SOS-Kinderdörfer in Kroatien
In der Republik Kroatien, die an der Schnittstelle zwischen Mittel- und Südosteuropa an der Nordostküste der Adria liegt, leben rund 4 Millionen Menschen. Der kroatische Unabhängigkeitskrieg, der die wirtschaftliche Infrastruktur beschädigte, führte auch zur Vertreibung eines großen Teils der Bevölkerung. Nach der Unabhängigkeit wuchs das Wohlstandsgefälle in Kroatien, sodass verarmte Haushalte noch ärmer wurden und viele weitere von Armut bedroht waren.
Seit 1992 unterstützt SOS-Kinderdorf in Kroatien Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen, oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Gefährdete Kinder
Bildung
Eltern haben Schwierigkeiten, sich die Vorschule zu leisten. In Kroatien nehmen nur 54% der Kinder über 3 Jahren an formalen Vorschulprogrammen teil. Der Besuch ist eng mit dem Haushaltseinkommen verknüpft, denn nur ein Viertel der Kinder aus Haushalten, die Sozialhilfe erhalten, besucht die Vorschule. Die frühkindliche Bildung kann besonders für benachteiligte Kinder von Vorteil sein, da sie ihnen den Weg zu weiteren Bildungsschritten ebnet und ihre Perspektiven verbessert.
Familien kämpfen
Etwa 21% aller Menschen und etwa 18% der Kinder unter 18 Jahren sind in Kroatien von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Rund 70% der Bevölkerung gerade so über die Runden und haben Mühe, sich das Nötigste zu leisten. Kinder aus diesen Familien sind weniger gesund als ihre Altersgenoss*innen und haben kaum Chancen auf Zugang zu höherer Bildung. Das schränkt ihre Zukunftsaussichten ein.
Jugendarbeitslosigkeit
Bei einer Arbeitslosenquote von 7% ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen in Kroatien arbeitslos sind, mit rund 15% doppelt so hoch. Außerdem befinden sich über 12% der Jugendlichen nicht in Ausbildung, Bildung oder Beschäftigung. Viele qualifizierte Arbeitnehmer*innen wandern ins Ausland ab, sodass eine Qualifikationslücke zwischen den verbleibenden Arbeitnehmer*innen und den verfügbaren Arbeitsplätzen entsteht. Jugendarbeitslosigkeit steht im Zusammenhang mit langfristigen Lohneinbußen, einem höheren Risiko, erneut arbeitslos zu werden, und schlechteren gesundheitlichen und psychischen Ergebnissen.
Zusammen können wir etwas für die Kinder in Kroatien verändern