderungsbedarf ergebe.

Die Entwicklungen bei Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Opferschutzkommission werden im Bericht als transparent und richtungsweisend im Sinne einer konsequenten Kind- und betreuungsfokussierten Prioritätensetzung bewertet. Viele Punkte, bei denen laut der Kinder- und Jugendhilfe Klärungsbedarf besteht, seien bereits in Umsetzung.
 

Statement SOS-Kinderdorf zum Ergebnis der Sonderprüfung

Zum durchwegs positiven Fazit der Sonderprüfung möchten wir dazustellen: "Wir begrüßen die Ergebnisse der Sonderprüfung und sehen darin eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit. Viele der heute geltenden Standards in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen bei SOS-Kinderdorf sind nicht erst in den letzten Monaten entstanden, sondern das Ergebnis einer kontinuierlichen Weiterentwicklung über viele Jahre hinweg. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen."

SOS-Kinderdorf Oberösterreich betreut aktuell an den Standorten in Altmünster 91 und in Rechberg 27 Kinder und Jugendliche. Bei den Mitarbeiter*innen gibt es 148 Vollzeitäquivalente.

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