05.03.26 |  NEWS

Historische Studie zu Gründerpersonen

Eine historische Studie soll lange zurückliegende Vorwürfe im Zusammenhang mit Gründerpersonen wissenschaftlich untersuchen und dabei auch die Rolle Hermann Gmeiners in den Fokus rücken.

Neben der Aufarbeitung von Meldungen und Vorwürfen aus der Vergangenheit an den österreichischen Standorten von SOS-Kinderdorf wird aktuell eine historische Studie vorbereitet. Diese soll lange zurückliegende Vorwürfe im Zusammenhang mit Gründerpersonen wissenschaftlich untersuchen und dabei auch die Rolle Hermann Gmeiners sowie die damit verbundenen Macht- und Organisationsstrukturen analysieren. Die Ergebnisse werden transparent dokumentiert und veröffentlicht.

Ausgangspunkt dieser Studie sind bekanntgewordene Vorwürfe im Zusammenhang mit Gründerpersonen. Im Zuge der Aufarbeitung wurden acht historische und abgeschlossene Opferschutzfälle bekannt, die konkret Hermann Gmeiner als Täter betreffen. Auch gegen Gmeiners Nachfolger als Präsident von SOS-Kinderdorf, Helmut Kutin, liegen Verdachtsfälle im Zuge eines Missbrauchsfalls durch einen österreichischen Großspender vor.

Seit Beginn der Medienberichterstattung Mitte September haben mehrere Personen die eingerichteten Meldekanäle in Anspruch genommen und weitere Hinweise zu Hermann Gmeiner eingebracht. In diesem Zusammenhang wurden fünf neue Opferschutzverfahren eröffnet, die sich aktuell in Bearbeitung befinden. Darüber hinaus sind vier weitere Hinweise auf Fehlverhalten eingegangen - darunter auch Meldungen von Personen, die nie bei SOS-Kinderdorf betreut wurden, sowie von Personen, die nicht selbst von gemeldetem Fehlverhalten betroffen waren. Mit sämtlichen Hinweisgeber*innen steht SOS-Kinderdorf im Austausch. Die Reformkommission ist über alle Inhalte - sowohl über die acht historischen Opferschutzfälle als auch über die fünf laufenden Verfahren und die vier weiteren Hinweise - informiert.

Zusammenfassung der bisher bekannten Opferschutzverfahren und Meldungen zu Hermann Gmeiner:

  • 8 abgeschlossene Opferschutzverfahren
  • 5 laufende Opferschutzverfahren
  • 4 weitere Meldungen über diverse Meldekanäle 

 

Die neu eröffneten Opferschutzverfahren und zusätzlichen Hinweise verdeutlichen, dass eine vertiefte und umfassende historische Aufarbeitung erforderlich ist, um Machtkonstellationen und Missbrauchsmuster im historischen Kontext sichtbar zu machen und strukturell einzuordnen.

Gleichzeitig rufen wir weiterhin alle Menschen, die in der Vergangenheit in der Obhut von SOS-Kinderdorf Leid erfahren haben, sowie alle weiteren Hinweisgeber*innen ausdrücklich dazu auf, die bestehenden Meldekanäle zu nutzen.

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