Schule

Mitreden erwünscht!

Bei unseren Aktionstagen im Juni und Oktober luden wir Passant*innen in Eisenstadt, St. Pölten, Linz und Innsbruck zum Mitreden ein – und zwar über das Schulsystem. Dabei waren sich alle einig, dass sich dringend etwas ändern muss.

Über 10.000 Stunden verbringen Kinder und Jugendliche bis zu ihrem 15. Lebensjahr in der Schule. Aber viele von ihnen fühlen sich dort nicht wohl. Wie kann sich das ändern? Wie kommen wir zu einer Schule, in der es um die Kinder geht? Ganz einfach: Indem wir Kinder bei der Gestaltung selbst mitreden lassen!

Um darauf aufmerksam zu machen, dass sich im Schulsystem dringend etwas ändern muss, tourte SOS-Kinderdorf im Juni und Oktober mit einem symbolischen Klassenzimmer und dem fahrenden Minihaus Luki durch’s Land. Bei bestem Wetter und mit einem bunten Programm waren wir an zentralen Plätzen in Eisenstadt, St. Pölten, Linz und zuletzt im Oktober noch in Innsbruck. Dort führten wir jede Menge berührende Gespräche mit Menschen über ihre Schulzeit oder die Schul-Erfahrungen ihrer Kinder oder Enkelkinder. „Wenn ein Kind nicht ins System passt, geht es unter. Die Lehrerinnen haben immer mehr Papierkram zu erledigen und kaum mehr Zeit, individuell auf Kinder einzugehen“, hörten wir etwa von einem Vater. „NOCH ist ihr das Lernen zum Glück lustig“, beschreibt eine Oma, die ihre Enkeltochter gerade aus der Volksschule abgeholt hat. Wie der Schultag war? „Schöööön“, freut sich die 7-Jährige. Und schreibt das auch auf unsere große Tafel. Dort sammeln sich im Laufe des Tages gemischte Antworten auf die Frage „Was ist Schule für dich?“. Vor allem jüngere Kinder finden positive Worte für die Schule. Viele Jugendliche hingegen hinterlassen ein bedrückendes Stimmungsbild – „Frontalunterricht“ und „Druck“ finden sich ebenso auf der Tafel, wie „Depression“ oder „Gefängnis“.

 

Schüler*innen in Innsbruck teilen auf der Tafel fleißig mit, was Schule für sie bedeutet.

 

Um 16 Uhr gab es in jeder Stadt einen großartigen und berührenden Poetry Slam von FOMP sowie von bekannten Slamer*innen aus Tirol mit Texten passend zum Thema.

Poetry Slam in Eisenstadt bei entspannter Stimmung. 

 

Als wir am Abend unser symbolisches Klassenzimmer und die Spielestationen wieder einpackten, waren wir erfüllt von den tollen Eindrücken und dem intensiven Austausch. Über 450 Gespräche führten wir in den drei Tagen im Juni und 156 Gespräche im Oktober in Innsbruck mit Leuten, denen das Thema genau so am Herzen liegt wie uns. Gemeinsam werden wir uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche in der Schule mehr mitreden dürfen!

 

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