SOS-Kinderdorf Cap HaĂŻtien

Haiti erholt sich immer noch von dem verheerenden Erdbeben, das im Jahr 2010 das Land erschĂŒtterte. Hunderttausende Kinder haben die elterliche FĂŒrsorge verloren und ihr Zuhause und ihr Leben wurden zerstört. DarĂŒber hinaus hat im Jahr 2014 die Choleraepidemie mit mehr als 27.000 Erkrankten zusĂ€tzliches Leid ĂŒber das Land gebracht.

Die Kinder sind heute gefÀhrdeter denn je

Schulkinder (Foto: SOS-Archiv)
Kinder, die die elterliche FĂŒrsorge verloren haben, finden im SOS-Kinderdorf Cap HaĂŻtien ein neues Zuhause (Foto: SOS-Archiv).
Cap HaĂŻtien liegt im Norden des Landes. Aufgrund des Hafens ist sie die zweitwichtigste Stadt des Landes. Rund eine Million Menschen leben in dieser Region.

Die Armut ist in den nördlichen Regionen des Landes hoch. Rund 70 % der Menschen leiden an Armut.


Die Menschen in den lÀndlichen Gebieten sind stÀrker von Armut betroffen. Die meisten leben von dem was sie anbauen. Dadurch sind sie sehr stark von den Wetterbedingungen abhÀngig. Ebenso fehlt es in den lÀndlichen Gebieten an sanitÀren Einrichtungen, Strom und sauberem Trinkwasser.

Aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen auf dem Land ziehen viele Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben nach Cap HaĂŻtien. Dort leben sie in menschenunwĂŒrdigen Behausungen und haben nur beschrĂ€nkt Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung.
Besonders Kinder ohne elterliche FĂŒrsorge sind angesichts dieser Lebensbedingungen gefĂ€hrdet.
 

Die Kinder leiden an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten

In vielen Teilen der Stadt mangelt es an geeigneten sanitÀren Einrichtungen und sauberem Trinkwasser. Unter diesen Bedingungen verbreitert sich die Cholera noch rascher aus.
Auch UnterernĂ€hrung stellt in Cap Haitien ein Problem dar, weil viele Familien nicht die finanziellen Mittel haben, um sich richtig zu ernĂ€hren. Mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung leidet an UnterernĂ€hrung. Jedes fĂŒnfte Kind gedeiht aufgrund der schlechten ErnĂ€hrung nicht richtig und ist dadurch anfĂ€lliger fĂŒr Krankheiten.

Viele dieser Krankheiten sind sowohl vermeidbar als auch behandelbar. Allerdings gibt es kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, die auch noch leistbar ist. Die instabile wirtschaftliche und politische Lage hat zu Einsparungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit gefĂŒhrt. Frauen und Kinder mĂŒssen dafĂŒr den Preis zahlen. Nur wenige Frauen erhalten prĂ€natale Betreuung oder bringen ihre Kinder in einem Krankenhaus zur Welt. Jede 93. Frau stirbt wĂ€hrend der Schwangerschaft.

Unsere Arbeit in Cap HaĂŻtien

Mittagessen im Sozialzentrum (Foto: S. Preisch)
SOS-Kinderdorf betreibt Grund- und Sekundarschulen im Norden Haitis. (Foto: SOS-Archiv).

SOS-Kinderdorf ist seit 1989 in Cap Haïtien tÀtig.

Familien stĂ€rken: Das FamilienstĂ€rkungsprogramm unterstĂŒtzt Familien, um sie vor ZerrĂŒttung zu bewahren. Nach dem Erdbeben im Jahr 2010 haben wir unsere AktivitĂ€ten verstĂ€rkt und mehr als 5.000 notleidende Kinder und Erwachsene werden derzeit in 16 Gemeindezentren von uns unterstĂŒtzt.

Betreuung in Familien: FĂŒr Kinder aus der Region, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können, bieten SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. Geschwister wachsen gemeinsam auf und werden von einem SOS-Elternteil liebevoll betreut.

Bildung: In der SOS-Hermann-Gmeiner Schule erhalten mehr als 700 Kinder sowohl aus dem SOS-Kinderdorf als auch der lokalen Gemeinde Grund- und Sekundarschulbildung.

UnterstĂŒtzung fĂŒr Jugendliche: Wenn Kinder dem SOS-Kinderdorf entwachsen erhalten sie weitere Bildung bzw. Berufsausbildung. Sie können in Wohngemeinschaften ziehen und wir bieten Beratung und Begleitung, bis sie in der Lage sind, ein selbstĂ€ndiges Leben zu fĂŒhren.

Berufsausbildung: Wir bieten Schulungskurse an, in denen Jugendliche FĂ€higkeiten erlernen, die sich benötigen, um als Mechaniker, Elektriker, Installateur, Bauarbeiter, Kosmetiker oder Schneider tĂ€tig zu sein. Bis zu 400 Jugendliche können dort geschult werden. Wir bieten auch Alphabetisierungskurse fĂŒr Erwachsene vor Ort.



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