Kinderkonferenz – 14.03.24

Kinder gestalten ihre Stadt

30 Kinder der Schule Franz-Fischer-Straße präsentierten stolz ihre Erfolge für eine kinderfreundliche Gestaltung ihres Stadtteils in Innsbruck, und diskutierten auch über Herausforderungen.

Der 14. März war für 30 Schüler*innen der Franz-Fischer-Straße in Innsbruck ein aufregender Tag. Sie hatten Politiker*innen, Verantwortliche aus der Stadtverwaltung, die Pfarre Wilten-West sowie ihre Schulleitung zur Follow-up-Kinderkonferenz eingeladen. Ziel war es, nun zurückzublicken auf das letzte Jahr, gemeinsam erfolgreiche Projekte zu feiern, aber auch Schwierigkeiten in der Umsetzung zu besprechen.

Mehr kindgerechter Raum in Innsbruck

Bereits seit Dezember 2022 hatten die Kinder in Workshops von SOS-Kinderdorf und Welt der Kinder gemeinsam Ideen gesammelt, wie sie ihren Stadtteil kindgerechter gestalten könnten. Daraufhin haben die Kinder bei der 1. Kinderkonferenz ihre Lösungsansätze Erwachsenen aus Politik, Schule und Verwaltung präsentiert und vereinbart, was gemeinsam umgesetzt werden soll. Seitdem hat sich viel getan, denn umgesetzt wurde von den jungen Bürger*innen inzwischen einige Projekte, wie etwa das „Kindercafé“ und die „Spielstraße“.

Um mehr sichere Räume für Spiel und Begegnung in Innsbruck zu schaffen, wurde eine Straße im Stadtteil Wilten für einen Nachmittag zur Spielstraße umgewandelt. Dies soll zukünftig regelmäßiger stattfinden. „Bei unserer Spielstraße hat uns besonders gefallen, dass wir Kinder so viel mitgearbeitet haben. Wir haben eigentlich alles selbst gemacht“, erzählt Mark stolz. Das Kindercafé findet mittlerweile einmal im Monat in der Pfarre Wilten-West statt und steht Kindern aus allen Religionen offen. Das Besondere am Kindercafé ist, dass die Veranstaltung von Kindern für Kinder gestaltet wird: die Kinder streichen selbst Brote, servieren Getränke und Speisen, spielen und plaudern. Ziel des Kindercafés ist es, mehr öffentlichen Raum für Kinder zu schaffen. 

Aus ersten bunten Skizzen der jungen Bürger*innen sind erfolgreiche Projekte geworden.
 

Aus Hindernissen lernen

Die Kinder berichteten auch von Rückschlägen und Herausforderungen, denn nicht alle Ideen waren realisierbar. „Wir wollten eine Rutsche in unserer Schule, das war aber dann aus mehreren Gründen nicht umsetzbar. Wir haben gemerkt, dass es zu teuer ist und das war anfangs schon enttäuschend“, berichtet Konstantin. Die Kinder waren an allen Schritten aktiv beteiligt: von der Idee und Planung bis zur Umsetzung ihrer Projekte. So konnten sie auch erlernen, dass Beteiligung nicht nur darin besteht, Ideen vorzubringen. „Mit unseren Programmen zur Beteiligung und Demokratiebildung erarbeiten wir mit Kindern an Volksschulen ihre Anliegen und unterstützen sie dabei, Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Beteiligung bedeutet aber auch, dass Kinder ein realistisches Bild davon bekommen, was möglich ist und lernen, Kompromisse einzugehen“, so Nina Mahnert von SOS-Kinderdorf.

Die Kinder und Erwachsenen diskutierten, was gut funktioniert hat und wo es Probleme in der Umsetzung gab.
 

Beteiligung ist ein Kinderrecht

Kinder und Jugendliche fühlen sich in Österreich oft nicht gehört und verlieren das Vertrauen in unsere Demokratie. Dabei dürfen junge Menschen laut der UN-Kinderrechtskonvention zu allen Angelegenheiten, die sie betreffen, ihre Meinung äußern und haben ein Recht darauf, dass diese berücksichtigt wird. Bei den Kinderkonferenzen geht es darum, Kinder bereits im jungen Alter aktiv an der Gestaltung ihres Lebensraumes zu beteiligen. Kinder erhalten die Möglichkeit, ihre Meinungen und Wünsche mitzuteilen, diese werden ernst genommen und mehr: Es wird auch verbindlich umgesetzt. „Kinder und Jugendliche sollen bereits früh Selbstwirksamkeit erfahren, um positiv in die Zukunft zu blicken und sich zu eigenständigen Erwachsenen entwickeln zu können, die unsere Gesellschaft mitgestalten wollen. Das ist aktive Demokratiebildung“, erklärt Nina Mahnert von SOS-Kinderdorf.

Auch das Tagesheim der Volksschule wurde unter Mitwirkung der Kinder bereits neu gestaltet. Aktuell verbessern sie gemeinsam mit Verantwortlichen der Stadtverwaltung die Parks im Stadtteil Wilten.

SOS-Kinderdorf und Welt der Kinder bedanken sich für das Engagement und den Mut der jungen Bürger*innen gemeinsam die Stadt zu verändern und zu einem kindgerechten Ort zu machen. Zudem bedanken wir uns auch bei allen beteiligten Erwachsenen aus Politik, Schule, Verwaltung und der Pfarre Wilten-West für ihre Unterstützung.