SOS-Kinderdörfer in Nepal

SOS-Kinderdorf ist seit den spĂ€ten 1960er Jahren in Nepal tĂ€tig. Die Arbeit der Organisation begann in der NĂ€he der Hauptstadt Kathmandu. SOS-Kinderdorf setzt sich auch seit den 1970er Jahren im Pokhara-Tal fĂŒr Tibeter ein. Seit April 2015 leisten wir Nothilfe fĂŒr gefĂ€hrdete Kinder und Familien, die vom zerstörerischen Erdbeben, das das Land erschĂŒttert hat, betroffen sind.

Ein vielfÀltiges Land im Herzen des Himalayas

Essen bei Kerzenschein wÀhrend eines Stromausfalls (Foto: T. Ernsting)
Ein SOS-Kindergarten fĂŒr die vom Erdbeben betroffenen Kinder im April 2015  (Foto: Z. Akbar Latif)

Die Demokratische Republik Nepal liegt im Himalaya in SĂŒdasien. Die Bevölkerung Nepals belĂ€uft sich auf rund 31 Mio. Menschen (Stand Juli 2014). Die Hauptstadt Kathmandu ist mit 990.000 Einwohnern die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes.

Trotz der rasanten politischen VerÀnderungen in den vergangenen Jahrzehnten hat Nepal seine vielfÀltige Kultur bewahrt. Obwohl das Land 2006 offiziell zu einem sÀkularen Staat erklÀrt wurde, haben Hinduismus und Buddhismus nach wie vor starken Einfluss.

Im April 2015 erschĂŒtterte ein schweres Erdbeben der StĂ€rke 7,8 auf der Richterskala das Kathmandu-Tal und richtete schwere SchĂ€den an. Nahezu 9.000 Menschen wurden getötet und noch viel mehr verletzt. Die Lage hat sich aufgrund eines zweiten Erdbebens im Mai und die einsetzende Monsunzeit, in der es ĂŒber 5.600 Erdrutsche gab, die noch mehr Menschen heimatlos machten und Hilfslieferungen erschwerten zusĂ€tzlich verschĂ€rft. Zudem gab es politische Spannungen und Unruhen ausgelöst durch das in Kraft treten einer neuen Verfassung und erschwerte es den Menschen, ihr Leben neu aufzubauen. Die Grenzblockade zu Indien fĂŒhrte insbesondere zum Mangel an wichtigen GĂŒtern wie Medizin und Treibstoff.

Eins der am wenigsten entwickelten LĂ€nder der Welt

Die Wirtschaft basiert hauptsĂ€chlich auf der Landwirtschaft, in der ca. drei Viertel der Bevölkerung beschĂ€ftigt sind. Der Tourismus ist eine zunehmend wichtige Quelle fĂŒr Einkommen und BeschĂ€ftigung. Seit dem Erdbeben und den politischen Unruhen im Jahr 2015 sind die Besucherzahlen des Landes allerdings gesunken.

Im Jahr 2014 lebten rund 8 Mio. Nepalesen unter der Armutsgrenze. Das Erdbeben zusĂ€tzlich eine Million Menschen in Armut gestĂŒrzt. Rund 300.400 Menschen (6 % der Bevölkerung, Stand 2011) leben und arbeiten im Ausland und senden Geld zurĂŒck an ihre Familien in Nepal. Die Anzahl der Arbeitsmigranten ist seit dem Erdbeben angestiegen.

Eine steigende Zahl von Kindern braucht Schutz

In der Schule (Foto: SOS-Archiv)
Wir betreiben KindergÀrten und Schulen in ganz Nepal (Foto: SOS-Archiv)
In Nepal leben rund 11,6 Mio. Kinder unter 18 Jahren (Stand 2012). Die Zahl der Kinder ohne elterliche FĂŒrsorge oder der Kinder, die vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind, ist weiter im Steigen begriffen. DafĂŒr gibt es verschieden GrĂŒnde, unter anderem die Folgen des Erdbebens und der Erdrutsche, die politischen Unruhen, die hohe Armutsquote und die Ausbreitung von HIV/AIDS. 

Laut einer UNICEF-Studie gehören zu der am meisten gefĂ€hrdeten Bevölkerungsgruppe in Nepal auch Kinder mit Behinderungen, Kinder, die in ihren Familien Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind, Straßenkinder und Kinder, die Zwangsarbeit verrichten mĂŒssen. SchĂ€tzungsweise 34 Prozent der Kinder zwischen fĂŒnf und 14 Jahren werden zur Kinderarbeit gezwungen.

Nach dem Erdbeben sind Kinder noch schutzloser als zuvor. Viele haben die elterliche FĂŒrsorge verloren und kĂ€mpfen allein ums Überleben. DarĂŒber hinaus sind Berichten zufolge die Kinder, insbesondere die MĂ€dchen gefĂ€hrdet, Opfer von MenschenhĂ€ndlern zu werden, die Verzweiflung und Chaos ausnutzen und die Kinder zu unbezahlter Arbeit zwingen und sie sexuell ausbeuten.

SOS-Kinderdorf in Nepal

FamilienstĂ€rkung: Wir arbeiten mit hilfsbedĂŒrftigen lokalen Familien, um sie vor dem Zerfall zu bewahren, damit Kinder in einem liebevollen Umfeld aufwachsen können.

Betreuung in SOS-Familien: Wenn Kinder nicht mehr lĂ€nger bei ihren Familien bleiben können, werden sie von ihren SOS-MĂŒttern in einem der neun SOS-Kinderdörfer im gesamten Land betreut.

Bildung: Kleine Kinder besuchen den Kindergarten und Àltere die Grund- und Sekundarschule, die wir in Nepal betreiben.

UnterstĂŒtzung fĂŒr Jugendliche: Junge Erwachsene leben an acht Standorten in speziellen UnterkĂŒnften, in denen sie von FachkrĂ€ften auf ihrem Weg in ein selbstĂ€ndiges Leben begleitet werden.

Medizinische Versorgung: Wir bieten auch lebensnotwendige medizinische Beratung und Behandlung in einem Land, in dem medizinische Versorgung nicht breit verfĂŒgbar ist.  

Nothilfeprogramm nach dem Erdbeben im April 2015: 

  • Soforthilfe: Wir versorgten die betroffenen Kinder und Familien mit Erster Hilfe, Nahrung, Wasser und NotunterkĂŒnften. Ebenso kĂŒmmerten wir uns um die ZusammenfĂŒhrung von Familien. 
  • Kinderfreundliche RĂ€ume: Wir schufen kinderfreundliche RĂ€ume, in denen Kinder spielen und von geschulten und erfahrenen Mitarbeiter/innen psychologische UnterstĂŒtzung erhielten
  • Langfristige Betreuung: Wir haben unsere TĂ€tigkeit an die verĂ€nderten BedĂŒrfnisse angepasst. Wir haben beispielsweise Schulmaterialen und Winterkleidung verteilt und Menschen geholfen, ihr Zuhause wieder aufzubauen und wir kĂŒmmern uns um den Wiederaufbau, der vom Erdbeben zerstörten Schulen.   


 

 

Website von SOS-Kinderdorf Nepal
(verfĂŒgbar auf Englisch)

 

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