Update | 21.08.2025
Die humanitäre Situation in Gaza spitzt sich weiter zu: Hunger und Unterernährung haben ihr schlimmstes Ausmaß seit Oktober 2023 erreicht. Das Welternährungsprogramm (WFP) zählt zu den wenigen Organisationen, die überhaupt noch Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen können. Doch die Liefermengen sind stark begrenzt, und die Wege im Land bleiben gefährlich.
Aus purer Verzweiflung versuchen viele Familien, direkt an die Hilfstrucks zu gelangen – oft noch bevor die Lieferungen ihr Ziel erreichen. Immer wieder kommt es dadurch zu Plünderungen, die die geregelte Verteilung massiv erschweren.
Das Leben im Lager ist ein ständiger Kampf – wir kämpfen um Wasser, Strom, Nahrung und viele andere tägliche Bedürfnisse. Doch trotz allem arbeitet unser Team unermüdlich für die Kinder.
Wasser, Strom, Nahrung – alles knapp.
Eine nahegelegene Quelle versorgt rund 200 Menschen im Camp von SOS-Kinderdorf und 1.000 außerhalb – doch das Wasser ist nicht trinkbar. Trinkwasser wird wöchentlich zugekauft, Strom gibt es nur wenige Stunden am Tag.
Auch Lebensmittel sind schwer zu beschaffen: Die Preise auf den Märkten sind explodiert – 50 kg Mehl kosten inzwischen bis zu 740 $, früher waren es 28 $. Bargeld ist kaum verfügbar und mit bis zu 50 % Abhebegebühren verbunden. Das Zeltlager wird regelmäßig von Organisationen wie World Central Kitchen mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen und Mehl beliefert. Frisches Gemüse oder Proteine fehlen fast vollständig – daher bauen die Mitarbeitenden im Camp selbst Gemüse an. Einige Vorräte werden in einem Bus gelagert, für den Fall einer erneuten Umsiedlung.
Die Not ist groß: Viele Menschen versuchen verzweifelt, bei Hilfslieferungen an Nahrung zu gelangen.
Trotz all dieser Herausforderungen leisten unsere Mitarbeiter*innen vor Ort unermüdlich Hilfe.
Unsere Betreuer*innen begleiten Kinder zu dringend nötigen Untersuchungen und Impfungen im Krankenhaus. Viele Kinder im SOS-Zeltlager in Khan Younis sind schwer traumatisiert und dürfen das Lager aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Um ihnen Halt zu geben, bieten wir psychosoziale Betreuung und kreative Freizeitangebote an.
Zu viele Kinder sind allein.
Laut offiziellen Angaben haben bis zu 44.000 Kinder einen oder beide Elternteile verloren – 19.000 davon sogar beide. SOS-Kinderdorf bietet diesen Kindern Schutz, Geborgenheit und die Chance, wieder in ihre Herkunftsfamilien zurückzukehren. 45 Kinder konnten bereits erfolgreich mit ihren Angehörigen vereint werden.