Das Magazin von SOS-Kinderdorf
#2/2019

30 Jahre Kinderrechte

Ein Heft, in dem die Erwachsenen fast die Klappe halten

Kinderrechte – das ist eines dieser Schlagworte, das gut klingt, aber wenig greifbar ist. Man muss es immer wieder mit Leben erfüllen. Das zeigt sich gerade heuer, zum 30. Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention. Viele große Worte fallen über die Wichtigkeit dieses Abkommens; die meisten bleiben vage. Es ist in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen, die sperrige Materie mit dem Alltag der Menschen zu verknüpfen. Das sagen wir als SOS-Kinderdorf durchaus selbstkritisch. In einem reichen, demokratischen Land wie Österreich fragt sich der Großteil der Erwachsenen: Was bitte, haben Kinderrechte mit unserem Leben zu tun?
 

Sehr viel, finden wir. Zum Beispiel, wenn es darum geht, wie man in einer Familie zu Entscheidungen kommt (Seite 28). Oder wie Erwachsene mit den Fotos ihrer Kinder in den sozialen Medien umgehen (Seite 25). Oder wie viel Druck Eltern auf Kinder ausüben, damit etwas Gescheites aus ihnen wird - sprich das, was Erwachsene von ihnen erwarten (Seite 17). Wir müssen uns immer wieder fragen, wie wir unser Zusammenleben mit der nächsten Generation gestalten, welchen Respekt wir ihr entgegenbringen. Sehen wir Kinder und Jugendliche als unfertige Menschen, die nicht wissen, was gut für sie ist? Oder betrachten wir sie als Persönlichkeiten, die das Recht auf eine eigene Meinung haben?

Junge Menschen sehen die Dinge oft klarer als Erwachsene, das haben sie uns 2019 im wahrsten Sinn des Wortes demonstriert. Die Fridays-For-Future-Bewegung macht auf der ganzen Welt deutlich, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen nicht zur zuzuhören, sondern aus ihren Forderungen auch konkrete politische Handlungen abzuleiten.

Ein offenes Ohr haben und von den Jungen lernen: Das wollen auch wir in dieser Ausgabe von SALTO, dem Magazin von SOS-Kinderdorf. Diesmal schreiben nicht Erwachsene über Kinder- und Jugendthemen stattdessen formulieren Kinder und Jugendliche ihre Anliegen selbst. Zu Kinderrechten, die sie in einer SALTO-Blitzumfrage als besonders wichtig eingestuft haben: Meinungsfreiheit, Freizeit, Bildung und Privatsphäre. Wir Erwachsenen halten – wie auf der Titelseite versprochen – die Klappe. Na ja, fast.

 

 

SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser (links) und Chefredakteurin Martina Stemmer (rechts) sowie Andrea Heigl (Chefin vom Dienst) und Markus Zahradnik (Art-Director).
Eine spannende Lektüre wünschen
Christian Moser (Geschäftsführer SOS-Kinderdorf Österreich)
Martina Stemmer (Chefredakteurin SALTO)
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