Kind am Fenster Photo by NeONBRAND on Unsplash
Österreich – 23. Oktober 2018

Kinder trauern anders

Auch heuer werden die Menschen zu Allerheiligen ihrer verstorbenen Angehörigen gedenken. Vor allem Kinder sind nach dem Tod eines geliebten Menschen oft sprach- und hilflos, denn sie können das Ausmaß des Todes nicht begreifen.

Vielen Erwachsenen fällt es schwer mit trauernden Menschen umzugehen. Man weiß oft nicht, was man sagen soll und man hat auch Angst, etwas Falsches zu sagen. Mit trauernden Kindern umzugehen, finden viele viel schwieriger, denn man hat selbst meist keine Erfahrung, wie Kinder mit solchen Verlusten zurechtkommen. Experten, die sich mit der Trauer befassen, wissen: Kinder trauern anders als Erwachsene!

 

Kinder reden nicht

Sie reden und weinen meist weniger, aber trauern genauso. Zu Trauer, Angst und Unsicherheit können sich auch Kränkung und Wut mischen. Sie fühlen sich allein gelassen und wissen nicht, wie sie mit dem plötzlichen Verlust der vertrauten Lebenssituation umgehen sollen. Auch Eltern wissen kaum, wie sie sich dem Kind gegenüber verhalten sollen. Kinder zeigen ihre Trauer mehr über ihr Verhalten und körperliche und psychische Reaktionen als über verbale Äußerungen. Diese Trauerreaktionen können oft unverständlich und verwirrend sein, Verärgerung, Wut, Gefühlswechsel.

Pfütze Photo by NeONBRAND on Unsplash
"Kinder springen in Trauerpfützen hinein und wieder heraus, während Erwachsene in ihrer Trauer oft in einem tiefen Fluss waten", erklärt Uli Bülow, Landesleiterin von RAINBOWS-Burgenland. © Photo by NeONBRAND on Unsplash 
 

Hilfe für Kinder

Kernkompetenz von RAINBOWS ist es, Kinder bei Trennung, Scheidung oder Tod naher Bezugspersonen zu unterstützen und durch begleitende Gespräche auch deren Angehörige zu entlasten. Kinder verfügen nicht über die gleichen Voraussetzungen wie Erwachsene, um sich mit ihrer Trauer auseinanderzusetzen. Beispielsweise begreifen Kinder bis zu drei Jahren noch nicht, dass der verstorbene Mensch nicht mehr zu ihnen zurückkommen kann. Erst zwischen Acht und Zehn verstehen sie die Endgültigkeit des Todes, erklärt Uli Bülow.

Kinder und Jugendliche ertagen ihre Trauer oft, um Bezugspersonen zu schonen und zu trösten. Sie benötigen aber dennoch altersentsprechende Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Fragen, Sorgen, Gefühle und Erinnerungen. Die österreichweite Institution RAINBOWS hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen einen sicheren und geschützten Rahmen dafür zu bieten.
Wichtige Themen in Zusammenhang mit dem Verlusterlebnis werden altersgerecht und kreativ bearbeitet. Eine Trauerbegleitung ist ganz individuell auf die Bedürfnisse des Kindes und der Familie ausgerichtet.

 

Weiterführende Informationen

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