SOS-Kinderdorf Tirana

Die Hauptstadt Tirana bietet Familien und Kindern viele Möglichkeiten, die ihnen in lĂ€ndlichen und abgelegenen Gebieten nicht zur VerfĂŒgung stĂŒnden. Das Leben in der Stadt ist aber mit Schwierigkeiten anderer Art verbunden, beispielsweise dem erschwerten Zugang zu leistbaren Wohnungen und sozialer UnterstĂŒtzung.

Viele Familie sind erst vor kurzem hierher gezogen


Zwei MĂ€dchen, die nun im SOS-Kinderdorf in Sicherheit aufwachsen (Foto: SOS-Archiv).
Tirana ist die Hauptstadt von Albanien, in der rund 420.000 Menschen leben.

Aufgrund der fehlenden Arbeitsmöglichkeiten mussten viele Familien nach Tirana und Umgebung ziehen. Viele Familien, die hier leben, sind erst vor kurzem hergezogen und sind dadurch von Freunden und der erweiterten Familie getrennt worden. HÀufig sind diese Familien bei der Anpassung an die neue Umgebung mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.

Etwa 14 Prozent der in Tirana und Umgebung lebenden Menschen sind arm. Die am schwersten betroffenen sind Singlehaushalte, Familien mit vielen Kindern und Menschen, die der Romagemeinschaft angehören.
 

Die Kinder sind gefÀhrdet und brauchen Schutz

Obwohl die albanische Regierung sich verstĂ€rkt um den Schutz von Kindern bemĂŒht hat, fĂŒhrt das Fehlen wirtschaftlicher Ressourcen dazu, dass viele Kinder nach wie vor von den staatlichen Initiativen ausgeschlossen sind. Viele Familien kĂ€mpfen darum, ihre GrundbedĂŒrfnisse befriedigen zu können und sind hĂ€ufig auf die Hilfe von Nichtregierungsorganisationen angewiesen.

Die Romabevölkerung ist weiterhin sozialer Diskriminierung ausgesetzt und von einer besonders hohen Arbeitslosenrate betroffen. Viele Kinder aus Romafamilien erhalten keine Bildung weil sich ihre Familien den Schulbesuch nicht leisten können. Manche Kinder aus diesen Familien sind in den Straßen Tiranas zu finden, sie arbeiten, sammeln MĂŒll oder betteln um Geld.

In einer Stadt, in der Gewalt an der Tagesordnung steht, sind Kinder sehr stark gefĂ€hrdet, Opfer von MenschenhĂ€ndlern und krimineller Banden zu werden. Hier ist es besonders wichtig, die Kinder  zu schĂŒtzen. Die Familien brauchen UnterstĂŒtzung, um ihre Kinder davor bewahren zu können.
Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, werden hÀufig in Einrichtungen untergebracht. In diesen Einrichtungen ist man nicht in der Lage, ihnen die individuelle Betreuung zukommen zu lassen, die sie brauchen, um sich gesund entwickeln zu können. Die Regierung arbeitet daran, um dies zu Àndern und möchte sicherstellen, dass mehr Kinder in einer familienÀhnlichen Struktur aufwachsen können.

SOS-Kinderdorf in Tirana


Wir unterstĂŒtzen Kindern beim Lernen – sowohl in der Schule als auch bei FreizeitaktivitĂ€ten. (Foto: SOS-Archiv).

Im Jahr 1995 wurden wir in Tirana tĂ€tig. Das Kinderdorf liegt in Sauk, einem Dorf mit rund 6.000 Einwohnern, rund 4 km sĂŒdöstlich von Tirana entfernt.

Familien stĂ€rken: Im Jahr 2003 starteten wir ein FamilienstĂ€rkungsprogramm fĂŒr Kinder aus verschiedenen Bezirken Tiranas, die gefĂ€hrdet waren, die elterliche FĂŒrsorge zu verlieren. Gemeinsam mit lokalen Organisationen unterstĂŒtzen wir Familien in der Gemeinde, damit sie gut fĂŒr ihre Kinder sorgen können. Wir helfen ihnen dabei, Zugang zu wichtigen Dienstleistungen im Bereich Bildung, ErnĂ€hrung und Gesundheit zu bekommen. DarĂŒber hinaus bieten wir allgemeine und psychologische Beratung. Bis Ende 2015 haben wir mehr als 150 Familien und 400 Kinder unterstĂŒtzt.

Betreuung in Familien: Wenn Kinder, trotz aller UnterstĂŒtzung die Betreuung ihrer Eltern verlieren, finden sie in den SOS-Kinderdorf-Familien ein neues Zuhause. Dort können bis zu 132 Kinder in der Betreuung von SOS-Kinderdorf-Eltern aufwachsen. Wir wollen sicherstellen, dass die Geschwister zusammenbleiben können. Wenn immer möglich, stĂ€rken wir die Herkunftsfamilien der Kinder, die sich in unserer Obhut befinden und in manchen FĂ€llen gelingt es, die Kinder in die Familien zurĂŒckzufĂŒhren.

Bildung: Der Zugang zu hochwertiger Bildung ist eines unser vorrangigen Ziele. Die Kinder besuchen gemeinsam mit den lokalen Kindern die nahegelegenen KindergĂ€rten, Schulen und  nehmen an den FreizeitaktivitĂ€ten teil. Dadurch sind sie von klein auf in der Gemeinschaft integriert. In Zusammenarbeit mit dem albanischen Ministerium fĂŒr Soziales und Jugend betreiben wir auch eine höhere Fachschule, in der junge Erwachsene in Informationstechnologie ausgebildet werden.

UnterstĂŒtzung fĂŒr junge Menschen: Junge Menschen werden in der Zeit, in der sie in Wohngemeinschaft leben und lernen, selbstĂ€ndig zu werden, von professionellen Beratern begleitet. Die jungen Menschen werden auch aktiv in verschiedene Anwaltschaftsprojekte miteinbezogen.

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