SOS-Kinderdorf Gandaki

Pokhara ist der Ausgangspunkt f├╝r viele Expeditionen in die umliegenden Berge und lockt jedes Jahr tausende von Touristen in die Stadt. Das Leben der Bewohner ist jedoch von gro├čer sozialer Ungleichheit gepr├Ągt. Zahlreiche Kinder sind von Geburt an benachteiligt.

Zwei SOS-Kinderd├Ârfer zur Unterst├╝tzung gef├Ąhrdeter Kinder in Pokhara

Kinder leben und spielen mit ihren Br├╝dern und Schwestern (Foto: SOS-Archiv).
Kinder leben und spielen mit ihren Br├╝dern und Schwestern (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Gandaki liegt nahe der Stadt Pokhara im Zentrum von Nepal und wurde nach einem verheerenden Erdrutsch errichtet, der im Jahr 1978 weite Teile der Region zerst├Ârt hatte. In Pokhara gibt es zwei SOS-Kinderd├Ârfer: das SOS-Kinderdorf Gandaki f├╝r nepalesische Kinder und das SOS-Kinderdorf Pokhara f├╝r tibetische Kinder.

Pokhara ist mehr als 250 000 Einwohnern die zweitgr├Â├čte Stadt des Landes und erstreckt sich auf einer H├Âhe zwischen 1000 und 1700 m in den Ausl├Ąufern des Annapurna-Massivs. Die Stadt ist ein beliebtes Ziel f├╝r Touristen, Wanderer und Bergsteiger aus der ganzen Welt. Pokhara hat eine sehr gemischte Bev├Âlkerung. In den vier tibetischen Siedlungen leben bis zu 4000 Tibeter, einige bereits seit mehreren Jahrzehnten. Obwohl Pokhara nicht vom Erdbeben im Jahr 2015 betroffen wurde, ist die Zahl der Touristen in der Stadt gesunken, und dies hat zu einer Erschwernis des Lebens f├╝r jene Leute gef├╝hrt, die von Tourismus leben.

Tausende Kinder haben keine faire Chance auf eine bessere Zukunft

Die nepalesische Gesellschaft ist auch heute noch zutiefst geteilt: Kinder werden aufgrund ihrer Kastenzugeh├Ârigkeit, ihres Geschlechts und der gesellschaftlichen Stellung ihrer Familien diskriminiert. Kinder mit Behinderungen sind besonders benachteiligt und erhalten meist keine bedarfsgerechte Unterst├╝tzung. In Nepal leben tausende arme Familien am Rande der Gesellschaft. Ihre Kinder sind von Geburt an benachteiligt und haben nicht die gleichen Entwicklungschancen wie Kinder aus wohlhabenden Familien. Wenn Eltern ihre Kinder nicht einmal mit ausreichend Nahrung versorgen und ihnen keine feste Bleibe bieten k├Ânnen, bleiben ihre emotionalen, psychologischen und bildungsbezogenen Bed├╝rfnisse h├Ąufig auf der Strecke.

Viele Eltern schicken ihre Kinder nicht zur Schule, da sie sich das Schulgeld, die Schuluniformen und B├╝cher nicht leisten k├Ânnen. Die Kinder m├╝ssen stattdessen arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen. In Nepal verrichten mehr als ein Drittel aller Kinder unter 14 Jahren Kinderarbeit. Viele m├╝ssen gef├Ąhrliche und gesundheitssch├Ądliche T├Ątigkeiten aus├╝ben und sind k├Ârperlichem, seelischem und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Ihre gesunde Entwicklung ist dadurch in h├Âchstem Ma├če gef├Ąhrdet.

Unsere Arbeit in Gandaki

Kinder in unserer Obhut k├Ânnen in einer sicheren Umgebung aufwachsen  (Foto: SOS-Archiv)
Kinder in unserer Obhut k├Ânnen in einer sicheren Umgebung aufwachsen (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Gandaki wurde im Jahr 1979 er├Âffnet. Unser Sozialzentrum leitet ein Familienst├Ąrkungsprogramm f├╝r die lokale Bev├Âlkerung. Wir versuchen gef├Ąhrdete Familien zu identifizieren und ihnen bedarfsgerechte Unterst├╝tzung zu bieten, damit ihre Kinder sicher und gesund aufwachsen und zur Schule gehen k├Ânnen. Zu unseren Schwerpunkten geh├Ârt das Angebot von Alphabetisierungskursen f├╝r Kinder, die nie eine Schule besucht haben. Wir unterst├╝tzen die Frauen aus der Gemeinde durch Workshops zur Einkommensf├Ârderung und bieten Beratungen zu Fragen der Gesundheit. In unserer Kindertagesst├Ątte k├Ânnen erwerbst├Ątige Eltern ihre Kinder in sichere Obhut geben, w├Ąhrend sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Betreuung in SOS-Familien: Kinder aus der Region, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut.

Bildung: Sie besuchen den SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert. Bis zu 840 Sch├╝lerInnen werden in der Prim├Ąr- und Sekundarstufe unserer Schule unterrichtet.

Unterst├╝tzung f├╝r junge Menschen: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, k├Ânnen in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkr├Ąften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Mit der Unterst├╝tzung qualifizierter Fachkr├Ąfte lernen sie Verantwortung zu ├╝bernehmen, k├Ânnen Zukunftsperspektiven erarbeiten und zunehmend eigene Entscheidungen treffen. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln und Kontakte zu Freunden und Verwandten sowie den zust├Ąndigen Beh├Ârden und potenziellen Arbeitgebern aufzubauen.

Nothilfe- Programme: Nach dem Erdbeben von 2015, haben wir zwei Nothilfe-Kitas eingerichtet. Sie bieten Essen und Betreuung f├╝r Kinder aus Familien, die von der Naturkatastrophe betroffen worden sind.
 

 



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  Eindr├╝cke aus dem SOS-Kinderdorf in Gandaki

Das Community Center des SOS-Kinderdorfs in Gandaki.
SOS-Kinderdorf Gandaki.
Ausbildungswerkstatt f├╝r Jugendliche und Kinder in Gandaki.
Hermann Gmeiner Schule Gandaki
Hermann-Gmeiner-Schule in Gandaki.
Klassenraum der Schule.
Gedanke des Tages
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