SOS-Kinderdorf in Serbien

SOS- Kinderdorf ist seit den 70er Jahren in Serbien t√§tig. Damals geh√∂rte das Land noch zum fr√ľheren Jugoslawien. Die Arbeit wurde nahe der Stadt Novi Sad im Norden des Landes begonnen und 2003 auf das Landeszentrum in der N√§he von Kraljevo ausgeweitet. Derzeit kommen jeden Tag sch√§tzungsweise 3000 Fl√ľchtlingen in Serbien an, die meisten sind auf dem Weg nach Ungarn. Das SOS-Nothilfeprogramm bietet dringende Hilfe f√ľr diejenigen, die - auf der Suche nach einem sicheren Gebiet - von ihren Heimatl√§ndern fl√ľchten.


Br√ľder (Foto: K. Ilievska)

Im Sommer 2006 wurde Serbien zur unabh√§ngigen Republik Serbien, nachdem Montenegro f√ľr eine Unabh√§ngigkeit von der Staatenunion Serbien und Montenegro gestimmt hatte, die im Jahr 2003 gegr√ľndet worden war.

Serbien ist ein Binnenland und liegt auf der Balkanhalbinsel im S√ľdosten Europas. Das Land grenzt im Westen an Montenegro, Kroatien und Bosnien-Herzegowina, im S√ľden an Albanien und die Republik Mazedonien, im Osten an Bulgarien und Rum√§nien sowie im Norden an Ungarn.

Die Gesamtbev√∂lkerung Serbiens bel√§uft sich auf ca. 7,3 Millionen (Juli 2012, Sch√§tzung), ist aber zur Zeit einem demographischen Wandel unterworfen. Seit den 90er Jahren ist die Bev√∂lkerungszahl zur√ľckgegangen. Von 2002 bis 2011 ist die Zahl der Einwohner um ca. zwei Millionen gesunken. Dar√ľber hinaus altert die Gesellschaft, und die Zahl der Geburten ist ebenfalls r√ľckl√§ufig. 

Zirka die Hälfte der Bevölkerung lebt in den Stadtgebieten, die Hauptstadt Belgrad hat 1,5 Millionen Einwohner. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage ziehen viele Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Auf dem Land gibt es weniger Beschäftigungsmöglichkeiten, und die Infrastruktur ist veraltet; 12 Prozent der Menschen auf dem Land haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, um nur ein Beispiel zu nennen.

Eine Wirtschaft, die stabilisiert werden muss


Eine Mutter herzt ihr Mädchen (Foto: K. Ilievska).

Ca. ein F√ľnftel der Bev√∂lkerung ist unter 18 Jahren. Die umfassenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ver√§nderungen haben auch Auswirkungen auf das Leben der Kinder. Die Quote der Kinderarmut liegt √ľber der Durchschnittsrate bei den Erwachsenen - knapp 10 Prozent aller Kinder leben in Armut. Aufgrund der begrenzten Finanzmittel kann die Regierung nur ein Mindestma√ü an sozialen Dienstleistungen wie z.B. Schwangerschaftsbetreuung oder Kinderbetreuung f√ľr berufst√§tige Eltern bereitstellen.

Kinder sind aus unterschiedlichen Gr√ľnden vom Verlust der elterlichen F√ľrsorge bedroht. Dazu z√§hlen Arbeitslosigkeit, Armut, gesundheitliche Probleme oder das niedrige Bildungsniveau der Eltern. Kinder mit Behinderungen oder mit HIV sind ebenfalls gef√§hrdet. Sch√§tzungsweise f√ľnftausend Kinder leben in Serbien ohne elterliche F√ľrsorge. Die meisten von ihnen haben zumindest noch einen lebenden Elternteil. Obwohl immer noch viele Kinder in staatlichen Heimen untergebracht werden, ist diese Zahl r√ľckl√§ufig.

Kinder in l√§ndlichen Gebieten sind besonders gef√§hrdet, da die Unterst√ľtzung f√ľr Familien auf dem Land noch geringer als in den St√§dten ist. Dar√ľber hinaus m√ľssen einer Studie zufolge Kinder zwischen 12 und 14 Jahren mindestens 14 Stunden pro Woche in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten oder 28 Stunden Hausarbeit verrichten.

Die Kinder der Roma sind sowohl im Gesundheits- als auch im Bildungssektor benachteiligt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hat Serbien das allgemeine Gesundheitssystem f√ľr Kinder verbessert und die S√§uglings- und Kindersterblichkeitsrate bei Kindern unter f√ľnf Jahren gesenkt. Trotz dieser Tatsache laufen Kinder der Roma ein dreimal so hohes Risiko, das f√ľnfte Lebensjahr nicht zu erreichen, wie andere Kinder.

Kinder m√ľssen ab dem sechsten oder siebten Lebensjahr zur Schule gehen. Sch√§tzungen zufolge besucht jedoch ein Viertel aller armen Kinder keine Grundschule. Unter den Roma werden nur 66 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter eingeschult, und nur zehn Prozent besuchen die Sekundarstufe.

 

SOS-Kinderdorf in Serbien

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