Der unsichtbare Rucksack der Kinder

Aktuell werden rund 1.800 junge Menschen bei SOS-Kinderdorf pädagogisch betreut. Ihre bisherigen Lebensgeschichten sind unterschiedlich. Doch sie alle tragen einen unsichtbaren, oft schwer lastenden emotionalen Rucksack mit sich. Er ist gefüllt mit ihren Erfahrungen, Traumata, Gefühlen und Verletzungen.

Unsere pädagogischen Teams sind als ausgebildete Expert*innen für die Kinder und Jugendlichen da, damit sie sich dennoch gut entwickeln können und jenen Halt finden, den sie für eine positive Zukunft brauchen.

Was macht den Rucksack so schwer?

Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, haben in ihrer Vergangenheit häufig gravierende traumatische Situationen erlebt. Dazu zählen unter anderem Gewalt, Vernachlässigung oder instabile Lebensverhältnisse. Diese Belastungen führen zu Gefühlen wie Unsicherheit, Angst, Zerrissenheit, Trauer und Wut und können sich in unterschiedlichen Verhaltensweisen äußern – etwa in selbstverletzendem Verhalten, Ess- oder Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerungen.

Die Belastungen führen zu Gefühlen wie:
  • Unsicherheit & Angst
  • Zerrissenheit
  • Trauer
  • Wut
und verursachen beispielsweise:
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Essstörungen, Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme & Lernschwierigkeiten
  • Entwicklungsverzögerungen

Was macht den Rucksack leichter?

Es gibt Wege, den schweren Rucksack leichter zu machen:
  • Aufarbeitung & Therapie
  • Stabile Beziehungen
  • Struktur & Orientierung
  • Selbstwirksamkeit & Erfolgserlebnisse
  • Elternarbeit

Konkrete Unterstützung von SOS-Kinderdorf

Es sind viele kleine Momente, bestärkende Worte, gemeinsame Mahlzeiten, reflektierende Gespräche, geduldige Pausen, mutige Schritte, strukturierte Abläufe und herausfordernde Situationen, die den Betreuungsalltag und die Entwicklungsschritte der Kinder und Jugendlichen ausmachen.

Die Last Stück für Stück abzulegen gelingt nicht von heute auf morgen. Manche junge Menschen haben vorher nie einen geregelten Tagesablauf erlebt. Manche sind für lange Zeit sprachlos. Manche wissen nicht wohin mit ihrer Wut.

Mit gezielter Förderung und Therapie lernen Kinder, ihre eigenen Kräfte zu finden und ihnen zu vertrauen. Manchmal geht es darum Feinmotorik zu schulen, oder zu lernen, Gefühle zu benennen und neue Perspektiven zu entwickeln. Jeder junge Mensch hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Bedürfnisse. Dank wertvoller Spenden können den Kindern und Jugendlichen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.

Kinder und Jugendliche werden je nach ihren Bedürfnissen in Wohngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten betreut: z.B. Kinder-Wohnengruppen, WGs für Jugendliche, Krisenwohngruppen oder therapeutische Wohngruppen. 
Nicole Czerny

Wir versuchen ein Setting zu schaffen, das einen jungen Erwachsenen hervorbringt, der gute und gerechte Chancen hat, im Leben Fuß zu fassen.

Nicole Czerny

Schon gewusst?

Fakten & Einblicke

Findet Zusammenarbeit mit Eltern statt?

Eltern, Geschwister und nahe Bezugspersonen sind für die Identitätsentwicklung der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Daher ist Elternarbeit heute integraler Teil aller Betreuungskonzepte und für die betreuten Kinder sehr wichtig: Einerseits um, wenn möglich, gute Besuchskontakte zu den Eltern zu gestalten. Andererseits, damit die Kinder und Jugendlichen wissen, dass auch ihren Eltern geholfen wird.

Ziel ist, die Erziehungsfähigkeiten der Eltern zu stärken oder wiederherzustellen, die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu verbessern und zu festigen und in der Familie im Idealfall ein stabiles, krisenfestes und unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Weitere Informationen

Wie wird Freizeit gestaltet?

Länger aufbleiben, Zeit für ein ausgedehntes Frühstück mit Kakao... Je nach Interesse und Alter sieht das Freizeitprogramm der Kinder und Jugendlichen ganz unterschiedlich aus: Während manche ihren Hobbys nachgehen, sind andere in Vereinen aktiv, unternehmen etwas mit Freund*innen oder besuchen ihre Eltern.

Oft unternehmen die Pädagog*innen mit den Kindern und Jugendlichen der Wohngruppen auch gemeinsame Ausflüge, etwa im Winter zum Eislaufplatz oder im Sommer mit dem Fahrrad.

Das Leben bei SOS-Kinderdorf ist vielfältig, die Antworten zeigen nur einen Ausschnitt aus dem Betreuungsalltag.

Wer arbeitet bei SOS-Kinderdorf?

Mehr als 2.000 Personen arbeiten österreichweit bei SOS-Kinderdorf in mehr als 60 verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Dazu gehören zum Beispiel Expert*innen aus den Bereichen Betriebswirtschaft, IT und HR, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Kinderrechte. Die meisten Mitarbeiter*innen sind mit der Beratung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Familien beschäftigt. 1,5 % der Betreuer*innen sind SOS-Kinderdorf-Mütter bzw. -Väter. Alle Sozialpädagog*innen verfügen über eine anerkannte Ausbildung, regelmäßige Schulungen. Alle Fachkräfte arbeiten nach verbindlichen Kinderschutzstandards.

Ein professionelles Grundverständnis, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, gut mit diversen Beziehungsangeboten arbeiten zu können, sind Grundpfeiler der Arbeit.

Weitere Informationen
PRODUKT HINZUGEFÜGT
Weiter einkaufen