Maßnahme 1: Schutz und Beteiligung im Alltag wirksam machen

Wir verstehen Kinderschutz als verbindliches und überprüfbares System aus Risikoanalyse, klaren Zuständigkeiten, Beteiligung, Beschwerdewegen, Vorfallsmanagement, Schulung und unabhängiger Qualitätskontrolle. Bestehende Strukturen werden aktuell zusammengeführt, weiterentwickelt und österreichweit verbindlich verankert.

SOS-Kinderdorf

Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, zu stärken und gut und sicher zu betreuen ist unser zentraler Auftrag. Sicherheit darf dabei nicht vorausgesetzt, sondern muss laufend überprüft werden. Deshalb analysieren wir Risiken an unseren Standorten gemeinsam mit Mitarbeitenden, Kindern und Jugendlichen. Daraus entwickeln und implementieren wir ein Rahmenschutzkonzept für SOS-Kinderdorf Österreich samt klaren und wirksamen Beschwerde- und Interventionswegen. Die Risikoanalysen an fast allen Standorten werden 2026 abgeschlossen sein, das österreichweite Rahmenschutzkonzept soll im Frühjahr 2027 vorliegen. Danach folgen Schulung, Implementierung und ein fortlaufendes Monitoring.

SOS-Kinderdorf

Worauf wir aufbauen können:

  • Kinderschutz-Strukturen bestehen sowohl auf Organisationsebene als auch auf Standortebene. Dazu gehören verbindliche Standards für Personalauswahl (Strafregisterauszüge, Qualifikationsvoraussetzungen), pädagogische Konzepte (z.B. Gewaltschutz, sexualpädagogisches Konzept, Medienpädagogik), gesetzliche und behördliche Vorgaben, Standards zum Umgang mit Kindeswohlgefährdungen sowie Beteiligungsstrukturen und Beschwerdekanäle.
  • Der Reformbericht zeigt zugleich, dass bestehende Vorgaben noch stärker gebündelt, verständlicher vermittelt und im Alltag einheitlich gelebt werden müssen.

Was wir in den vergangenen Monaten bereits getan haben: 

    • An allen Standorten laufen strukturierte Risikoanalysen unter Einbindung von Mitarbeitenden, Führungskräften, Kindern und Jugendlichen. An zehn von 14 Standorten wurden Kinder und Jugendliche bereits in Workshops, Interviews oder Online-Befragungen einbezogen. Erkannte Lücken werden unmittelbar auf Standortebene bearbeitet; zugleich fließen die Erkenntnisse in die österreichweite Weiterentwicklung des Kinderschutzes ein.

Nächste Schritte, die wir nun setzen:

    • Die Risikoanalysen werden an allen Standorten abgeschlossen und ihre Ergebnisse organisationsweit zusammengeführt. Auf dieser Grundlage werden Rollen, Zuständigkeiten, Beschwerdewege und Interventionsprozesse österreichweit klar und verbindlich geregelt.
    • Bis Frühjahr 2027 liegt ein Rahmenschutzkonzept für SOS-Kinderdorf Österreich vor.
    • Eine Version in einfacher Sprache wird erstellt.
    • Das Konzept wird 2027 verbindlich in Schulungsmaßnahmen und Führungskräfteentwicklung integriert. Die Wirksamkeit des Schutzkonzepts wird regelmäßig überprüft. Erkenntnisse aus Beschwerden, Vorfällen, Risikoanalysen und der Praxis fließen laufend in seine Weiterentwicklung ein.
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