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Kinderrechte

Kinder und Jugendliche haben besondere Rechte.
Kinderrechte anerkennen und schützen, ist unser Auftrag.

Was sind Kinderrechte?

Jedes Kind hat Rechte. Das haben die Vereinten Nationen 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. 194 Staaten haben sich dazu verpflichtet, diese einzuhalten – darunter auch Österreich.

 

Die Kinderrechte gelten für alle Kinder und Jugendlichen von 0 bis 18 Jahren. Ziel dieser Rechte ist, dass alle Kinder auf der Welt gesund und sicher aufwachsen und sich gut entfalten können. Die Goldene Regel der Kinderrechte lautet: Das Wohl des Kindes steht immer an erster Stelle. Bei allen Entscheidungen, die ein Kind betreffen, ist darauf zu achten, was das Beste für das Kind ist. 

Kinderrechte kinderleicht erklärt

Was sind noch mal diese Kinderrechte? Wozu brauchen wir sie und wer hat sie eigentlich erfunden?
Wir haben bei Kindern nachgefragt!

Die vier Grundprinzipien
der Kinderrechte

 

Vorrang des Kindeswohls
 

 

 

Verbot von Diskriminierung

 

 

Recht auf Förderung & Entwicklung

 

 

Recht auf Mitsprache & Beteiligung

 

Zentrale Kinderrechte im Reality-Check! 

Die UN-Kinderrechtskonvention beinhaltet umfangreiche Schutz-, Versorgungs- und Beteiligungsrechte. In einem reichen, demokratischen Land sollte die Einhaltung von Kinderrechten selbstverständlich sein. Aber auch in Österreich werden Kinderrechte verletzt.

Wir haben uns ein paar zentrale Kinderrechte angeschaut und sie einem Reality-Check unterzogen. 

VERBOT VON DISKRIMINIERUNG

 

Artikel 2

Alle Kinder sind gleich und haben die gleichen Rechte. Niemand darf auf Grund von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion oder Ansichten diskriminiert werden.

REALITY CHECK

Viele Kinder in Österreich werden benachteiligt. Etwa wenn sie aus einkommensschwachen Familien kommen, ihre Muttersprache nicht Deutsch ist oder ihre Eltern wenig gebildet sind. Diese Kinder haben geringere Bildungschancen und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Hier braucht es mehr Maßnahmen für eine echte Gleichstellung.

RECHT AUF MITSPRACHE UND BETEILIGUNG

Artikel 12, 13

Kinder dürfen zu allen Angelegenheiten, die sie betreffen, ihre Meinung äußern und haben ein Recht darauf, dass diese Meinung ernst genommen und berücksichtigt wird. Das gilt zuhause genauso wie in der Schule oder in der Politik.

REALITY CHECK

Um in der Politik mitreden zu können, braucht es Politische Bildung. Diese sollte daher in allen Lehrplänen ab der 5. Schulstufe verankert sein.
Auch Beteiligungsmöglichkeiten wie Schülerparlamente oder Landesjugendbeiräte sollten ausgebaut werden.

RECHT AUF BESTMÖGLICHE BILDUNG
UND ENTWICKLUNG 

Artikel 27, 28, 29

Alle Kinder haben das Recht, so viel wie möglich zu lernen – sowohl in der Schule und Ausbildung als auch in der Freizeit. Dabei sollen ihre Fähigkeiten und Interessen berücksichtigt werden.

REALITY CHECK

Bildung wird immer noch vererbt. Schaffen Eltern es nicht, das Kind ausreichend zu fördern, wird dies kaum vom Bildungssystem ausgeglichen. Ausbau ganztätiger Schulformen, mehr Sozialarbeit an Schulen, eine gerechte Schulfinanzierung und Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit sind notwendig.

SCHUTZ VOR GEWALT, MISSHANDLUNG UND VERNACHLÄSSIGUNG 

Artikel 19, 39

Niemand darf Kindern seelische oder körperliche Gewalt antun. Auch Erniedrigen, Bedrohen oder Einschüchtern sind Formen von Misshandlung. Opfer haben Anspruch auf Unterstützung.

REALITY CHECK

Zur Bekämpfung von Gewalt reichen Strafgesetze nicht aus. Es braucht mehr vorbeugende Maßnahmen, Bewusstseinsbildung und Beratungsangebote – wie die kostenlose Hotline Rat auf Draht. Auch neue Formen von Gewalt, etwa in sozialen Netzwerken, müssen entschlossener bekämpft werden.

Weitere Kinderrechte im Reality-Check gibt es in unserem aktuellen Infofolder! 

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Und welche Kinderrechte fehlen noch? 

Wir haben bei Kindern nachgefragt, welches Recht sie gerne erfinden würden.

Unser Einsatz für Kinderrechte

SOS-Kinderdorf setzt sich für eine Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen ein - bedingungslos, mutig und leidenschaftlich.

Durch unsere tägliche Arbeit kennen wir die Bedürfnisse und Interessen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Wir hören ihnen zu und unterstützen sie dabei, selbst für ihre Anliegen einzutreten.

SOS-Kinderdorf macht sich dafür stark, dass Kinderrechte nicht nur am Papier bestehen sondern gelebt werden. Denn Kinderrechte umzusetzen heißt nicht nur, Gesetze zu verabschieden. Dazu gehört auch, dass Kinder und Jugendliche über ihre Rechte Bescheid wissen, dass es Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche in Not gibt, dass Erwachsene die Kinderrechte einhalten und die Politik bei all ihren Entscheidungen Kinderrechte mitdenkt.

Darum erheben wir die Stimme für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien und machen uns für die Durchsetzung ihrer Rechte stark - um positive, nachhaltige Veränderungen für sie zu bewirken.

 
 

Wir melden uns zu Wort, wenn die Rechte von Kindern und Jugendlichen gefährdet oder verletzt werden.  

Fragen und Antworten

zu Kinderrechten

Arbeitsmaterialien

Rechtliche Stellungnahmen zu Gesetzesänderungen

Broschüren und Rechtsinformationen

Kinderpolitische Forderungen

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